TVB Stuttgart Der TVB verschafft sich sechs Punkte Polster

Dreimal kam Zarko Pesevski zum Wurf, dreimal landete der Ball im Tor des HBW Balingen-Weilstetten. Hier haben (von links) Marcel Niemeyer, Benjamin Meschke und René Zobel das Nachsehen gegen den Stuttgarter Kreisläufer. Foto: Ralph Steinemann Pressefoto

Einen gewaltigen Schritt in Richtung Ligaverbleib hat der Handball-Erstligist TVB Stuttgart gemacht: Vor 6211 Zuschauern in der ausverkauften Porsche-Arena zwang das Team von Trainer Jürgen Schweikardt den württembergischen Rivalen HBW Balingen-Weilstetten verdientermaßen mit 32:26 (16:15) in die Knie. Mit dem dritten Sieg in Folge vergrößerte der TVB den Abstand auf die Abstiegsränge auf sechs Punkte. Magere zwei wären es bei einer Niederlage gewesen. Die Balinger bleiben damit Vorletzter.

Der Druck war beiden Teams anzumerken vor der stimmungsvollen Kulisse. Dabei hatte der TVB, der auf den erkrankten Elvar Asgeirsson verzichten musste, nicht nur mit dem zunächst klug agierenden Aufsteiger zu kämpfen. Die Stuttgarter Fans mussten sich dem lautstarken und zahlreichen Balinger Anhang erwehren. Der feierte vor allem seinen Torhüter Mike Jensen, der in seinem ersten Spiel nach einer Verletzungspause zu großer Form auflief und etliche freie Chancen der Stuttgarter zunichte machte. Zum gewinnbringenden Vorteil für die Gäste wurde Jensen allerdings nicht, weil auf der anderen Seite Johannes Bitter seine zuletzt überragende Form bestätigte und nach 60 Minuten sogar ein paar mehr Bälle pariert hatte.

Bitter und Jensen: starke Torhüter

Nach einer Doppelparade Bitters trafen der erneut starke Manuel Späth und Sascha Pfattheicher beim 6:4 (10.) zur ersten Zwei-Tore-Führung des TVB. Die war jedoch rasch wieder verbraucht, weil er zu verschwenderisch mit seinen Chancen umging – und in der Deckung mit den Balingern seine liebe Müh’ und Not hatte. Die Gäste zogen die Stuttgarter Deckung mit schnellen Ballpassagen auseinander und fanden immer wieder eine Lücke. Allen voran Vladan Lipovina bekam der TVB nicht in den Griff, der rechte Rückraumspieler war am Ende mit acht Toren der erfolgreichste Werfer der Partie.

Das war jedoch zugleich auch ein wenig das Problem der Balinger. Von den anderen Positionen strahlten sie weit weniger Gefahr aus, den gewitzten Kreisläufer Marcel Niemeyer hatte die TVB-Deckung komplett im Griff. Wenn etwas ging, dann über den trickreichen Linksaußen Tim Nothdurft. Die Gäste blieben dem TVB dennoch auf den Fersen, weil sie ihre Angriffe mit Bedacht zu Ende spielten und sich wenige Fehler erlaubten – bis zur 22. Minute: Nach dem 11:11 unterliefen dem Team von Trainer Jens Bürkle drei Missgeschicke in Folge, die der TVB zur 14:11-Führung nützte (25.).

Doch auch das Heimteam schwächelte kurz, kassierte den 13:14-Anschluss und sah sich beim 15:13 mit zwei Spielern in Unterzahl. Die Weltmeister von 2007, Bitter und Christian Zeitz, hielten den Schaden in Grenzen. Nach dem sechsten Treffer von Lipovina rettete der TVB die knappe Führung (16:15) in die Pause.

TVB-Deckung bekam nach und nach besseren Zugriff

Adam Lönn, der nach seiner Einwechslung mit einer hundertprozentigen Wurfquote bestach, eröffnete den zweiten Durchgang mit dem 17:15 – und musste bei der nächsten Abwehraktion auf die Strafbank. Weil kurz darauf Dominik Weiß Nothdurft regelwidrig stoppte, sah sich der TVB erneut in doppelter Unterzahl. Fünf Zeitstrafen gegen Stuttgart standen zu diesem Zeitpunkt eine gegen Balingen gegenüber. Mit seinem siebten Tor stellte Lipovina auf remis (17:17/33.).

Doch nach und nach bekam die TVB-Deckung besseren Zugriff auf die Gäste. Späth traf zum 21:18 (37.), Weiß zum 22:18 (39.). Plötzlich war das Spiel der Gäste fehleranfälliger, der TVB ließ sich nicht zweimal bitten. Max Häfner dirigierte klug sein Team, bediente Samuel Röthlisberger – 23:18 (40.).

Mit einer Auszeit versuchte Bürkle, wieder Struktur in die Angriffe seines Team zu bringen. Das fand kaum mehr Lösungen gegen den Stuttgarter Block und fulminanten Bitter. Es dauerte allerdings, ehe die Balinger entscheidend ins Hintertreffern gerieten, weil die Stuttgarter nach wie vor zu viele klare Chancen liegen ließen und Lipovina weiterhin Spaß am Spiel hatte. Beim 26:22 elf Minuten vor dem Ende durften sich die nimmermüden Balinger noch Hoffnungen machen auf wenigstens einen Zähler. Die indes schwanden nach einem Doppelpack den energischen Lönn und einem Treffer von Zarko Pesevski zum 29:22 (52.). Die Balinger versuchten ihr Heil in einer offenen Deckung. Davon ließ sich der TVB aber nicht mehr irritieren. Zeitz, der lange Zeit dem guten Robert Markotic den Vortritt lassen musste, war da, als er gebraucht wurde. Zeitz’ 30:23 (57.) beseitigte die letzten Zweifel am Sieg.

Am Ende feierte Stuttgart mit dem 32:26 den dritten Sieg in Folge und stellte damit seinen Bundesligarekord ein. Viel wichtiger jedoch sind die sechs Punkte, die der TVB zwischen sich und dem ersten Abstiegsrang gesetzt hat.


TVB Stuttgart: Bitter Lehmann; Häfner (1), Weiß (3), Faluvégi (1), Späth (3), Lönn (4), Markotic (2), Röthlisberger (1), Zeitz (4), Zieker (6/1), Pfattheicher (3/1), Pesevski (3), Wieling (1).

HBW Balingen-Weilstetten: Jensen, Ruminsky; Zobel, Niemeyer (1), Lipovina (8), Kirveliavicius, Taleski (1), Thomann, Nothdurft (5), Meschke, Gretarsson (6/4), Strobel, Foth, Schoch (5), Saueressig, Strosack.

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