Rems-Murr-Kreis Coronavirus: Bürger aus Kreis in häuslicher Quarantäne

, aktualisiert am 05.02.2020 - 18:23 Uhr
Symbolbild. Foto: ZVW/Benjamin Büttner

Rems-Murr-Kreis.
Neun Personen in Baden-Württemberg, die Kontakt zu einem mit dem Coronavirus Infizierten aus Bayern hatten, stehen derzeit unter Quarantäne. Die Pressestelle des Regierungspräsidiums bestätigt auf Nachfrage, dass sich unter den in Quarantäne Gestellten auch eine Person aus dem Rems-Murr-Kreis befindet. "Bisher sind alle bei den Personen durchgeführten Tests auf das Coronavirus negativ ausgefallen", erklärt die Leiterin des Landesgesundheitsamts (LGA), Dr. Karlin Stark. 

Ergebnis der Untersuchung für Donnerstag erwartet

Im Rems-Murr-Kreis sei bislang keine Erkrankungen am Coronavirus festgestellt worden. "Eine Person, die losen Kontakt zu einem Infizierten hatte, wurde vorsorglich zu Hause isoliert", sagt Martina Keck, Pressesprecherin des Landratsamtes. Im Labor des Landesgesundheitsamts wurden bisher 84 Proben vorsorglich untersucht – alle waren negativ. Die Person aus dem Rems-Murr-Kreis werde am Donnerstag untersucht. Mit dem Ergebnis der Untersuchung rechne man voraussichtlich im Laufe des Tages. Anfang nächster Woche wird, nach dem Ender der Inkubationszeit, das endgültige Ergebnis feststehen.

In den Hygieneplänen des Gesundheitsamts und der Rems-Murr-Kliniken sei ein grundsätzliches Vorgehen in solchen Fällen hinterlegt. Und was muss man sich eigentlich genau unter „häuslicher Isolation“ vorstellen? Martina Keck beschreibt es so: Die betroffene Person ist dazu angehalten, nicht das Haus zu verlassen, wird aber nicht eingeschlossen. Kontakt zu anderen ist prinzipiell durchaus noch möglich – der oder die „Isolierte“ muss dabei allerdings einen Mundschutz tragen. Das gilt zum Beispiel, wenn jemand Essen bringt, oder, wenn jemand vom Gesundheitsamt vorbeischaut.

Robert-Koch-Institut stuft Erkrankungsrisiko weiterhin als gering ein

Weil die Bevölkerung verunsichert sei und ein großes Bedürfnis an Informationen herrsche, hat das Landesgesundheitsamt eine Hotline eingerichtet, unter der Informationen zum Krankheitserreger, zum Verbreitungsgebiet, den Infektionsschutzmaßnahmen bei Verdachtsfällen und weitere Hinweise gegeben werden. Die Hotline ist werktags zwischen 9:00 und 16:00 Uhr unter der Telefonnummer 0711/904-39555 erreichbar. Auch auf der Internetseite des Robert-Koch-Instituts können Informationen eingeholt werden. Dort findet man auch eine umfangreiche Frage-und-Antworten-Liste.
Das Robert-Koch-Institut in Berlin stuft das Erkrankungsrisiko für die Bevölkerung in Deutschland weiterhin als gering ein. Die Lage sei jedoch dynamisch. Deshalb könne sich diese Einschätzung kurzfristig durch neue Erkenntnisse ändern.

In den Sozialen Netzwerken wurden und werden bewusst Falschmeldungen über das Coronavirus verbreitet. Kürzlich kursierte eine Falschmeldung in Esslingen. Unbekannte hatten mit einem gefälschten Screenshot der Website der Eßlinger Zeitung behauptet, dass es einen ersten Corona-Fall in Esslingen gegeben habe.

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