Niederlage gegen Erlangen Dem TVB geht der Dampf aus

Der TVB wehrte sich in Nürnberg nach Kräften, doch nach einer dreiviertel Stunde war den Stuttgartern der Kräfteverschleiß anzumerken. Hier beißt sich Adam Lönn (mit Ball) an Sebastian Firnhaber (18) und Sime Ivic fest. Foto: Sportfoto Zink / Daniel Marr

Der Handball-Erstligist TVB Stuttgart hat sein erstes Punktspiel auswärts gegen den HC Erlangen mit 24:29 (11:14) verloren. Vor 3861 Zuschauern in der Nürnberger Arena hielt der TVB 45 Minuten sehr gut dagegen, drehte den 11:15-Rückstand in die 17:16-Führung. In der Schlussviertelstunde verließen ihn jedoch die Kräfte.

Große Nervosität legten beide Teams zum Saisonauftakt nicht an den Tag, es ging recht flott los bei Sauna-Temperaturen in der Nürnberger Arena. 5:5 stand’s nach zehn Minuten, und der TVB-Trainer Jürgen Schweikardt stellte schon jetzt seine Abwehr um. Max Häfner, der auf der Halbposition verteidigte, hatte Mühe mit dem starken Erlanger Kreisläufer Sebastian Firnhaber, der hier immer wieder den Kontakt suchte. Adam Lönn übernahm – und musste bei seiner ersten Aktion gleich für zwei Minuten auf die Strafbank.

Die Stuttgarter spielten gut mit, der flinke Patrick Zieker traf per Konter beim 7:6 zur ersten Führung (15.). Der HC Erlangen verzweifelte zunächst an TVB-Keeper Jogi Bitter, doch das Heimteam holte sich beim 10:8 (21.) die Führung wieder zurück. Der TVB hatte Probleme im Positionsangriff, suchte häufig seinen Kreisläufer Zarko Pesevski oder versuchte es mit Einlaufen über den Kreis.

Zudem scheiterten die Gäste nun immer häufiger an dem Erlanger Torhüter Nikolas Katsigiannis. Vom 12:11 zog Erlangen bis zur Pause auf 14:11 davon. Acht Fehlwürfe und fünf technische Fehler des TVB waren zu viel des Guten.

Umstellung in der zweiten Halbzeit

Nach dem Wechsel stellte der TVB-Trainer Jürgen Schweikardt um. Tim Wieling rückte auf Rechtsaußen, Sascha Pfattheicher auf Halbrechts und Lönn kam für den glücklosen Weiß auf Halblinks. Und es dauert nicht lange, bis diese Umstellungen Früchte trugen. Firnhaber traf zwar noch zum 15:11. Doch dann war der TVB plötzlich da, holte sich Bälle in der Abwehr und konterte die Franken aus. Zieker mit einem Doppelschlag und Lönn glichen zum 15:15 aus (35.) – der HCE-Trainer Adalsteinn Eyolfsson zückte die Grüne Karte.

Der TVB indes witterte nun seine Chance, kämpfte verbissen. Zieker brachte sein Team mit seinen Toren Nummer sieben und acht mit 17:16 in Führung (38.) – der 6:2-Lauf war perfekt. Die Partie nahm immer mehr Fahrt auf, hatte für ein Auftaktspiel ordentliches Niveau. Die Erlanger hatten zwar im gebundenen Angriff weiterhin Vorteile, doch der TVB ließ sich nicht abschütteln (19:19/42.).

Vorentscheidung sieben Minuten vor dem Ende

Allerdings hatte der HCE nun auf der Torhüterposition Vorteile. Der TVB versuchte es mit dem siebten Feldspieler, doch diese taktische Maßnahme brachte nicht den erhofften Erfolg. Erlangen profitierte von seinen besseren Wechselmöglichkeiten und hatte beim 23:20 (48.) alle Trümpfe in der Hand. Vor allem die Rückraumspieler Nico Büdel und Sime Ivic drehten auf. Jan Schäffers Tor zum 25:20 bedeutete sieben Minuten vor dem Ende die Vorentscheidung, dem TVB schwanden merklich die Kräfte. Zu viel musste er im Angriff für seine Treffer arbeiten, es fehlten die einfachen Tore aus dem Rückraum. Auch in der Deckung ließ die Konzentration jetzt nach.

In der Schlussphase ging’s nur noch darum, den Abstand nicht zu groß werden zu lassen, was dem Spiel auch nicht gerecht geworden wäre. Am Ende musste sich der TVB mit 24:29 beugen, zeigte aber angesichts der schwierigen Personallage gute Ansätze.


HC Erlangen: Lichtlein, Katsigiannis (1); Sellin (1), Haaß, Kellner, Firnhaber (4), Ivic (6), Büdel (5), Bissel (4), Murawski, Schäffer (2), Metzner (1), Link (2), Minel, von Gruchalla (3/1).

TVB Stuttgart: Bitter, Lehmann; Häfner (3), Asgeirsson (1), Weiß (2), Faluvegi, Späth, Lönn (1), Röthlisberger (1), Maier, Zieker (8/2), Pfattheicher (1), Pesevski (4), Wieling (3).

Die Spiele vom Donnerstag:

HC Erlangen – TVB Stuttgart 29:24

Flensburg-Handewitt – R-N Löwen 30:27

Bergischer HC – MT Melsungen 24:24

GWD Minden – SC DHfK Leipzig 21:25

Eulen Ludwigshafen – HSG Wetzlar 25:31

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