Rems-Murr-Sport Handball-Spielklassenreform beschlossen

Die Männer der SG Weinstadt, hier Dominic Boland, stehen als vorzeitiger Landesligameister und Aufsteiger fest. So schön das für die Mannschaft ist – der Zeitpunkt für den Aufstieg ist etwas ungünstig. Denn in der kommenden Saison wird es wegen der Spielklassenreform in der Württembergliga noch schwieriger werden, den Klassenverbleib zu schaffen. Foto: Ralph Steinemann

In der kommenden Saison werden die Württembergligisten auch aus dem Rems-Murr-Kreis ordentlich kämpfen müssen, um nicht abzusteigen. Grund ist die nun vom Handball-Verband Württemberg (HVW) beschlossene Spielklassenreform, die zur Runde 2020/21 in Kraft tritt.

Dann wird es in der Württembergliga nur noch eine statt bisher zwei Staffeln geben, nur noch die besten 14 Mannschaften werden sich dort messen. Damit kommt der Saison 2019/20 besondere Bedeutung zu. Jene Mannschaften, die es in ihren Staffeln nicht schaffen, in die obere Tabellenhälfte zu kommen, werden voraussichtlich absteigen. Und zwar in eine neue zweigleisige Verbandsliga mit jeweils 14 Teams.

Diese Rems-Murr-Teams sind von der Reform betroffen

Die Reform betrifft auch Vereine aus dem Rems-Murr-Kreis. Nach derzeitigem Stand werden in der kommenden Saison in der Männer-Württembergliga antreten: SV Remshalden (Absteiger), VfL Waiblingen, SF Schwaikheim, TSV Alfdorf/Lorch, TSV Schmiden, SV Fellbach, SG Oppenweiler/Backnang II und SG Weinstadt (Aufsteiger). Bei den Frauen wären es momentan die Teams VfL Waiblingen II (Absteiger), SV Remshalden, SV Hohenacker-Neustadt und SF Schwaikheim.

Dass es zur Saison 2020/21 wieder drei Ligen auf Verbandsebene geben wird (Württembergliga, Verbandsliga, Landesliga), hat das Präsidium des zweitgrößten Landesverbandes im Deutschen Handball-Bund – bei einer Gegenstimme (Bezirk Esslingen-Teck) – in seiner jüngsten Sitzung beschlossen. Die Landesliga wird um eine auf vier Staffeln erweitert. Keine klare Einmütigkeit bei der Sitzung gab es bei der Diskussion um die Staffelgrößen. HVW-Präsident Hans Artschwager aus Hildrizhausen stellte klar: „Nach der tollen Heim-WM sollten wir uns nicht selbst beschränken.“ Eine Landesliga-Staffel mit nur zehn Mannschaften sei deshalb schlichtweg „keine Option“. Allerdings gibt es ein Problem: Es fehlen zunehmend Schiedsrichter.

Relegationsspiele über mehrere Wochen nach der Saison sollen vermieden werden

Bis zum 19. Mai 2019 haben die Bezirke mit ihren Schiedsrichtervereinigungen und den Verbandsgremien nun die Aufgabe, eine Lösung auf Verbandsebene zu finden. Der 19. Mai wurde gewählt, weil dann die Absteiger aus den Baden-Württemberg-Oberligen feststehen und die Auf- und Abstiegskonstellation für die kommende Runde festgelegt werden kann. Sollte es keine Lösung bei der Besetzung der Spiele mit Schiedsrichtern geben, könnten die Landesligen von der Saison 2020/21 an nur mit Zehner-Staffeln spielen.

Der HVW beschäftigte sich mehr als eineinhalb Jahre lang mit der Strukturreform der Spielklassen. Mit dieser sollen künftig Relegationsspiele über mehrere Wochen nach der Saison vermieden werden. Hintergrund der Reform war auch die Schiedsrichterproblematik gewesen, die aber, siehe die Diskussion, weiterhin besteht. Ein erster Entwurf wurde zwischen September und Ende November vergangenen Jahres den acht Bezirken und deren 370 Mitgliedsvereinen vorgestellt. Nach den Rückmeldungen entstand eine überarbeitete Version der Spielklassenstruktur, die nun beschlossen worden ist.

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