TVB 1898 Stuttgart Der TVB sichert sich wichtige Bonuspunkte

 Foto: Ralph Steinemann Pressefoto

Handball, 1. Bundesliga, Männer: TVB 1898 Stuttgart – MT Melsungen 30:26 (14:12) / Johannes Bitter nagelt in der Schlussphase den Kasten zu

Es ist ein Handballspiel gewesen zum Zungeschnalzen und Haareraufen gleichermaßen. Am Ende hat sich der Erstligist TVB 1898 Stuttgart beim 30:26 gegen den Tabellenfünften MT Melsungen mit einem beherzten Auftritt zwei wichtige Bonuspunkte im Abstiegskampf gesichert. Linkshänder David Schmidt glänzte mit acht Toren, Torhüter Johannes Bitter war der Fels in der Brandung.

Der TVB hat die Gunst der Stunde genutzt gegen einen stark ersatzgeschwächten Top-Club der Bundesliga: Ohne vier Stammkräfte waren die Melsunger nach Stuttgart angereist, und während der Partie holten sich auch noch die beiden Kreisläufer Marino Maric und Felix Danner Blessuren ab. Der TVB musste ohne Max Häfner und den zuletzt herausragenden Michael Kraus auskommen. Anders indes als in Lemgo machten seine Mannschaftskollegen diesen Verlust dieses Mal wett. Die Sieg gegen den Tabellenfünften war ein Sieg des Kollektivs.

Lukas von Deschwanden, der in die Kraus-Rolle schlüpfte, kam sehr gut in die Partie. Er glänzte mit Spielübersicht und gute Anspielen. Der wieder genesene Tobias Schimmelbauer brachte den TVB nach acht Minuten mit 4:2 in Führung, der gute Bobby Schagen legte in der zweiten Welle zum 6:3 (11.) nach. Die Melsunger hatten große Probleme, Lösungen zu finden gegen die aufmerksame TVB-Deckung, und vorne agierte das Heimteam sehr variabel. Einzig den Linkshänder Simon Birkefeld bekam es zunächst nicht in den Griff, er hielt seine Mannschaft im Spiel (6:5/8:6).

Der TVB blieb jedoch das dominierende Team. Der sehr gute David Schmidt und Dominik Weiß sorgten beim 11:7 (21.) für die erste Vier-Tore-Führung. Die hätten die Bittenfelder bis zur Pause locker um zwei, drei Tore ausbauen können. Auch, weil Bitter gleich zwei Siebenmeter hielt. Der TVB scheiterte jedoch gleich reihenweise am für den schwachen Johan Sjöstrand eingewechselten MT-Torhüter Nebojsa Simic und leistete sich haarsträubende Konzentrationsfehler. Mit dem 12:14-Rückstand zur Pause waren die Melsunger jedenfalls gut bedient.

Entschlossen kam der TVB aus der Kabine, erhöhte durch Weiß und von Deschwanden auf 16:12 (32.). Die Gäste blieben aber dran, was sie vor allem Finn Lemke zu verdanken hatten, der sich im linken Rückraum immer wieder durchtankte. Nach dem 20:15 (38.) stellte Melsungen auf eine 5:1-Deckung um, brachte im Angriff regelmäßig den siebten Feldspieler und robbte sich zum 20:22 und 21:23 heran (45.). Zwei tolle Anspiele von Michael Schweikardt auf Simon Baumgarten vollendete der zum 25:21 (49.), eine Vorentscheidung freilich bedeutete dies nicht. Lemke ließ nicht locker und verkürzte auf 24:26 (55.). Ein Kullerball von Schmidt zum 27:24 und ein Zaubertor von Schagen aus schier unmöglichem Winkel zum 28:24 indes zogen den Gästen den Zahn. Und natürlich Jogi Bitter, der in der Schlussphase zu großer Form auflief. Endgültig durch war die Partie 72 Sekunden vor dem Ende nach Schweikardts Treffer zum 29:25. Der Spielmacher sorgte auch für das finale Tor zum 30:26-Sieg.

Den hatte sich der TVB redlich verdient. Auch wenn der Gegner personell geschwächt war: Eine durchschnittliche Leistung hätte gegen den Fünften nicht gereicht. Entsprechend glücklich war der beste Torschütze nach dem Spiel. „Wir haben unsere vielen einfachen Fehler ganz gut weggesteckt“, sagte David Schmidt.

TVB 1898 Stuttgart: Bitter, Maier; Schimmelbauer (4), Weiß (6), Schagen (4), Schweikardt (3), Späth, Markotic, Baumgarten (2), Röthlisberger, Oehler, von Deschwanden (3), Pfattheicher, Schmidt (8), Burmeister.

MT Melsungen: Sjöstrand, Simic; Maric, Lemke (7), Reichmann (1), Ignatow, Kunkel, Mikkelsen (5), Danner (2), Philipp Müller, Allendorf (5), Birkefeld (6).

Tobias Schimmelbauer (beim Wurf, hinten Manuel Späth) ) machte bei seinem Comeback ein gutes Spiel. Bei Melsungen war der Nationalspieler Finn Lemke (rechts) mit sieben Treffer der erfolgreichste Werfer (links Lasse Mikkelsen). Foto: Steinemann

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