Rems-Murr-Fußball Endspurt im Relegationsrennen

Graziano Trovato traf gegen Bietigheim (Nikolaos Tsiolakidis) einmal und bereitete einen Treffer vor. Am Sonntag geht’s für ihn (und Luca Triffo, rechts) um alles. Gegen den TSV Schornbach entscheidet sich, welches Team in der kommenden Saison in der Landesliga spielt. Foto: Ralph Steinemann Pressefoto

Die Fußball-Relegationsrunde 2018/19 hat es in sich. Das zurückliegende Wochenende brachte gute Unterhaltung, viele Tore und Spannung oft bis in die Schlusssekunden. Das könnte sich am Sonntag fortsetzen. Dabei steht vor allem die Landesliga-Relegation mit zwei Rems-Murr-Teams im Fokus.

Relegation zur Landesliga

TSV Schornbach – TSV Nellmersbach (Sonntag, 15 Uhr, in Winnenden). Vor 850 Zuschauern setzten sich die Nellmersbacher in Altenmünster durch, vor 1000 in Steinach – in Winnenden werden ähnlich viele Besucher erwartet. „Solche Spiele sind ein besonderes Erlebnis“, sagt denn auch Schornbach-Spielertrainer Marius Jurczyk. „Das erlebt mancher nur einmal.“ Wenn überhaupt. Die Stimmung im Team sei „hervorragend. Alle sind heiß auf das Spiel.“ Die Pause habe der Mannschaft gutgetan, „um durchzuschnaufen“. Am Sonntag stehen alle Spieler zur Verfügung. Entscheidend in Winnenden werde weniger die spielerische Qualität sein. „Da setzt sich durch, wer den größeren Willen hat. Und wir wollen gewinnen.“ Jurczyk hat die Nellmersbacher mehrfach beobachtet. Dass die nach einem 3:0 gegen Bietigheim noch ein 3:3 zugelassen haben, zeige, dass sie verwundbar sind. Jurczyk: „Wir sind auf jeden Fall gewappnet.“

Davon geht sein Gegenüber Tim Böhringer aus. „Schornbach ist eine landesligaerfahrene Truppe mit individueller Qualität.“ Individuell starke Spieler stehen jedoch auch in seiner Mannschaft. Dennoch werde es vor allem aufs Kollektiv ankommen. „Wirt müssen uns noch einmal steigern, müssen über uns hinauswachsen“, sagt Böhringer. Kampf alleine aber helfe nicht weiter. „Wir müssen auch mutig sein“, mutig nach vorn spielen. Einer allerdings werde dabei fehlen: Angreifer Ümit Karatekin hat geheiratet und ist in den Flitterwochen. Ansonsten stehe der Kader vom Bietigheim-Spiel zur Verfügung. Dass die Mannschaft über 120 Minuten gehen musste, sei kein Problem. Die Fitness stimme. In beiden Relegationsspielen habe seine Mannschaft am Ende noch einmal zulegen können.

Klar ist, dass nur der Sieger künftig in der Landesliga spielt; unabhängig davon, ob Landesligist TSV Heimerdingen den Sprung in die Verbandsliga schafft. Das teilte der Württembergische Fußballverband mit.

Relegation zur Bezirksliga

SV Fellbach II – TSV Schwaikheim II (Sonntag 18 Uhr, in Winterbach). Jahr für Jahr kämpft der SV Fellbach II in der Bezirksliga gegen den Abstieg und rettet sich irgendwie schließlich doch noch. Diesmal war er bereits abgestiegen, weil sich die TSG Backnang II aber zurückzieht, hat der SVF nun doch wieder eine Chance auf den Ligaverbleib. Er trifft dabei aber auf eine Mannschaft, die immerhin neun Spieler im Kader hat, die in dieser Saison auch schon Landesligaeinsätze hatten. Beim 6:5 gegen den TSC Murrhardt ist das zwar nur begrenzt deutlich geworden, fünf der sechs Tore allerdings erzielten Spieler aus diesem Kreis: Dennis Becher, Kevin Pilih, Daniel Charpentier und Niko Burghardt (2). Alle sind auf jeden Fall wieder dabei, auch Dennis Becher, der in Schmiden verletzt ausgewechselt worden war. Dominik Bösch und Max Heßler haben eigens ihren Urlaub umgebucht, um dabei zu sein. Trainer Roman Hauke sagt: „Das wird ein Fifty-fifty-Spiel.“ Als kleinen Vorteil sieht er den psychologischen Aspekt: Den Sieg gegen Murrhardt im Rücken, außerdem habe Schwaikheim viel zu gewinnen, Fellbach nur zu verlieren. Klar sei: “Wir müssen defensiv anders auftreten. Vorne sind wir immer für ein, zwei Tore gut.“ Es müssten ja nicht immer gleich sechs zum Sieg nötig sein.

Relegation zur Kreisliga A I

TV Oeffingen II – TSV Miedelsbach (Sonntag, 11 Uhr, in Höfen-Baach). Die Oeffinger haben Relegationserfahrung. 2017 scheiterten sie als B-Ligist am TSV Haubersbronn, 2018 aber zogen sie als Meister in die Kreisliga A ein. Nun müssen sie den Platz über die Relegationsrunde verteidigen. Miedelsbach-Trainer Peter Hogh hatte die Oeffinger nach dem Sieg über die SV Remshalden II schon mal auf den Favoritenschild gehoben, aber auch gesagt: „Wir werden alles reinhauen.“

Relegation zur Kreisliga A II 

SV Steinbach II – Spvgg Unterrot (Sonntag, 14 Uhr, in Rudersberg). Im vergangenen Jahr ist der SV Steinbach II dem Aufstieg entkommen, weil er in der Schlussphase den Kader mit Team eins (frühzeitig Meister in der A I) getauscht hatte. Diesmal bietet die Relegation die letzte Möglichkeit.

Auch Urbacher Frauen in der Relegation

Die Urbacher Frauen bekommen eine letzte Chance, den Abstieg aus der Landesliga zu vermeiden. Durch den Rückzug des VfB Tamm rückten die Urbacherinnen auf den Relegationsrang und erwarten am Sonntag, 23. Juni, um 15 Uhr im Wittumstadion den Tabellenzweiten der Regionenliga 3, die SGM TSV Albeck/SV Ballendorf. Die Urbacherinnen haben zwar Heimrecht, aber die Gäste kommen mit dem Rückenwind von zwei Siegen in den ersten beiden Relegationsrunden. Der SC will dennoch alles geben, um sich in der Landesliga zu halten.

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