Rems-Murr-Sport Baumbach: „Es geht nicht mehr“

Jens Baumbach hat’s lange probiert, nun hat er genug und macht Schluss mit dem Leistungshandball. Bild: Steinemann Foto: ZVW

Handball, 2. Liga: Linksaußen des TV Bittenfeld macht wegen Ellbogenverletzung Schluss

(twa). Seit einem Jahr plagt sich Jens Baumbach (27) mit einer hartnäckigen Sehnenscheiden-Entzündung im Ellbogen herum. Nun hat der Linksaußen genug und zieht das Trikot beim Handball-Zweitligisten TV Bittenfeld aus. „Das ist schade, aber es geht einfach nicht mehr“, sagt er.

Längere Leidenszeiten ist Jens Baumbach gewohnt. Angefangen hat’s im letzten Spiel der Qualifikationsrunde zur 2. Bundesliga in der Saison 2005/2006, als er sich einen Außenbandriss am Knie zuzog. Der bis dahin Sechste der Regionalliga-Torschützenliste hätte dem TVB aber sowieso nicht mehr helfen können in jener Spielzeit, weil ein halbjähriges Praktikum in den USA anstand.

In den USA freute sich Baumbach über den überraschenden Aufstieg des TVB in die 2. Liga. Dort wollte Baumbach wieder angreifen, fortan indes war der Wurm drin. Baumbach war von Krankheiten und Verletzungen gebeutelt: Das Pfeiffersche Drüsenfieber, die Operation an den Nasenneben- und Stirnhöhlen und die Nachwehen davon ließen nur sporadische Einsätze zu. Baumbach konzentrierte sich vornehmlich auf seine Trainertätigkeiten beim TVB.

Eine typische Sekretärinnenkrankheit

In der Saison 2009/2010 war Baumbach nicht nur, zusammen mit Klaus Hüppchen, Assistent von Trainer Günter Schweikardt. Er stand auch im Kader, bildete mit Marcel Lenz das Duo auf Linksaußen. Doch die Leidensgeschichte setzte sich fort: Im März vergangenen Jahres hatte Baumbach erstmals über Schmerzen im Ellbogen geklagt. Seither hat der Linksaußen Probleme. Mal mehr, mal weniger. Die Diagnose lautete: Sehnenscheidenentzündung. „Das ist eigentlich eine typische Sekretärinnenkrankheit“, sagt Baumbach. Normalerweise nichts Dramatisches und bei entsprechender Behandlung in ein paar Wochen vergessen. Die Entzündung strahlte in den Ellbogen aus und wurde nicht dauerhaft besser. „Harte Würfe sind nicht mehr möglich“, sagt Baumbach. Mittlerweile behindert die Entzündung Baumbach selbst im alltäglichen Leben, „beim Zähneputzen und Krawattebinden“.

Immer wieder pausierte Baumbach. Mal trug er eine Schiene, mal einen Gips. „Ich hab’ auch alle Behandlungsmethoden durch, die es gibt“, sagt er. „Ich habe gedacht, irgendwann muss es doch besser werden.“ Tat es aber nicht – und so blieb ihm eigentlich nur noch ein Ausweg: die Operation. Die jedoch kommt für ihn nicht infrage. Er sei beruflich sehr eingespannt und könne sich keine vierwöchige Pause leisten. Also hat er die Entscheidung getroffen, sich aus dem Leistungshandball zurückzuziehen. „Natürlich hätte ich die Runde gerne zu Ende gespielt und mitgeholfen, die Qualifikation zu schaffen“, sagt Baumbach. „Die ist für mich dem Aufstieg gleichzusetzen.“

Seine Entscheidung sei endgültig – vorerst. Sollte die Entzündung irgendwann einmal doch aus dem Ellbogen verschwinden, schließt Baumbach ein Comeback nicht aus. „Ich denke aber, auf diesem Niveau werde ich nicht mehr spielen.“ So oder so: Dem TVB will Baumbach auf alle Fälle verbunden bleiben. „Ich muss mir aber noch überlegen, welche Aufgabe ich übernehmen könnte.“

Der Bittenfelder Trainer versteht den Entschluss seines Linksaußens. „Das ist sehr schade“, sagt Günter Schweikardt. „Aber wenn es nicht mehr geht, dann geht’s halt nicht mehr.“ Baumbach werde dem Team sehr fehlen, er sei immer ein wichtiger Mann gewesen. „Er war immer ein positives Element und mit dem ganzen Herzen dabei.“

 

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