Rems-Murr-Kreis Betrugsmasche "falscher Polizist": Festnahme im Kreis

Symbolbild. Foto: pixabay.com (CC0 Public Domain)

Waiblingen.
Ein 23-jähriger Kroate und seine 16-jährige Begleiterin sind im Rems-Murr-Kreis festgenommen worden. Der Mann sitzt in Haft; er soll an Betrugsfällen im Zuge der Masche "falscher Polizist" beteiligt gewesen sein. Die beiden gehören mutmaßlich einer organisierten Bande an,  die für die Verwertung der Beute verantwortlich gewesen sein soll. Ihnen wird vorgeworfen, Schmuck oder Bargeld von Mittätern übernommen und an Hintermänner weitergegeben oder anderweitig verwertet zu haben, teilt das Landeskriminalamt mit. Die 16-Jährige ist gegen Haftauflagen auf freien Fuß gesetzt worden.

Beim Landeskriminalamt kümmert sich eine gesonderte Ermittlungsgruppe um diese Fälle. Der Festnahme gingen Ermittlungen voraus, die sich gegen eine international operierende Tätergruppe richten. Von Callcentern im Ausland aus rufen Betrüger in großem Stil ältere Menschen an und gaukeln ihnen vor, Schmuck und Wertgegenstände müssten zur Sicherheit abgeholt werden, da in der Nachbarschaft eingebrochen worden oder das Geld bei der Bank nicht sicher sei.

Der 23-Jährige und seine jugendliche Begleiterin waren aus dem Saarland angereist. Im Auto der beiden fand die Polizei mehrere tausend Euro Bargeld. Es handelt sich offenbar um Geld, das falsche Polizisten am 23. und 24. April in den Landkreisen Ludwigsburg und Heilbronn ergaunert hatten. Die Opfer sind bekannt; sie werden ihr Geld schnellstmöglich zurückbekommen, teilt das Landeskriminalamt weiter mit.

Zum Schutz vor falschen Polizisten gibt die Polizei folgende Tipps:

Die Polizei ruft niemals Bürger unter dem Polizeinotruf 110 an

Die Polizei verlangt niemals am Telefon, dass Bürger Geld oder Wertsachen zur Sicherheit herausgeben müssten

Wer einen verdächtigen Anruf dieser Art erhält, sollte sofort den Hörer auflegen, rät die Polizei. Hinweise darauf, dass etwas nicht stimmt, könnten sein: Die Anrufer fordern, das Telefonat und die Angelegenheit geheim zu halen. Es sei eine schnelle Entscheidung erforderlich und es sei nötig, Kontakt zu einer fremden Person aufzunehmen. Die Aufforderung, persönliche Daten, Bargeld, Schmuck oder Wertgegenstände herauszugeben, ist als sicheres Zeichen zu werten: Es handelt sich um einen Betrugsversuch. Der dringende Rat der Polizei: "Lassen Sie sich nicht am Telefon ausfragen. Geben Sie keine Auskünfte zu Ihren persönlichen und finanziellen Verhältnissen."

Betroffene sollten auf keinen Fall die Rückruffunktion am Telefon nutzen, da sie sonst wieder im Callcenter der Täter landen könnten. Stattdessen auflegen und dann die 110 währlen, um der echten Polizei vom verdächtigen Anruf zu berichten.

  • Bewertung
    14

Heute in Ihrer Tageszeitung

  • Waiblinger Kreiszeitung
  • Schorndorfer Nachrichten
  • Winnender Zeitung
  • Welzheimer Zeitung
Lust auf mehr?

Lesen Sie Ihre Zeitung immer und überall digital: Hier ePAPER-Angebote entdecken!