Rems-Murr-Sport 17 Jahre und schon Fußball-Profi

17 Jahre alt ist Matthias Layer aus Plüderhausen – und Profitorhüter beim VfR Aalen. Foto: privat

Die Teilnahme an einer Weltmeisterschaft steht für die meisten Sportler nicht am Anfang der Karriere. Bei Matthias Layer aus Plüderhausen schon. Er spielte 2010 mit dem SVP als Niederlande bei der Mini-WM des Zeitungsverlags Waiblingen. Mittlerweile ist der 17-Jährige Profi und – obwohl er noch zur A-Jugend zählt – dritter Torwart beim Drittligisten VfR Aalen.

Video: Matthias Layer im Interview

„Als B-Jugendlicher einen Profivertrag angeboten zu bekommen, das gibt es bestimmt nicht oft.“ Bernd Layer, Matthias’ Vater, weiß das Angebot des VfR Aalen zu schätzen, auch wenn es durchaus risikobehaftet ist. Sohn Matthias hat den Drei-Jahres-Vertrag angenommen, musste deshalb aber seine Ausbildung als Industriemechaniker abbrechen. „Wir trainieren zweimal am Tag, da ist eine Ausbildung nebenbei nicht möglich“, sagt der 17-Jährige.

Das Risiko sei nicht zu hoch, meinen Vater und Sohn. „Wenn’s nicht klappt, kann er in drei Jahren immer noch eine Ausbildung machen. Mit 20 ist man dazu noch nicht zu alt“, sagt Bernd Layer. Außerdem: Profifußballer zu werden, „das ist sein Traum seit langem. Ich wäre der Letzte, der ihm das verbauen würde“.

Begonnen hat Matthias Layers Traum vom Bundesligatorwart im Jahr 2010. Er wechselte zum VfB Stuttgart und spielte dort drei Jahre lang. „Ich hab’ unheimlich viel mitgenommen“, sagt er. So durfte er zweimal bei Testspielen in Katar mitwirken. Wer erlebt das schon als 13-Jähriger?

Erfahren hat er aber auch gleich, wie hart die Fußballkarriere sein kann. Sein letzter Trainer beim VfB baute nicht mehr auf ihn, Layer saß auf der Bank. Der Plüderhäuser nahm daraufhin sein Schicksal selbst in die Hand und rief beim VfR Aalen an. „Die haben gesagt, ich kann sofort kommen, ohne irgendein Probetraining.“

In Aalen stieg er mit der U 15 in die Oberliga auf (22 Spiele, zehn Gegentore), rückte dann gleich in die U 17, verletzte sich allerdings am Finger und fiel längere Zeit aus. Im zweiten Jahr U 17 bestritt er alle Spiele und überzeugte die Vereinsführung offensichtlich. Matthias Layer: „Der Geschäftsführer ist auf mich zugekommen und hat gesagt: Der VfR plant mit mir als drittem Torwart in der Profimannschaft.“

Es war bereits der zweite Vertrauensbeweis. Mit 15 hatte Layer einen Talentfördervertrag bekommen, der ihm eine Aufwandsentschädigung und drei Jahre Planungssicherheit bescherte. Der neue Vertrag läuft auch wieder über drei Jahre, und ist etwas besser dotiert: „Ich verdiene mehr als in der Ausbildung“, sagt der Torwart. „Ich kann davon leben.“

Zu Reichtum jedoch reiche es nicht. Weiterhin muss Layer beispielsweise die Fahrtkosten selbst aufbringen. Da kommt einiges zusammen. „Wir hatten vom 21. Juni bis zum 23. Juli 57 Trainingseinheiten.“

Ein Trainingstag beginnt um 8 Uhr und dauert bis 19 Uhr

Seine Woche sieht nun so aus. Montag frei. Dienstag bis Freitag fährt er um 8 Uhr mit dem Zug nach Aalen, Training mit den Profis um 9.30 Uhr, danach Mittagspause und Regeneration, um 15.45 Uhr zweite Trainingseinheit. „Um 19 Uhr bin ich wieder daheim.“ Samstag ist Spiel in der Aalener A-Jugend (Oberliga), Sonntag ein lockeres Training wieder mit den Profis. Das bedeutet für den 17-Jährigen: „Keine Partys, keine Mädle.“

Dazu härteres und intensiveres Training. Matthias Layer: „Es ist ständig jemand da, der sagt, du musst das besser machen, du musst das so machen.“ Der Druck ist deutlich höher, doch „damit muss man eben umgehen können“.

Der Plüderhäuser zeigt auch als 17-Jähriger bereits ein gesundes Selbstbewusstsein. Lautstarkes Dirigieren zählt er zu seinen Stärken. Privat jedoch, ergänzt sein Vater, sei er ganz anders: „Relativ ruhig und zurückhaltend.“ Bekannte sagten, wenn sie ihn im Tor sehen, immer: ,Das ist ein ganz anderer Mensch.’

Mit einem Einsatz in der ersten Mannschaft des Drittligisten ist zwar in nächster Zeit nicht zu rechnen, der Plüderhäuser aber will vorbereitet sein auf diesen Moment. Und natürlich will er mit dem VfR Aalen besser abschneiden als 2010 bei der Mini-WM des Zeitungsverlags Waiblingen: Damals scheiterte seine Mannschaft im Achtelfinale. Allerdings war’s knapp (0:1) und Gegner Italien/Schlechtbach wurde später Weltmeister.

Matthias Layer

Matthias Layer ist am 12. Februar 1999 geboren.

Beim SV Plüderhausen spielte er bis 2010, dann ging’s für drei Jahre (U 12 bis U 14) zum VfB Stuttgart. Seit 2013 ist er beim VfR Aalen.

Layer ist 1,90 m groß, wiegt 84 Kilogramm.

Er hat den Realschulabschluss gemacht. Geplant hat er, ein Fernstudium Fußball-Management zu beginnen.

Die Mini-WM des Zeitungsverlags Waiblingen fand 2006, 2010 und 2014 statt. E-Juniorenteams spielten in den Trikots der Nationalmannschaften, die ihnen zugelost worden sind, ihre Weltmeisterschaft aus. Der SV Plüderhausen trat 2010 als Niederlande an.

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