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Rems-Murr-Rundschau Klaus Fischer oder das Schöne an der Mehrdeutigkeit

Waiblingen (no). Klaus Fischers Bilder, die jetzt im Zeitungshaus in Waiblingen zu sehen sind, bebildern keine Nachrichtenlage. Nicht die von gestern, nicht die von heute. Der Fellbacher Architekt, der immer stärker noch eine zweite Profession in sich sucht, schließt uns den öffentlichen Raum auf. Zeigt uns die Menschen, die ihn besetzen. Aber woher sie kommen und wohin sie streben, was sie antreibt, welche S-21-Sticker sie gar an den Hemden und an ihrer Gesinnung tragen, diese Auskunft verwehrt uns Fischer. Er will nicht, dass wir vorschnell sein Personal sortieren. „Nur Kunst, die mit Mehrdeutigkeiten aufgeladen ist, mag uns berühren“, sagt dazu Thomas Milz, der die Rede sprach zur Eröffnung dieses Bilder-Panoramas über vier Stockwerke hinweg. Milz machte es am vierteiligen „Großen Straßenbild“ fest: „16 Figuren bewegen sich da auf einem der in jeder größeren Stadt vorhandenen öffentlichen Plätze ohne Eigenschaften von einer Einkaufsmöglichkeit zur nächsten. Meist öde Transiträume, oft mit sogenannter Kunst im öffentlichen Raum verziert.“ Aber Fischer kann auch ein Maler der Nähe sein. Das zeigt er bei seinen Porträts. Antlitze darunter von Menschen, die für diesen Moment ihre Fassade aufgeben, richtiggehend den Vorhang aufziehen. Hier können Menschen noch Empathie zeigen. Milz wies darauf hin, dass die Zahl der Kinder, die sich nicht in andere Menschen einfühlen können, kontinuierlich steigt. Dass bereits Schulprogramme aufgelegt werden, um dies zu lernen. Fischer lehre uns, in Gesichtern zu lesen (bis zum 24. Juni). Foto: Bernhardt Foto: ZVW
 

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