Rems-Murr-Kreis So schützen Sie Fahrräder vor Diebstahl

Billigschlösser sind leicht geknackt. Foto: Fuhrmann / Fotolia

Waiblingen. Hochwertige Fahrräder gelten als „begehrtes Diebesgut“, warnt die Polizei. Etwa jedes sechste gestohlene Fahrrad war ungesichert abgestellt. Diebstähle aus Garagen oder Kellern kommen zwar auch vor – aber nur selten. Die gute Nachricht: Fahrräder lassen sich wirksam vor Diebstahl schützen.

„Vor allem Abschreckung schützt vor Fahrradklau“: Stabile Bügelschlösser und Panzerkabel nennt die Polizei-Beratung auf ihren Infoseiten als Mittel der Wahl. Billigschlösser taugen nichts, und auch bei den schweren Schlössern und Ketten sollten Fahrradbesitzer auf geprüfte Qualität achten, empfiehlt die Polizei dringend. Sie rät zu Schlössern, die aus durchgehärtetem Spezialstahl hergestellt und mit einem massiven Schließsystem ausgerüstet sind. Welche Schlösser den Anforderungen entsprechen, listet der Verband der Schadensversicherer (VdS) in einem gesonderten Verzeichnis auf. In der Produktdatenbank unter www.vds-home.de sind geeignete Schlösser aufgelistet.

Das beste Schloss nützt allerdings nichts, wenn der Besitzer das Fahrrad damit nur abgeschlossen, aber nirgends angeschlossen hat: Dann lässt sich das Rad ganz einfach wegtragen. Auch Vorder- und Hinterrad sollten angeschlossen oder mit codierten Verschraubungen versehen sein, die sich nur mit einem passenden Zentralcodeschlüssel öffnen lassen.

Fahrräder in Garagen oder Kellern relativ sicher

Fest installierte Fahrradbügel sind natürlich am besten geeignet, um ein Rad daran anzuschließen – nur sind sie nicht überall zu finden. Die Arbeitsgemeinschaft Fahrrad- und Fußgängerfreundlicher Kommunen in Baden-Württemberg zeigt Wege, wie eine Stadt oder Gemeinde den Radverkehr wirksam fördern kann. Sichere Fahrradparkplätze spielen außer gut ausgebauten Fahrradwegen natürlich auch eine Rolle. Die Stadt Waiblingen hat jüngst beschlossen, am Bahnhof einen Fahrradturm zu bauen, der Ende dieses Jahres fertig werden und Platz für 120 Fahrräder bieten soll.

In privaten verschließbaren Räumen wie Garagen oder Kellern sind Fahrräder relativ sicher; laut Polizei entfällt nur ein sehr geringer Anteil an den Fahrraddiebstählen auf Klau aus solchen Gebäuden. Christian Peter zählt insofern zu den Ausnahmen: Anfang des Monats ist ihm ein Mountainbike aus einer Tiefgarage eines Mehrfamilienhauses in Backnang-Maubach gestohlen worden. Ein zweites Rad derselben Marke, das direkt neben seinem Bike stand, fehlt ebenfalls, berichtet Christian Peter. Er hatte das Rad angeschlossen, allerdings nicht mit einem Sicherheitsschloss. Christian Peter geht davon aus, dass der Dieb sich in die Garage geschlichen hat, als grade ein Auto ein- oder ausfuhr und sich das Tor deshalb öffnete.

Christian Peters Mountainbike, 500 Euro wert, wie er sagt, ist bisher nicht wieder aufgetaucht. Allzu viele Hoffnungen sollte sich der Backnanger nicht machen: Die Aufklärungsquote ist gering; beispielsweise Einbrüche verfolgt die Polizei mit höherer Intensität als Fahrraddiebstahl.

Mountainbikes im Wert von 150 000 Euro aus Fellbacher Geschäft gestohlen

Reporter der Sendung Panorama haben vor einiger Zeit eine Spur bis nach Litauen verfolgt: Auf einem großen Flohmarkt fand sich dort eine Vielzahl von Rädern, deren deutsche Herkunft leicht anhand von Händleraufklebern nachzuvollziehen war.

Mit dem Ziel Osteuropa dürften auch Diebe verschwunden sein, so wurde seinerzeit gemutmaßt, die im Mai 2017 aus einem Fellbacher Geschäft Edelmarken- und Elektro-Mountainbikes im Wert von 150 000 Euro gestohlen hatten. Der Fall ist nach wie vor nicht aufgeklärt.

Solche Einbrüche in großem Stil kommen nicht so häufig vor – während Fahrradklau in der Stadt, vorm Freibad oder vor Schulen ein Dauerärgernis ist. Fahrradfreunden bleibt nichts anderes übrig, als alle Möglichkeiten auszuschöpfen, die ihr Rad vor Diebstahl schützen können. Die Codierung zählt dazu. Versicherungen, Fahrradhändler oder Vereine gravieren eine Kombination aus Buchstaben und Ziffern in den Rahmen, die Rückschlüsse auf den rechtmäßigen Eigentümer zulässt. Solch eine Codierung lässt sich nur sehr schwer entfernen und macht ein Fahrrad für Diebe unattraktiv – zumindest ist das die Hoffnung.

Räder lieber nicht an einsamen Plätzen abstellen

„Notieren Sie alle wesentlichen Informationen Ihres Fahrrads wie Rahmennummer, Fabrikat und besondere Merkmale in einem Fahrradpass“ – das ist einer der Tipps, die der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) parat hat. Ferner warnt der Verein davor, Räder an einsamen Plätzen oder in schlecht einsehbaren Straßen abzustellen oder sie an der immer gleichen Stelle stundenlang stehen zu lassen: Diebe wissen dann genau, wann sie sich ungestört an ihre Beute heranmachen können.

Versteckte Sender am Rad nennt die Polizei als weitere Möglichkeit, Diebe zu stoppen. Diese GPS-Tracker generieren eine SMS, sobald das Rad bewegt wird, und sie informieren den Besitzer darüber, wo sich sein Rad befindet.


Weniger Diebstähle

Die Zahl der Fahrraddiebstähle im Rems-Murr-Kreis ist im vergangenen Jahr zurückgegangen: 504 Fälle meldet die Polizei. Das entspricht einem Rückgang von gut zehn Prozent im Vergleich zu 2017.

  • Bewertung
    21
Der ZVW Morgen-Newsletter

Gut informiert in den Tag starten. Einfach kostenlos anmelden.

Heute in Ihrer Tageszeitung

  • Waiblinger Kreiszeitung
  • Schorndorfer Nachrichten
  • Winnender Zeitung
  • Welzheimer Zeitung
Lust auf mehr?

Lesen Sie Ihre Zeitung immer und überall digital: Hier ePAPER-Angebote entdecken!