Rems-Murr-Kreis Was tun bei Schäden nach dem Sturmtief?

In der Waiblinger Altstadt erwischte „Sabine“ diesen Blumenkübel. Foto: Büttner Foto: ZVW/Benjamin Büttner

Rems-Murr-Kreis.
Die Schäden sind noch nicht abschätzbar, die der Sturm „Sabine“ hinterlassen wird. Ob die Versicherungen haften, hängt aber nicht zuletzt von der Windstärke ab. Wie das Internetportal wetteronline.de mitteilt, fegt „Sabine“ seit Sonntag über West- und Mitteleuropa mit Böen bis 150 km/h hinweg. Schäden durch umstürzende Bäume und fliegende Gegenstände sind die Folge. Das kann für die Geschädigten richtig teuer werden. „Die Versicherung zahlen für Sturmschäden in der Regel ab Windstärke 8, was einer Windgeschwindigkeit von mehr als 62 Stundenkilometern entspricht. Für den Nachweis kann man zum Beispiel das Archiv der aktuellen Windspitzen von WetterOnline nutzen.“, erklärt Matthias Habel, Pressesprecher und Meteorologe von Wetterlonline.

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Für Schäden am Gebäude komme die Wohngebäudeversicherung auf, wie zum Beispiel zerborstene Glasscheiben oder abgedeckte Dächer. Für Schäden am Auto erstattet die Teilkaskoversicherung in der Regel die kompletten Kosten für verbeultes Blech oder kaputte Scheiben am Auto. Bei Schäden an der Wohnungseinrichtung ist die Hausratsversicherung am Zug. So zum Beispiel, wenn Möbel oder Haushaltsgeräte durch Blitzschlag oder infolge einer zerborstenen Scheibe beschädigt wurden.

Stürzt ein gesunder Baum aufs eigene Haus, zahlt in der Regel die eigene Wohngebäudeversicherung den Schaden. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um den eigenen Baum oder den eines Nachbarn handelt. Anders sieht es aus, wenn der Baum bereits einen Vorschaden hatte.

Kleine Schäden sollten sofort selbst behoben werden

Die Ergo-Versicherung empfiehlt, baldmöglichst die Sturmfolgen zu sichten, kleine Schäden sofort zu beheben und die Gebäudeversicherung zu kontaktieren. Sobald der Sturm abgeklungen sei, könnten Betroffene ihr Haus begutachten, um mögliche Schäden und Gefahrenquellen zu entdecken, heißt es in einer Pressemitteilung: Sind Balkontüren und Fenster in Ordnung, sitzen die Leitungen der Blitzschutzanlage noch fest auf dem Dachfirst, haben Äste und Bäume die Regenrinnen gelockert? Auch eine „Sichtprüfung“ des Hausdachs gehört zu den ersten wichtigen Maßnahmen. Das heißt, das Dach von der Straße, vom Dachfenster oder dem Balkon aus begutachten, ohne es zu betreten. Empfohlen wird, alle festgestellten Schäden zu fotografieren. Wer in der Umgebung unmittelbare Gefahrenquellen entdeckt - wie zum Beispiel einen auf die Straße gestürzten Baum -, sollte diese umgehend durch die Feuerwehr beseitigen lassen, um sich und andere nicht zu verletzen.

Kleinere Schäden wie zerstörte Fensterscheiben sollten Betroffene sofort provisorisch beheben, um so mögliche Folgen wie eindringendes Regenwasser zu verhindern. Wichtig: Mit den allgemeinen Aufräum- und Reparaturarbeiten oder der Beauftragung eines Handwerkers unbedingt warten, bis die Versicherung beziehungsweise ihr zuständiger Schadensermittler den Schaden begutachtet hat.

Versicherer kontaktieren: Betroffene sollten ihre Wohngebäudeversicherung direkt nach der ersten Sichtung der Schäden kontaktieren. Dafür sind folgende Angaben notwendig: Eine möglichst genaue Beschreibung der Schäden, deren Umfang - beispielsweise vier Fenster im Erdgeschoß, eines im ersten Stock - und die ungefähre Schadenshöhe. Die Fotos der Sturmschäden dienen als eindeutiger Nachweis und unterstützen bei der Einschätzung der Schadenshöhe. Außerdem sollten beschädigte Gegenstände nicht vorschnell entsorgt, sondern zum Schadensnachweis aufbewahrt werden. Wichtig dabei ist, dass die Gefahr „Sturm“ explizit in der Wohngebäudeversicherung mitversichert sein muss. Um eine schnelle Ersatzleistung zu gewährleisten, gibt es bei vielen Versicherern auch die Möglichkeit, Schäden direkt online zu melden.

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