Rems-Murr-Fußball Das passiert in der Wintervorbereitung

Standardsituationen wie Freistöße werden immer wichtiger. Im Amateurbereich aber fehlt die Zeit, sie intensiv zu trainieren. In der Wintervorbereitung ist dazu aber, vor allem bei so milden Temperaturen, Gelegenheit. Foto: Schrade

Am 29. Februar/1. März nehmen die Fußballer von Verbands- bis Kreisliga wieder den Spielbetrieb auf. Derzeit stecken sie noch mitten im Winter-Vorbereitungstraining. Läuft das genauso ab wie die Sommervorbereitung? Oder gelten hier andere Gesetze? Das – und andere Fragen – beantwortet Giuseppe Iorfida vom Bezirksligisten SV Unterweissach.

Sieben Wochen nimmt sich Iorfida diesmal Zeit, mehr als im Sommer. Das verschafft ihm Flexibilität. „Das Programm ist nicht so vollgepackt, und ich kann die eine oder andere Einheit auch ausfallen lassen.“ Wenn das Wetter beispielsweise mal besonders schlecht ist. Der milde Winter allerdings macht es den Trainern diesmal leicht. In den Jahren zuvor wurden die Fußballer immer mal wieder von verschneiten Plätzen ausgebremst. Getroffen hat das besonders FC Welzheim oder SV Kaisersbach. Vielleicht haben sich die Kaisersbacher deshalb vorsorglich ein Trainingslager in Kroatien gegönnt.

Schlechtes Wetter aber, so Giuseppe Iorfida, biete auch die Chance, andere Trainingsformen einzubinden. Die Vereine besuchen Fitnessstudios, laden einen Personaltrainer ein oder nehmen am Spinning auf dem Fahrrad teil. Iorfida: „An so was denkt man im Sommer gar nicht.“

Jetzt ist Zeit, auch einmal Standards zu üben

Besonderer Wert werde auch auf das Üben von Standards gelegt. Dazu sei, während die Runde läuft, keine Zeit. Ansonsten aber ähnele das Vorbereitungstraining im Winter doch sehr dem im Sommer. Die Spieler kommen mit unterschiedlichen Voraussetzungen (Weihnachten, Silvester etc.), müssen sich zunächst hauptsächlich durch Laufen die Grundkondition erarbeiten, bevor immer mehr Spielformen eingesetzt werden und der Ball im Mittelpunkt steht.

Eines sei im Winter leichter als im Sommer: „Wir sind jetzt mitten in der Saison, es beginnt nicht bei null.“ Zudem ist der Kader weitgehend derselbe. „Als Trainer muss ich mich nicht um die Integration neuer Spieler kümmern.“ Zumindest nicht um die gleich mehrerer Spieler. Die Abläufe stimmen, das Spielsystem sitzt – beziehungsweise sollte sitzen, denn: „Ein neues System einzustudieren ist im Winter schwierig.“ Im Bereich Taktik werde noch einmal alles aufgefrischt und gefestigt – und wenn möglich vertieft. Iorfida: „Viel hängt vom Verlauf der Vorrunde ab.“ Wurden die Ziele erreicht, ist es für den Trainer leicht. Hinkt ihnen die Mannschaft hinterher, wird’s schwer. Denn während der Coach im Sommer noch alle Spiele vor sich hat – und damit viel Zeit zu reagieren, sind die Gelegenheiten zu punkten nun schon ziemlich eingeschränkt.

Abseits des Trainingsplatzes gehe es nun bereits darum, mit den Spielern über die kommende Saison zu sprechen; zumindest mit den Leistungsträgern. Iorfida erledigt das gerne früh, erkennt aber mittlerweile einen Trend dazu, die Planungsphase weiter nach hinten zu schieben. Wie vor und während der Saison hat jeder Trainer seine eigenen Vorstellungen vom optimalen Training. Eines aber eint sie: Im Sommer wie im Winter ist die Spannung vor dem ersten Punktspiel groß. Dann zeigt sich, ob die Vorbereitung gelungen ist.


Info

Giuseppe Iorfida (38) trainiert den SV Unterweissach seit 2016. Er besitzt seit 2018 die Trainer-A-Lizenz und wohnt in Berglen. Der SVU steht aktuell auf Platz fünf der Bezirksliga Rems-Murr.

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