Rems-Murr-Kreis Coronavirus: Mundschutz wird zur Mangelware

Wird der Mundschutz bald auch in Deutschland häufiger auf der Straße zu sehen sein? Die Nachfrage jedenfalls ist groß. Foto: pixabay.com / Peggy_Marco

Rems-Murr-Kreis.
In Deutschland gibt es die ersten bestätigten Fälle des neuartigen Coronavirus. Auch im Rems-Murr-Kreis sind viele Menschen besorgt. Die DAK-Gesundheit schaltet deshalb eine Hotline. Medizin-Experten informieren über die neue Lungenkrankheit und die Gefahren einer Infektion.


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Corona-Viren verursachen bei Menschen verschiedene Krankheiten, von gewöhnlichen Erkältungen bis hin zu schweren Infektionen der unteren Atemwege und Lungenentzündungen. „Vor allem für Patienten, die an einer Vorerkrankung leiden, ist eine Infektion gefährlich“, sagt Martin Kieninger von der DAK-Gesundheit im Rems-Murr-Kreis. Eine weite Verbreitung der gefährlichen Viren in Deutschland könne man verhindern, wenn erste Krankheitsfälle früh erkannt und die betroffenen Patienten isoliert würden sowie durch das konsequente Einhalten von Hygienemaßnahmen. „Unsere Hotline trägt zur Aufklärung bei.“

Nachbestellungen sind derzeit nicht möglich

Das Bedürfnis nach Information ist ebenso groß wie die Angst vor einer Ansteckung. „Die Leute sind irritiert und manchmal auch panisch“, sagt Kathrin König, Inhaberin der Engel-Apotheke in Waiblingen. Seit circa zwei Wochen steige die Nachfrage nach Gesichtsmasken, einem sonst nur selten nachgefragten Produkt. Kunden wollten Mundschutz kaufen, um ihn ihren Angehörigen nach China zu schicken, Berufstätige wollten sich vor Reisen nach China versorgen. Es fragten aber auch Kunden Mundschutz nach, die nicht unmittelbar Verwendung dafür hätten. „Jeder nimmt das Risiko anders wahr und hat ein individuelles Bedürfnis nach Sicherheit“, sagt König. Inzwischen kann sie allerdings niemandem mehr Mundschutz verkaufen, denn ihre Regale sind leer. Das gilt sowohl für den klassischen Mundschutz aus mehrlagigem, feinporigem Papier als auch für Mundschutz mit FSP-2-Filter, der Pollen und Viren abhält. Nachbestellen ist zurzeit nicht möglich, sagt König: „Über den Großhandel ist nichts mehr lieferbar.“

Auch die Apotheke am Torturm in Winnenden hat keine Gesichtsmasken mehr. Eine Mitarbeiterin bestätigt die hohe Nachfrage. Wer sich noch schnell mit Mundschutz versorgen will, hätte zumindest gestern noch in Schorndorf mehr Glück gehabt. Doris Pflanzer verfügte in der Künkelin-Apotheke noch über Restbestände. Auch sie beobachtet seit einigen Tagen eine steigende Nachfrage. Eine ihrer Meinung nach wenig sinnvolle Vorsorgemaßnahme: „Man kann sich nicht an jeder Türklinke anstecken und muss hier im Rems-Murr-Kreis nicht mit Mundschutz herumlaufen, nur weil in München ein Infizierter im Krankenhaus liegt.“

Die beste Vorsorge ist Händewaschen

Gesichtsmasken sind laut Experten der Landesapothekerkammer Baden-Württemberg ohnehin eigentlich nicht zum Schutz vor Ansteckungen mit Viren gemacht. Sinnvoller ist es, wenn zum Beispiel ein Grippekranker einen Mundschutz trägt, um so andere Menschen vor einer Ansteckung zu schützen. „Die allgemeinen Hygieneregeln können vor Infektionen der Atemwege schützen. Diese Regeln sind bei allen Atemwegsinfekten gleich, egal ob man sich vor einer Erkältung, einer Grippe oder einer Infektion mit dem Coronavirus schützen will“, sagt Thomas Benkert, Vizepräsident der Bundesapothekerkammer. Wichtigste Maßnahme: Man sollte sich oft die Hände mit Wasser und Seife waschen, und zwar mindestens 20 Sekunden lang. „Man muss dafür nicht auf die Uhr sehen. Einfach zweimal das Lied ‚Happy Birthday‘ summen, das entspricht 20 Sekunden.“ Nach dem Waschen die Hände gründlich abtrocknen.

Sollte es in Baden-Württemberg Verdachtsfälle auf Coronavirus geben, können Proben ab sofort im Labor des Landesgesundheitsamts Baden-Württemberg im Regierungspräsidium Stuttgart untersucht werden. Seit Dienstagnachmittag stellt das Labor die Diagnostik für die Bestimmung des Coronavirus zur Verfügung.

Sie fragen, Experten antworten

Wer unsicher ist und Fragen zum Coronavirus hat, kann die Beratungs-Hotline der DAK nutzen. Wohin kann man sich wenden bei Verdacht auf eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus? Wie lange dauert es, bis nach einer Infektion mit einem Krankheitserreger die ersten Symptome auftreten? Was sind sinnvolle Hygienemaßnahmen? Wie wichtig ist ein Mundschutz? Diese und weitere Fragen beantworten Ärzte und Hygienefachleute am 31. Januar von 8 bis 20 Uhr. Das Serviceangebot unter der kostenlosen Rufnummer 0800 1111 841 können Kunden aller Krankenkassen nutzen.

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