Rems-Murr-Sport Handballverband plant Spielklassenreform

Symbolbild. Foto: pixabay.com (CC0 Public Domain)

Der Handballverband Württemberg (HVW) plant eine Reform der Spielklassenstruktur. Die beinhaltet mit der Verbandsliga auch eine neue Spielklasse auf Verbandsebene. Umgesetzt werden sollen die Pläne von der Saison 2020/21 an.

Der HVW beschäftigt sich seit über eineinhalb Jahren intensiv mit einer Spielklassenstrukturreform. Hintergrund ist: Relegationsspiele über mehrere Wochen am Ende der Saison sollen vermieden werden. Außerdem soll die Reform das Schiedsrichterproblem minimieren. Die Zahl der Referees sinkt immer mehr.

Spielsystem auf Verbandsebene soll zum Spieljahr 2020/21 umgestellt werden

Der erste Entwurf einer neuen Struktur, der mit allen Spieltechnikern aus den Bezirken im Verbandsausschuss Spieltechnik erarbeitet wurde, ist im August 2018 fertiggestellt worden. Von September bis Ende November wurde er in den Abteilungsversammlungen der acht Bezirke den 370 Mitgliedsvereinen im HVW vorgestellt. Deren Einwände und zusätzliche Ideen wurden in einer überarbeiteten Version berücksichtigt, die nun vorliegt.

Das Spielsystem auf Verbandsebene soll zum Spieljahr 2020/21 umgestellt werden. Der aktuelle Reformvorschlag der Spieltechnik für den Männer- und Frauenbereich sieht beispielsweise vor, dass aus den beiden Staffeln der Württembergliga eine einzige Staffel mit 14 Vereinen wird. Die überzähligen 16 Mannschaften werden in einer neuen Liga aufgefangen, der Verbandsliga. Sie umfasst 28 Mannschaften in zwei Staffeln.

„Der Vorteil dieser Struktur liegt zum einen in der Flexibilität, mit der wir auf Veränderungen, wie Staffelgrößen und Mehrabstieg aus höheren Ligen, reagieren können“, sagt Michael Roll (Horkheim), Vorsitzender des Verbandsausschusses Spieltechnik. Darüber hinaus entlaste sie die angespannte Lage im Schiedsrichterwesen, denn durch reduzierte Staffelgrößen müssen bei den Frauen und Männern rund 200 Spiele weniger mit Schiedsrichtern besetzt werden. Roll: „Daneben wird nebenbei die sportliche Attraktivität durch leistungsmäßig ausgeglichenere Staffeln in den einzelnen Ligen gesteigert.“

Beratungen mit den Schiedsrichterwarten, Spieltechnikern und Bezirksvorsitzenden

Die Verbandsliga gab es schon vor einigen Jahren, sie wurde aber im Zuge einer Spielklassenreform auf überregionaler Ebene in „Württemberg-Liga“ umbenannt. Aus bisher drei Landesligastaffeln bei den Männern mit insgesamt 42 Teams beziehungsweise 36 Teams bei den Frauen sollen im neuen Spielsystem nunmehr vier Staffeln mit je zehn Mannschaften, also insgesamt 40 Mannschaften, entstehen.

Der Zeitplan für den vorliegenden Reformvorschlag sieht für die nächsten zwei Monate Beratungen mit den Schiedsrichterwarten, Spieltechnikern und allen acht Bezirksvorsitzenden vor. Anschließend werden die Ergebnisse daraus den Vereinen noch einmal vorgestellt, ehe Ende März die endgültige Fassung dem HVW-Präsidium zur Entscheidung vorliegen wird.

Michael Roll: „Es war und ist ein langer Prozess. Uns war es aber wichtig, die Meinung der Vereine, der Bezirke und aller betroffenen Gremien zu hören und einzubinden, um eine tragfähige Struktur zu erhalten.“

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