Rems-Murr-Fußball Warum der TV Weiler jetzt so stark ist

Es läuft bei Fabian Härer (hier gegen Zeljko Babic von Zrinski Waiblingen) und dem TV Weiler. Platz zwei punktgleich mit Tabellenführer TSV Schmiden – der am 20. Oktober in Weiler antritt. Foto: Ralph Steinemann

Was ist nur mit dem TV Weiler los? In der Saison 2018/19 ist er in der Fußball-Kreisliga A I kaum in Erscheinung getreten, jetzt ist er Zweiter, punktgleich mit Tabellenführer TSV Schmiden. Sechs Siege, eine Niederlage. Dabei ist der Kader fast unverändert. Der Aufschwung hat unter anderem etwas mit einem stürmenden Torwart zu tun.

Dennis Mayer kam bereits in der Rückrunde der vergangenen Saison von der SG Schorndorf zurück zum TVW. Er spielte in der zweiten Mannschaft – als Stürmer. Dort fiel er TVW-Trainer Roland Sandmeyer (66) auf, der ihn in die erste Mannschaft holte – als Stürmer. Mittlerweile steht er zwar wieder im Tor, doch Sandmeyer schließt nicht aus, dass er Mayer auch mal wieder zum Toreschießen aufstellt.

Da der Trainer dazu aber auch noch einige andere hat (beispielsweise Philipp Klodt, vier Treffer), bleibt Mayer im Kasten, wo er mindestens genauso wichtig ist. 65:61 Tore lautete das Weilermer Torverhältnis im vergangenen Jahr. Aktuell sind es 18:4.

Trainer Sandmeyer: „Wir haben Gegentore gefressen“

Die deutlich geringere Anzahl an Gegentoren jedoch sei nicht ausschließlich das Verdienst von Mayer. „Die Mannschaft legt gerne den Vorwärtsgang ein“, sagt der Trainer. In der zurückliegenden Spielzeit habe sie zudem „oft sehr sorglos gespielt“. Das Ergebnis waren viele Treffer – auf beiden Seiten. Sandmeyer drückt es drastisch aus: „Wir haben Gegentore gefressen.“ Da die zweite Mannschaft die gleichen Vorlieben pflegte, setzten sich Sandmeyer und Kollege Heiko Bauer zusammen und beschlossen „mehr Konzentration auf die Defensive“.

Das bedeute nun nicht etwa, zu mauern. „Aber wir müssen die richtige Balance finden.“ Das scheint gelungen zu sein, auch bei der zweiten Mannschaft. Die ist Dritter der Kreisliga B IV – mit 24:6 Toren.

Die defensivere Ausrichtung allerdings sei nicht der einzige Grund für das deutlich bessere Ergebnis bisher. „Ich habe in der letzten Saison weit über 30 Spieler eingesetzt“, sagt Sandmeyer. Jetzt fehlen ihm zwar die Langzeitverletzten Benjamin Kurz (Mittelfeld) und Pirmin Liepold, doch der Trainer hat bisher in allen Spielen eine fast identische Elf auflaufen lassen. In Stetten aber fehlte Innenverteidiger Philipp Riedlinger (auch einer, der die Rückrunde 18/19 gefehlt hat), schon ging’s schief: 0:2. Allerdings, sagt Sandmeyer, „haben wir Chancen genug gehabt“. Ein Unentschieden wäre gerechter gewesen.

Auf Platz eins jedoch, so Sandmeyer, schiele der TVW ohnehin nicht. Ziel sei, zum einen weniger Gegentore zu bekommen und nicht, wie im Vorjahr, gegen Topmannschaften gut, gegen untere aber schlecht zu spielen. „Mal schauen, wohin uns das trägt.“

Noch eine Woche bis zum Spitzenspiel

Am Sonntag trägt’s die Weilermer zum TSV Schwaikheim II, Zweitplatzierter der vergangenen Saison. Sandmeyer erwartet „ein enges Spiel“. Eines, das er nicht verlieren will, denn nur eine Woche später steht ein noch interessanteres Duell an: Dann ist Tabellenführer TSV Schmiden in Weiler zu Gast und es geht womöglich um die Tabellenführung.


Die Situation beim TV Weiler

Der TV Weiler belegte in der Saison 2018/19, der ersten unter Roland Sandmeyer, Platz neun. In der Rückrunde (nur 14 Punkte) fehlten allerdings einige Spieler wegen Verletzungen.
Aktuell stehen nur Benjamin Kurz und Pirmin Liepold nicht zur Verfügung, und das langfristig. Vor allem Liepolds Fehlen schmerze. Sandmeyer: „Ein technisch hoch veranlagter Spieler, der auf vielen Positionen eingesetzt werden kann.“

Zwei andere haben sich jetzt erst in die vorderste Reihe gespielt: Benedikt Schulz, zuvor eher selten im Einsatz, wurde zum Innenverteidiger (an der Seite von Philipp Riedlinger) umfunktioniert „und spielt das klasse“. Mario Zwissler (19) habe auch niemand auf dem Zettel gehabt. Sandmeyer machte ihn zum Stürmer. Zwissler sei unglaublich schnell und bringe, wenn er eingewechselt wird, immer frischen Schwung ins Team.

Mit 18 Punkten steht der TVW punktgleich mit dem Spitzenreiter TSV Schmiden auf Platz zwei. Am 20. Oktober ist der TSV zu Gast in Weiler.

Die erfolgreichsten Torschützen sind bisher: wie eigentlich immer Philipp Klodt (4), dazu noch David Nagler und Tolga Selvi (jeweils drei).

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