Rems-Murr-Kreis. Entwarnung: Kein Coronavirus-Fall im Kreis

, aktualisiert am 06.02.2020 - 16:08 Uhr
Für den Rems-Murr-Kreis gibt das Landratsamt Entwarnung: Die von der isolierte Person entnommene Probe sei negativ gewesen. Foto: ZVW/Benjamin Büttner

Rems-Murr-Kreis.
Nachdem am Mittwoch bekannt wurde, dass eine Person im Rems-Murr-Kreis wegen des Verdachts einer Coronavirus-Infektion "vorsorglich isolierten" wurde, gibt Martina Keck, Pressesprecherin des Landratsamts, am Donnerstagnachmittag (6.2.) Entwarnung. Das endgültige Ergebnis stehe fest: Die Probe, die bei der unter häusliche Quarantäne gestellten Person entnommen worden ist, sei negativ. Die Person stünde ab sofort nicht mehr unter Isolierung.  

Aktuell sind in Baden-Württemberg acht weitere Fälle bekannt, bei denen Personen Kontakt zu einer infizierten Person aus Bayern hatten. Sie wurden vorsorglich für 14 Tage unter häusliche Quarantäne gestellt. Diese Maßnahme sei laut Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung notwendig, um eine weitere Ausbreitung des neuartigen Coronavirus so weit wie möglich zu verhindern. Die Dauer zwischen einer Ansteckung und dem Auftreten der Krankheitszeichen betrage 14 Tage. In häuslicher Quarantäne könne man die Krankheitszeichen frühzeitig erkennen, notwendige Untersuchungen durchführen und gleichzeitig eine Ansteckung weiterer Personen verhindern.

Was bedeutet das für den Rems-Murr-Kreis?

Auf Nachfrage unserer Redaktion gab das Regierungspräsidium Stuttgart bekannt, dass die Ergebnisse der anderen acht unter häuslicher Quarantäne stehenden Personen aus Baden-Württemberg am Freitag bekannt gegeben werden. Solange das Ergebnis noch nicht feststehe, blieben diese Personen weiterhin in häuslicher Isolierung.

Zwischenzeitlich wurde bei einer weiteren Person aus Bayern der Erreger nachgewiesen. Das berichtet die Deutsche Presse Agentur am Donnerstag. Mit diesem Nachweis sei die Gesamtzahl in Deutschland nun auf 13 gestiegen. Das bayerische Gesundheitsministerium gab bekannt, dass der Erreger bei der Frau eines Infizierten aus Bayern nachgewiesen werden konnte. In den vergangenen Tagen sei bereits bekannt geworden, dass sich auch zwei Kinder des Paares angesteckt hätten. Sie seien nach Angaben der Ärzte symptomfrei. Auch der gesundheitliche Zustand des Vaters sei stabil. Die Familie befindet sich in einem Krankenhaus.

Doch was bedeutet das für die restliche Bevölkerung? Eine verunsicherte Leserin meldete sich nach unserer Berichterstattung und wollte Auskunft über den Wohnort der "vorsorglich isolierten Person" aus dem Kreis erhalten. Martina Keck, Pressesprecherin des Landratsamts Rems-Murr-Kreis erklärt, dass "aus Gründen der ärztlichen Schweigepflicht und des Datenschutzes" keine Angaben dazu gemacht werden können. Für den Rems-Murr-Kreis wird das Erkrankungsrisiko weiterhin als gering eingestuft. Besorgten Personen empfiehlt sie, sich auf der Homepage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung Informationen zu holen. Diese gibt Auskunft über die wichtigsten Fragen zum Coronavirus:

Wie wird das neuartige Coronavirus übertragen?

Das Virus wird von Mensch zu Mensch - über Sekrete der Atemwege – übertragen, etwa durch Husten oder Niesen. Wie leicht das Virus übertragen wird, ist derzeit noch unklar.

Wie kann ich mich vor einer Ansteckung schützen?

