Rems-Murr-Kreis und Region Trickbetrüger haben 2019 schon über eine Million Euro erbeutet

Symbolbild. Foto: Pixabay/CC0 Public Domain

Waiblingen. Trickbetrüger haben im laufenden Jahr im Bereich des Polizeipräsidiums Aalen bereits mehr als eine Million Euro erbeutet - alleine mit den Maschen "Enkeltrick" und "Falsche Polizeibeamte".

"Die Serie von Betrugsversuchen durch falsche Polizeibeamte und dem sogenannten Enkeltrick nimmt nicht ab." Mit diesen Worten beginnt eine aktuelle Pressemitteilung des Polizeipräsidiums in Aalen, das auch für den Rems-Murr-Kreis zuständig ist. Demnach gingen alleine seit Montag knapp 40 Anzeigen, überwiegend aus dem Ostalbkreis und dem Rems-Murr-Kreis, über Anrufe von falschen Polizeibeamten ein.

So funktioniert die Masche "Falsche Polizeibeamte"

Bei der Masche "Falsche Polizeibeamte" werden vor allem ältere Personen angerufen. Oftmals geben sich die Betrüger am Telefon als Kriminal- bzw. Polizeibeamte aus und informieren die angerufene Person über einen erfundenen Einbruch in der Nachbarschaft. Bei der Festnahme der Täter sei eine Notiz mit der Anschrift des Angerufenen aufgefunden worden. Um zu verhindern, dass die Einbrecher bei ihr ebenfalls zuschlagen, wird die Person daher aufgefordert, ihr gesamtes Bargeld und Wertgegenstände an die Polizei zur sicheren Verwahrung zu übergeben. Dazu werde ein Kollege oder eine Kollegin beauftragt, die vereinbarten Wertgegenstände abzuholen.

Auf 565 000 Euro beziffert das Polizeipräsidium in Aalen den Schaden durch falsche Polizeibeamte alleine in diesem Jahr - und stellt klar: "Beachten Sie, dass die Polizei Sie [...] niemals um Geldbeträge bittet oder Auskunft zu Ihren Vermögensverhältnissen verlangt!" 

So funktioniert die Masche "Enkeltrick"

Bei der Enkeltrick-Masche geben sich die Betrüger am Telefon als Verwandte, meist Kinder oder Enkelkinder der Betroffenen, aus. Sie geben an, dringend eine hohe Geldsumme, zum Beispiel für einen Hauskauf oder eine Notlage, zu benötigen. Auch hier wird angekündigt, dass das Geld von einem Notar oder einem Freund abgeholt wird.

Die Betrüger haben damit immer wieder Erfolg: 505 000 Euro konnten Enkeltrickbetrüger in diesem Jahr bereits im Bereich des Polizeipräsidiums Aalen erbeuten. Zuletzt wurde am 28 Oktober ein 65-jähriger Mann aus Welzheim auf diese Weise um 36 000 Euro betrogen.

So können Sie sich schützen

  • Seien Sie misstrauisch, wenn sich jemand am Telefon nicht selbst mit Namen vorstellt.
  • Vergewissern Sie sich, ob der Anrufer wirklich ein Verwandter ist: Rufen Sie die jeweilige Person unter der bisher bekannten und benutzten Nummer an und lassen Sie sich den Sachverhalt bestätigen.
  • Kontaktieren Sie bei geringstem Zweifel Angehörige, Freunde oder die Polizei und holen Sie sich Rat.
  • Übergeben Sie niemals Geld an unbekannte Personen.
  • Klären Sie vor allem ältere Familienmitglieder über die Tricks der Betrüger und die Betrugsmasche auf.
  • Informieren Sie sofort die Polizei über die 110, wenn Ihnen ein Anruf verdächtig vorkommt.
  • Wenn Sie Opfer geworden sind: Wenden Sie sich an die Polizei und erstatten Sie Anzeige.
  • Jemand behauptet, er wäre Polizist? Lassen Sie sich immer einen Dienstausweis zeigen.
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