Rems-Murr-Kreis Silberreiher bleiben über den Winter im Kreis

Dieser Silberreiher hat sich am Aichstrutsee auf einem Baum ausgeruht. Foto: ZVW/Joachim Mogck

Rems-Murr-Kreis.
Der Name legt schon nahe, dass sie was ganz Besonderes sind: Die großen, wunderschönen Vögel heißen „Silberreiher“. Tatsächlich aber sind sie strahlend weiß, haben graue bis schwarze lange Beine und einen sehr spitzen und ziemlich langen Schnabel, der im Winter gelb leuchtet. Sie sind ein echter Hingucker. Und tatsächlich in der kalten Jahreszeit auch im Rems-Murr-Kreis zu entdecken: Jener, der auf dem Foto so elegant auf einem Ast balanciert, hatte sich offenbar den Aichstrutsee und dessen Ufer als Tagesdomizil ausgesucht.

Von ungefähr drei bis fünf Tieren habe er in diesem Winter in der Gegend zwischen Urbach und Lorch schon erfahren, sagt Jörg Daiss vom Nabu Schorndorf. Dort würden sie sich üblicherweise zum Schlafen treffen. Die Tiere lieben die Gemeinschaft. Tagsüber würden sie sich dann, sagt Daiss, verteilen. Sie fliegen bis Welzheim oder Backnang. Und eben auch zum Aichstrutsee. Dort, an Gewässerrändern und auf Feldern, gehen sie auf Nahrungssuche. Das machen sie ganz genauso wie ihre etwas weniger strahlenden Verwandten, die Graureiher. Sie stehen wie erstarrt im Gelände und warten darauf, dass sich eine unvorsichtige Maus aus dem Loch wagt. Am Gewässer wird Jagd auf Fische gemacht. Amphibien fehlen im Winter auf dem Speiseplan, die haben sich ja in die Starre verzogen.

Silberreiher bevorzugen beim Schlafen wie auch beim Brüten die Gemeinschaft

Die ersten Silberreiher, sagt Daiss, tauchen im Oktober bei uns auf. Dann bleiben die Tiere bis März oder sogar April hier. Kommt die Brutzeit, verlassen sie aber das schöne Remstal. Die Natur bietet nicht das, was die großen Vögel brauchen.

Silberreiher brüten – anders als Graureiher, die ihre Nester in den Bäumen bauen – im Schilfgürtel von Gewässern. Da die Tiere wie beim Schlafen auch beim Brüten die Gemeinschaft bevorzugen und teilweise große Kolonien bilden, muss der Schilfgürtel ausgedehnt sein. Silberreiher wollen richtige „Röhricht-Landschaften“, die sie beispielsweise in Holland, meistens jedoch in Osteuropa finden. So ein bisschen Ufer wie beim Aichstrutsee reicht leider überhaupt nicht aus.

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