Rems-Murr-Kreis Warum die "Soko Stuttgart" so gern im Rems-Murr-Kreis dreht

Am Set in Rommelshausen: Soko-Kommissar Jo Stoll (Peter Ketnath) und seine Praktikantin Sara Chérif (Amina Merai). Foto: ZVW/Alexandra Palmizi

Rems-Murr-Kreis.
Fernsehteams zieht es für ihre Dreharbeiten immer wieder in den Rems-Murr-Kreis. Tatort-Kommissar Sebastian Bootz ermittelte unter anderem bereits am Winnender Klinikum. Rommelshausen, Murrhardt und Weinstadt-Strümpfelbach wurden in diesem Jahr zu Drehorten für die aktuelle Staffel der ZDF-Krimireihe "Soko Stuttgart". Die Folge mit Szenen aus Rommelshausen wird am Donnerstag (19.12.) im TV zu sehen sein. Aber warum ist der Rems-Murr-Kreis als Drehort so beliebt? "Soko Stuttgart"-Produktionsleiter Rolf Steinacker kennt die Vorteile.

Dreharbeiten in der Stuttgarter Innenstadt, dem eigentlichen Spielort der Krimiserie, gestalten sich immer häufiger als schwierig. Vorallem die Parksituation macht Steinacker und seinen Kollegen das Leben schwer. "Wenn wir kommen, dann müssen wir erstmal alle abschleppen lassen, weil sich keiner an die Parkverbote hält", erklärt er. Das Team reist mit einem Gelenkbus, drei 7,5-Tonnern und mehreren Sprintern zum Dreh an. Weil in der Stadt ohnehin immer viel los sei, seien die Anwohner dann oft genervt vom Filmteam. Ganz anders sei das in den Nachbarkreisen. "Da stören wir nicht so. Im Gegenteil: Die Leute freuen sich noch, wenn wir kommen", sagt Steinacker. "Wir greifen nicht so sehr ins Leben der Leute ein. Und wir haben auch viel mehr Platz für die Fahrzeuge."

Wiederholungstäter: Strümpfelbach und Murrhardt

Der Platz für die Fahrzeuge war unter anderem ein Kriterium, das am Ende für erneute Dreharbeiten in Strümpfelbach sprach. Schon 2013 wurde hier eine Soko-Folge gedreht. Für die Dreharbeiten im Oktober hatte der Szenenbildner Uhingen im Kreis Göppingen und Strümpfelbach als Drehorte vorgeschlagen. Steinacker, der sich als Stuttgarter gut in der Region auskennt, und Regisseur Rainer Matsutani machten sich vor Ort ein Bild. Der Produktionsleiter erinnerte sich an die vorherigen Dreharbeiten in Strümpfelbach. "Da wussten wir gleich: hier parken wir die Fahrzeuge, hier regeln wir die Ampel anders."

Im ländlichen Raum sei es manchmal auch einfacher, an eine Drehgenehmigung zu kommen. So auch in der Villa Franck in Murrhardt, die nach 2015 ebenfalls wiederholt zum Drehort wurde. Die Villa sei ein "richtiger Glücksgriff", nahezu perfekt, so ein Haus finde man nicht mehr, schwärmt Steinacker von dem Jugendstil-Gebäude. "In vergleichbare Gebäude im Kreis kommt man kaum rein." Und falls doch, seien die Gebäude oft innen modernisiert. Um dann einheitliche Aufnahmen zu bekommen, muss man die Innenaufnahmen an einem anderen Ort drehen, was mehr Aufwand und damit auch mehr Kosten bedeutet.

Postbote im 4,5-Millionen-Haus

Große Gebäude wie die Villa Franck eignen sich ohnehin besonders gut für Filmdrehs. In einen Raum müssen schließlich nicht nur die Schauspieler, sondern auch Technik, Kamera, Ton und Regie passen. So kann es hin und wieder vorkommen, dass die Wohnverhältnisse der Rollen in der Serie nicht ganz realistisch sind. "Da wohnt dann der Postbeamte in einem Haus, das so in Stuttgart locker 4,5 Millionen Euro kosten würde", sagt Steinacker und lacht. Einfamilienhäuser im ländlicheren Raum eignen sich besser als Mehrfamilienhäuser in der Stadt, weil man sich mit weniger Nachbarn absprechen muss. Schließlich muss beim Dreh absolute Ruhe herrschen. Niemand darf durchs Treppenhaus poltern oder mit den Türen knallen.

Filmwelt und Realität stimmen auch in der Folge am Donnerstag aus Kernen nicht ganz überein. Was in Wirklichkeit das Kommissionslager des Weinhändlers Wilhelm Kern ist, ist in der Soko-Folge der fiktive Getränke-Service "Gegen den Durst". "Da haben wir aus der Weinhandlung eine Getränkehandlung gemacht. Es hätte aber auch eine Schraubenfabrik werden können, solange es mit der Handlung funktioniert." Wie spannend diese Handlung ist, können Zuschauer am Donnerstag um 18 Uhr im ZDF verfolgen.


Die weiteren Rems-Murr-Folgen

Die Folge 267 "Geisterjagd" mit Szenen aus Strümpfelbach wird voraussichtlich am 12. März ausgestrahlt. Die Folge 261 "Heilers Tod" aus der Villa Franck in Murrhardt ist am 30. Januar zu sehen.

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