TVB 1898 Stuttgart Der TVB verspielt in letzter Minute den Sieg

David Schmidt kann es nicht fassen. Foto: Fischer

Der Handball-Erstligist TVB 1898 Stuttgart hat zum zweiten Mal in Folge ein Spiel in letzter Sekunde verloren: Eineinhalb Minuten vor dem Ende führte der TVB nach einer starken Leistung beim Bergischen HC mit 28:27. Dann nutzte der Aufsteiger in der mit 2491 Fans ausverkauften Solinger Klingenhalle einen Fehlwurf und ein Stürmerfoul der Gäste eiskalt zum glücklichen 29:28-Sieg.

Fassungslos standen die Spieler und Verantwortlichen des TVB am Ende der 60 nervenaufreibenden Minuten auf dem Spielfeld. Einen Punkt hatten die Stuttgarter eigentlich schon sicher, und die Chance auf den Sieg und damit den Punkterekord in der ersten Liga war groß. 19 Sekunden vor der Schlusssirene stand’s 28:28, der TVB-Trainer Jürgen Schweikardt gab in der Auszeit die finalen Anweisungen. „Wir nehmen den Punkt mit und holen uns ganz am Ende noch einen Wurf“, sagte er.

So weit indes kam’s nicht. Beim Versuch, den freien Mann zu finden, leistete sich Dominik Weiß ein ungeschicktes Stürmerfoul. Max Darj versenkte den Schnellangriff zum 29:28-Siegtreffer des Bergischen HC. Der Aufsteiger darf damit weiterhin von der Europapokalteilnahme träumen.

Bis auf den Langzeitverletzten Robert Markotic trat der TVB in Bestbesetzung an. Tobias Schimmelbauer kehrte nach seiner Fußverletzung zurück und war gleich wieder einer der Besten im Team des TVB, der seine gute Form auch beim euphorisierten Aufsteiger bestätigte. Am Donnerstag erst hatten die Bergischen Löwen die Füchse Berlin niedergekämpft, nun sollten die nächsten Punkte einfahren werden.

Gäste mit aufmerksamer Defensive

Der TVB indes machte es Heimteam immens schwer. Der gute David Schmidt brachte sein Team mit 3:2 und 4:3 in Vorteil. Bobby Schagen vergab dann per Strafwurf die Chance auf die erste Zwei-Tore-Führung: Er scheiterte am Ex-Bittenfelder Bastian Rutschmann. Mit einem schwachen Überzahlspiel brachte sich der TVB in die Bredouille, kassiert zwei Gegentreffer zum 4:6 (12.).

Die Gäste kämpften sich dank ihrer aufmerksamen Deckung aber zurück. Max Häfner glich zum 7:7 aus, Dominik Weiß traf zum 8:7 ins verwaiste Löwen-Tor (17.). Es entwickelte sich eine hart umkämpfte Partie, in welcher der BHC im Angriff dank des umsichtigen und torgefährlichen Spielmachers Linus Arnesson leichte spielerische Vorteile hatte. Der TVB machte dies mit einer aufmerksamen Defensive wett.

Die beste Phase in den ersten 30 Minuten hatte der BHC zwischen der 20. und 23. Minute. Vom 9:9 stellte er auf 13:9. Der TVB hatte Probleme im Positionsangriff – und mit dem flinken und treffsicheren Ex-TVB-Spieler Arnor Gunnarsson. Das 14:10 war bereits das fünfte Tor des Rechtsaußens, Arnesson traf zum 15:11 (26.). Bis zur Pause verkürzte der TVB durch zwei Treffer von Schimmelbauer auf 14:16.

Bitter verhindert, dass die Löwen davon ziehen

Auch im zweiten Spielabschnitt ließ der TVB die Löwen nicht enteilen. Einen großen Anteil daran hatte Jogi Bitter: Der Torhüter steigerte sich nach durchschnittlichem Start, Simon Baumgarten glich nach 38 Minuten vom Kreis zum 18:18 aus. Im Anschluss vergaben die Gäste gleich mehrmals die Chance zur Führung und rannten stets einem Ein-Tore-Rückstand hinterher.

Nach Schmidt siebtem Tor zum 26:26 nahm der Löwen-Trainer Sebastian Hinze eine Auszeit, ließ von der 6:0- auf die 5:1-Deckung wechseln. Den Platz nutzte Michael Schweikardt geschickt und sorgte mit dem verdeckten Wurf zum 27:26 für die erste Gästeführung seit dem 9:8. Nach dem Ausgleich durch Jeffrey Boomhouwer per Siebenmeter setzte sich Schweikardt gleich noch einmal toll durch – 27:28. Nachdem Manuel Späth mit einer spektakulären Aktion den Ball in der Abwehr stibitzt hatte, hielt der TVB alle Trümpfe in der Hand. Doch Schmidt scheiterte an Rutschmann und vergab damit die Chance zur Zwei-Tore-Führung und Vorentscheidung.

50 Sekunden vor dem Ende egalisierte Milan Kotrc zum 28:28 – und schließlich gab der TVB auch diesen einen Zähler noch leichfertig aus der Hand.

Bergischer HC: Rudeck, Rutschmann; Bettin, Darj (3), Petrovsky, Gunnarsson (8/3), Nippes (3/1), Kotrc (1), Baena (2), Fraatz, Babak (1), Szücs (1), Gutbrod (4), Arnesson (4), Boomhouwer (2/2), Criciotoiu.

TVB 1898 Stuttgart: Bitter, Maier; Schimmelbauer (4), Häfner (1), Weiß (3), Schagen (3/3), Schweikardt (2), Späth (2), Baumgarten (2), Röthlisberger, von Deschwanden (2), Pfattheicher (2), Schmidt (7), Foege.

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