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Rems-Murr-Kreis Jugendliche Intensivtäter machen die Region unsicher

Backnang/Murrhardt/Aspach. Jugendliche Kriminelle machen seit Jahren den Norden des Rems-Murr-Kreises unsicher. Die Bevölkerung ist teils verunsichert, teils empört. Polizei und Justiz sind die Hände gebunden. Viele Straftaten können den Klein-Gangstern nicht nachgewiesen werden oder sie sind noch strafunmündig. Schlüsselrollen spielen ein junger Kosovare und ein ganzer Roma-Clan.

Die Meldungen über Straftaten, die von kriminellen Kids in Backnang, Aspach, Murrhardt, Oppenweiler und Weissach im Tal begangen worden sein sollen, reißen nicht ab. Wieder einmal Jugendliche stehen im Verdacht, am vergangenen Montag, 4. Juli, in einem Kindergarten im Heininger Weg in Backnang die Geldbörse einer Erzieherin entwendet zu haben. Während sich die 14-jährige Diebin gegen 13.30 Uhr in den Kindergarten in einen Gruppenraum begab und dort die Geldbörse entwendete, stand ihr 15 Jahre alter Komplize draußen wohl Schmiere. Die beiden nutzten dabei wohl die Zeitphase aus, in die Kinder von ihren Eltern abgeholt werden. Die Diebin wurde noch im Kindergarten von einer Erzieherin gesehen und angesprochen, verließ dann aber nach einem Vorwand die Einrichtung und flüchtete mit dem 15-Jährigen. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen, diese dauern an. Soweit der Polizeibericht.

Die Aspacher Roma-Connection

Beim Polizeipräsidium Aalen hat man die kriminellen Jugendlichen aktenmäßig grob in zwei Gruppen eingeteilt, eine Backnanger und eine Murrhardter Gruppe. Die größere kriminelle Jugendgruppe ist im Backnanger Raum unterwegs. „Sie schwänzen die Schule, lungern herum. Teile der Gruppe gehen täglich auf Streifzüge, klappern in Parkhäusern und in Straßenzügen systematisch die Autos ab. Wenn sie unverschlossen sind, werden Handys und andere Wertsachen geklaut“, erläutert ein Polizeisprecher. „Oder aber sie schauen, wo Garagen oder Gartenhäuser offen sind und was zu holen ist. Sie gehen in Arztpraxen, in Seniorenheime, Kindergärten, Turnhallen und Schulen und so weiter rein und durchwühlen Jacken und Taschen. Klauen, was nicht niet- und nagelfest ist.“ Die kriminelle Jugendgruppe im Backnanger Raum besteht aus rund 15 Leuten im Alter zwischen 14 und 23. Viele stammen vom Balkan (Albanien, Kosovo, Serbien-Montenegro), haben zum Teil aber portugiesische, ungarische und deutsche Pässe. Einige Deutsche sind jedoch auch darunter. Zwei der Gruppe sind bereits in Haft, ein 17-jähriger Deutscher und ein 16-jähriger Rom mit serbisch-montenegrinischen Pass. Die Liste ihrer Straftaten ist lang, die der nachweisbaren und nicht nachweisbaren.

Die Murrhardter Kosovaren-Connection

Die im Vergleich zur „Backnanger Gruppe“ kleinere, aber ebenso kriminell umtriebige Murrhardter Gruppe sei den bisherigen Erkenntnissen nach ein eher loser Zusammenschluss von rund fünf Jugendlichen – zwei Deutsche, ein Kroate und ein Grieche; die Hauptrolle spiele ein chronisch renitenter, bislang nicht strafmündiger Kosovare, der vor wenigen Monaten nun 14 Jahre alt und strafmündig geworden ist. Er hat bereits ungezählte Straftaten begangen. Weit mehr als 100 Einträge soll seine Polizeiakte haben. Alle Versuche von Polizei, Justiz und Jugendamt, ihn zu einem Unrechtsbewusstsein zu bewegen und zu (re)sozialisieren, schlugen bislang fehl. Auf Facebook prahlte er auch schon mal mit seinen Unternehmungen, hört gerne Gangster-Rap und macht auch sonst auf Bandenboss.

Den detaillierten Bericht dazu lesen sie in der Donnerstagsausgabe unserer Zeitungen sowie in unserem Epaper.

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