TVB Stuttgart Glanzleistung bei Zeitz-Debüt: Melsungen chancenlos

, aktualisiert am 14.02.2020 - 10:52 Uhr
Riesig war der Jubel beim TVB nach dem überraschenden 26:21-Sieg in Kassel gegen die MT Melsungen. Der TVB zeigte eine durch die Bank starke Leistung und hatte den Gegner jederzeit unter Kontrolle. Foto: Heinz Hartung

Es bleibt dabei: Der Handball-Erstligist TVB Stuttgart ist für die MT Melsungen schwer verdaulich. Mit einer kämpferisch wie spielerisch glanzvollen Leistung hat der TVB dem Gegner auch im vierten Aufeinandertreffen hintereinander beide Punkte abgenommen. Beim hochverdienten 26:21-Sieg (13:9) vor 3797 Fans in der Kasseler Rothenbach-Halle war das Team von Trainer Jürgen Schweikardt dem Gegner in allen Belangen überlegen. Für den Überraschungs-Neuzugang Christian Zeitz war’s ein perfekter Einstand.

Der TVB war vom Start weg bei der Sache

Natürlich richteten sich alle Augen auf den neuen Mann im TVB-Trikot – und was machte der 39 Jahre alte Weltmeister von 2007 in seinem 400. Bundesligaspiel? Nachdem sein erneut überragender Weggefährte von damals, Jogi Bitter, in den ersten drei Minuten drei seiner insgesamt 18 Würfe gehalten hatte, knallte Zeitz den Ball zum 1:1-Ausgleich ins Melsunger Tor. Der TVB war vom Start weg bei der Sache. Die aufmerksame Deckung um Manuel Späth, Dominik Weiß, Samuel Röthlisberger und später Adam Lönn ließ dem Rückraum der Melsunger kaum Luft. Kai Häfner verzweifelte ebenso wie Lasse Mikkelsen und Julius Kühn. Auch der ansonsten starke Kreisläufer Marino Maric kam kaum zu freien Aktionen. Im Angriff überraschte der TVB mit einer zunächst überragenden Abschlussquote. Nach zwölf Minuten brachte Rudolf Faluvégi sein Team beim 6:5 erstmals in Führung – und die gaben die Stuttgarter in der restlichen Spielzeit nicht mehr ab. Robert Markotic und Christian Zeitz teilten sich in den ersten 30 Minuten die Aufgabe im rechten Rückraum, beide machten ihre Sache gut. Sehr gut drauf war auch Sascha Pfattheicher, der den Außenseiter nach einer Viertelstunde mit 8:5 in Vorteil brachte. Melsungen stellte die Defensive von 6:0 auf 5:1 um. Der TVB brauchte ein paar Minuten, ehe er sich darauf eingestellt hatte. Er blieb aber das in allen Bereichen bessere Team. Die Abwehr, im Paket mit dem überragenden Bitter, hielt ihr Niveau. Zeitz sorgte mit seinem dritten Treffer für das 11:7 (21.). Nach Markotics 13:8 (29.) gab’s die ersten Pfiffe von der Tribüne gegen das hilflose Heimteam. Mit der verdienten 13:9-Führung ging Stuttgart in die Kabine.

Melsungen endgültig entnervt

Es war zu erwarten, dass Melsungen mit einer anderen Körpersprache aus der Halbzeit zurückkehren würde – und so kam es auch. Mit drei Toren in Folge zum 12:13 (33.) war die MT wieder dran. Doch der TVB ließ sich davon nicht einschüchtern, blieb kühl und legte ebenfalls drei Tore nach zum 16:12 (37.). Großen Anteil daran hatte der eingewechselte Adam Lönn mit mutigen Eins-gegen-eins-Aktionen. Der Melsunger Trainer Heiko Grimm nahm nach 37 Minuten eine schnelle Auszeit. Die brachte sein Team allerdings nicht in die Spur. Patrick Ziekers Siebenmeter zum 19:13 (41.) verunsicherte die Heimmannschaft zusehends.

Stuttgart agierte weiterhin klug und bewahrte sein beruhigendes Polster über 22:15 (48.) bis zum vorentscheidenden 23:17 (50.). Nachdem Bitter zwei Minuten später auch den Siebenmeter von Lasse Mikkelsen entschärft hatte, war Melsungen endgültig entnervt. Der TVB ließ den Gegner nicht mehr schnuppern und brachte den immens wichtigen fünften Saisonsieg beim 26:21 abgezockt ins Ziel. Damit hat Stuttgart den Abstand auf die Abstiegsplätze auf drei Punkte vergrößert.

Weiter geht’s bereits am Sonntag beim Rekordmeister THW Kiel.


MT Melsungen: Sjöstrand, Simic; Maric (4), Kühn (3), Lemke, Reichmann (3/2), Ignatow (1), Kunkel (3), Mikkelsen (1), Sidorowicz (1), Kai Häfner (2), Salger (2), Pavlovic (1), Backs.

TVB Stuttgart: Bitter, Lehmann; Max Häfner (2), Asgeirrson, Weiß (2), Faluvégi (1), Späth (1), Lönn (3), Markotic (2), Röthlisberger, Foege, Zieker (6/3), Pfattheicher (5), Pesevski (1), Wieling, Zeitz (3).

Weitere Ergebnisse:

  • Flensburg-Handewitt – Nordhorn 29:27
  • FA Göppingen – Bergischer HC 28:22
  • HC Erlangen – HBW Balingen 32:27
  • HSG Wetzlar – Rhein-Neckar Löwen 27:27
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