Wichtig ist, auf eine gute Handhygiene zu achten und die Husten- und Nies-Etikette einzuhalten. Zu Erkrankten sollte man einen Abstand von ein bis zwei Metern halten. In Anbetracht der Grippewelle sollt man diese Maßnahmen jedoch jederzeit befolgen.

Sie haben einen Verdacht, sie könnten infiziert sein? Das können sie tun:

Wenn sie in einem Risikogebiet, wie zum Beispiel in Wuhan, waren und innerhalb von 14 Tagen Symptome wie Fieber oder Atemwegsprobleme haben, sollten sie einen Arzt aufsuchen.
Wichtig ist: Rufen sie zuvor in der Praxis oder im Krankenhaus an. Schildern sie, dass sie in einer betroffenen Region waren oder Kontakt mit einer erkrankten Person hatten. Erklären sie, dass sie entsprechende Symptome (Fieber, Husten) aufweisen. Wenn sie engen Kontakt mit einer Person hatten, bei der das Coronavirus nachgewiesen wurde, sollten sie sich zusätzlich mit dem zuständigen Gesundheitsamt in Verbindung setzen. Die Kontaktdaten können sie auf dieser Seite des Robert-Koch-Instituts abfragen.

Wie lange dauert es, bis die Erkrankung ausbricht?

Derzeit gehe man davon aus, dass es bis zu 14 Tagen dauern kann, bis Krankheitszeichen nach einer Ansteckung auftreten.

Wie macht sich das Coronavirus bemerkbar?

Bei einer gewöhnlichen Coronavirus-Erkrankung treten meistens milde Erkältungszeichen wie Husten und Schnupfen in Erscheinung. Bestimmte Coronaviren können aber auch schwere Infektionen an den Atemwegen verursachen und zu einer Lungenentzündung führen.
Bei einem Teil der Erkrankten scheint das Coronavirus schwerere Auswirkungen zu haben. Einen tödlichen Ausgang hat das Virus allerdings bisher nur bei älteren Patienten oder bei solchen gehabt, die zuvor eine schwere Grunderkrankung hatten.

Welche Behandlungsmöglichkeiten stehen zur Verfügung?

Eine spezifische, das heißt gegen das neuartige Coronavirus selbst gerichtete Therapie gäbe es derzeit noch nicht. Je nach Schwere des Krankheitsbildes werden unterstützenden Maßnahmen ergriffen. Diese können darin bestehen, dass der Patient Sauerstoff erhält, sein Flüssigkeitshaushalt ausgeglichen wird oder gegebenenfalls Antibiotika zur Behandlung von bakteriellen Alternativ- oder Begleitinfektionen verabreicht bekommt.

Gibt es einen Impfstoff gegen das Coronavirus?

Momentan stehen keine Impfstoffe für eine Anwendung zur Verfügung. In klinischen Studien werden jedoch Impfstoffe gegen MERS-Coronaviren erprobt.

Ab wann macht es Sinn, einen Mundschutz zu tragen?

Es gibt keine hinreichenden Belege dafür, dass das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes das Risiko einer Ansteckung für gesunde Personen verringert.
Sollten sie an einer akuten Atemwegsinfektion erkranken und müssen sich im öffentlichen Raum bewegen, kann das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes sinnvoll sein. Dadurch verringern sie das Risiko, gesunde Personen durch Husten oder Niesen anzustecken. Wichtig hierbei: Der Mund-Nasen-Schutz muss korrekt sitzen, eng anliegen und nicht verschoben werden. Ist der Schutz durchfeuchtet, sollten sie ihn wechseln.

Wo bekomme ich weitere Informationen?

Auf der Internetseite des Robert-Koch-Instituts erhalten sie weitere (Fach-)Informationen zum neuartigen Coronavirus.
Aktuelle Einschätzungen zur Sicherheit von Reisenden in betroffene Regionen gibt das Auswärtige Amt.
Die Weltgesundheitsorganisation informiert darüber hinaus über die aktuelle Lage.


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