Rems-Murr-Kreis Wohin mit den alten Rauchmeldern?

Hochwertige Rauchmelder haben eine Lebensdauer von etwa zehn Jahren. Danach müssen sie in den Elektroschrott. Foto: Fotolia.com/secudo/akz

Waiblingen. Mülltrennung – eine Wissenschaft für sich. Das in die gelbe Tonne, das in die schwarze und das womöglich in ein ganz eigenes System, weil irgendwelche Wert- oder Gefahrenstoffe eingebaut sind. Wer soll da noch durchblicken? Wohin auf die Schnelle zum Beispiel mit kaputten und ausgedienten Rauchmeldern?

Rauchmelder sind längst gesetzlich vorgeschriebene Pflicht: Seit 2013 müssen sie bei uns in Neubauten installiert sein, seit Ende 2014 auch in Altbauwohnungen. Wer sich beispielsweise an den Empfehlungen der Stiftung Warentest orientiert, hat Rauchmelder mit fest eingebauter Langzeitbatterie an die Decken geschraubt. Die Batterien halten zehn Jahre, danach muss der gesamte Rauchmelder ausgetauscht werden.

Mülltrennung ist eine Kunst für sich

Die Abfallwirtschaft Rems-Murr rechnet also in den kommenden Jahren mit einer steigenden Zahl von alten Rauchmeldern, die weggeworfen werden müssen. Doch wohin? Alte Rauchmelder gehören weder in die schwarze noch in die gelbe Tonne. Jene, die festeingebaute Batterien haben, schon gar nicht. Doch auch die günstigeren Varianten mit Batterien, die gewechselt und getrennt entsorgt werden können, haben im normalen Müll nichts verloren. Rauchmelder sind Elektronikschrott, wie beispielsweise ein alter Föhn, der Toaster oder ein CD-Player.

„Elektroaltgeräteverwertung“ heißt das Zauberwort und los wird der Verbraucher seine ausgedienten Teile zum Beispiel beim Händler, der das aber meistens nur gern macht, wenn er gleichzeitig ein neues Gerät verkauft (siehe „Zurück zum Händler“). Doch man kann auch den Weg zur Deponie oder zum Recyclinghof einschlagen. Damit allerdings ist’s dort nicht getan: Hat der Rauchmelder eine herausnehmbare Batterie, muss diese aus dem Gerät auch wirklich raus und ins Batterien-Sammeleimerchen. Die Plastikhülle mit Technikinnenleben kommt dann zu den Kleingeräten, genannt „Sammelgruppe 5“.

Kann die Batterie nicht einfach so durch eine Klappe herausgenommen werden, muss der gesamte Rauchmelder in eine eigene Sammelkiste, eine sogenannte „Paloxe“, wie’s von der Abfallwirtschaft heißt. Die ist dann nur für batteriebetriebene Geräte.

Aufwendige Anlagengenehmigung

Diese Trennung muss sein. Denn selbst wenn die Entfernung der festinstallierten Batterien mittels eines Schraubenziehers gut möglich wäre – selbiger darf auf den Deponien und Recyclinghöfen nicht zum Einsatz kommen. Das nämlich wäre dann schon eine Erstbehandlung von Elektroschrott, die Recyclingstelle unterläge dann den „Bestimmungen einer Erstbehandlungsanlage“ und bräuchte vor Beginn des Schraubenaufdrehens eine „sehr aufwendige Anlagengenehmigung“, heißt es von der Abfallwirtschaft Rems-Murr.

Wer seinen ausgedienten Rauchmelder zur Deponie fährt, zahlt keine Gebühren. Wer seinen Rauchmelder einfach in die heimische Tonne, ganz gleich ob schwarz oder gelb, wirft, ist ein Müllsünder und läuft Gefahr, dass die Tonne nicht geleert wird. Allerdings sei der Abfallwirtschaft Rems-Murr noch keine signifikante Häufung von Rauchmeldern im Hausmüll aufgefallen. Gezählt wurde aber bislang noch nicht.

Zurück zum Händler

Geschäfte mit einer Verkaufsfläche von mehr als 400 Quadratmetern müssen kostenfrei Altgeräte zurücknehmen, heißt es von der Verbraucherzentrale. Verkauft der Laden neben Elektrogeräten auch weitere Waren, zählt nur die Fläche mit elektronischen Produkten.

Auch der Online-Handel muss Altgeräte zurücknehmen. Aber auch da zählt die 400-Quadratmeter-Verkaufsflächen-Regel. Daher kann es bei Online-Einkäufen zu Problemen kommen – die Verkaufsflächen der Anbieter sind kaum abzuschätzen. Außerdem muss die Altware zurückgeschickt oder auf eigene Kosten zu Sammelstellen gebracht werden.

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