Rems-Murr-Sport Kann Korb mal wieder an alte Erfolge anknüpfen?

SC-Spielführer Fabian Dietz beim Kopfball (rechts Daniele Scavallo) hier in einem Spiel der vergangenen Saison gegen den SV Unterweissach (Maximilian Höfer und Dennis Schwarz). Diesmal hofft der Korber Spielführer, nicht wieder bis zum Schluss zittern zu müssen. Foto: Ralph Steinemann Pressefoto

Der SC Korb war einmal fester Bestandteil der Fußball-Landesliga. Seit 2006 muss er kleinere Brötchen backen. Einmal noch versuchte er zurückzukehren, das ging gründlich schief. Ist die Landesliga mittlerweile eine zu hohe Hürde für den SC? Aktuell ganz sicher, sagen die Verantwortlichen. Aber in einigen Jahren ...

Korb zählte einst  zum festen Landesligainventar

Fünf Spiele, kein einziger Punkt – der SC Korb hat den Saisonstart gründlich in den Sand gesetzt. Trainer Michael Felix musste daraufhin gehen, Abteilungsleiter Vlado Szichta übernahm – mal wieder. Szichta sollte die Mannschaft so lange führen, bis ein Nachfolger gefunden ist. Mittlerweile ist klar: Der Nachfolger von Szichta heißt Szichta. Der ehemalige SC-Spieler, zu den besseren Zeiten aus dem Korber Mittelfeld nicht wegzudenken, hat in neun Spielen 19 Punkte geholt.

Zu diesen besseren Zeiten waren die Korber eine feste Größe in der Landesliga. Von 1987 bis 2006 spielten sie hier, unterbrochen nur von einem kurzen Ausflug (1996/97) in die Verbandsliga. Nach 2006 allerdings ging’s bergab, runter bis in die Kreisliga A. Ein Weg, den viele Landesligisten, zuvor bestückt mit Spielern von überall her, gehen mussten. Manche stürzten sogar noch tiefer ab.

Seit 2011 zählen die Korber wieder zur Bezirksliga. Sie tasteten sich vorsichtig nach oben und wagten es schließlich 2016, das Ziel Meisterschaft auszugeben. Es ging grandios schief. Der SC hing in der Abstiegszone fest, Trainer Roland Pfender musste gehen, Szichta übernahm erstmals. Er führte die Mannschaft zumindest noch auf Platz neun. Ob diesmal mehr möglich ist? Die Abteilungsleitung zumindest sähe die Mannschaft schon gerne im vorderen Drittel.

Erst stabilisieren, sagt Abteilungsleiter Christian Hartmann

Christian Hartmann, stellvertretender Abteilungsleiter, kann sich den SC durchaus auch wieder in der Landesliga vorstellen. „Wir werden’s nicht verhindern“, sollte sich die Möglichkeit ergeben. Allerdings werde es nicht so laufen, wie in den 90er Jahren. Der Kader würde dann nicht durch Spieler aus der Fremde aufgemotzt. Die Folgen von damals seien aktuell in der AH zu sehen. Ziemlich dünn besetzt, und gerade die Kicker von früher braucht jeder Verein für die verschiedensten Aufgaben in der Abteilung.

So weit, konkret an die Landesliga zu denken, ist der SC aber noch nicht. Aktuelles Ziel ist: „Sich in der Bezirksliga zu stabilisieren, nichts mit dem Abstieg zu tun zu haben.“ Eigentlich sollte das Ziel mit Michael Felix erreicht werden, aber schon in der zurückliegenden Spielzeit war die Mannschaft „weit hinten den Erwartungen zurück“ geblieben. Die Korber wollten in die obere Tabellenhälfte. Nun kam der Katastrophenstart mit fünf Niederlagen „und extrem vielen Gegentoren“, die Trennung war unvermeidlich. „Auch wenn es menschlich gut gepasst“ habe.

Szichtas Vorstellung von Fußball („strukturiert, einfacher“) verstehen die Spieler offenbar besser. Was womöglich daran liegt, dass viele aus der Mannschaft schon in der Jugend von ihm trainiert worden sind.

Gegen den Abstieg spielen macht keinen Spaß, sagt Spielführer Fabian Dietz

Zwölf Spieler mögen’s wohl sein, die von Szichta ausgebildet worden sind, sagt SC-Spielführer Fabian Dietz (28). Er selbst zählt nicht dazu, obwohl er nie in einem anderen Verein gespielt hat. Allerdings sei er einmal Szichtas Co-A-Jugend-Trainer gewesen.

Als Spieler hat Dietz Szichta auch bei dessen erstem Interimseinsatz erlebt. Warum läuft es unter ihm so viel besser? Das könne er gar nicht so genau sagen, meint Dietz. „Irgendwas wird er schon richtig machen.“ Szichta achte zum Beispiel mehr auf die Defensive und darauf, „dass wir kompakt stehen“. Dass es überhaupt so schlecht gelaufen ist zu Saisonbeginn, hatte der Spielführer nicht erwartet. „Die Stimmung war eigentlich gut.“ Womöglich habe einfach nur ein Erfolgserlebnis gefehlt.

Davon gab es, nachdem Szichta übernommen hatte, genug. Greift der SC nun wieder an? Ist die Landesliga ein Thema? „Nein, in den nächsten drei, vier Jahren geht es darum, sich in der Liga erst mal zu stabilisieren“, sagt auch Dietz. In einer Liga, die ihn diesmal ziemlich überrascht. „Mit Kaisersbach habe ich nicht gerechnet.“ Die spielerisch besten Teams seien SV Steinbach und FSV Waiblingen. „Und die SG Schorndorf darf man nicht abschreiben.“

In diese Regionen werde der SC kaum eindringen können. Hauptsache, nicht wieder bis zum Schluss zittern müssen. „Das macht keinen Spaß.“

Im ersten Rückrundenspiel ist am kommenden Sonntag, 2. Dezember, die SV Remshalden zu Gast. 1:5 lautete das Hinrundenergebnis. Da gibt es also etwas gutzumachen. „Genau das haben wir auch vor“, sagt Dietz.

Weitere Fakten zum SC Korb

Der SC Korb spielte von 1987 bis 2006 in der Landesliga, 1996/97 sogar in der Verbandsliga. 2007 bis 11 war der SC in der Kreisliga A.
In der Bezirksliga belegte Korb danach Plätze zwischen zehn (12/13) und vier (15/16).
Die ersten fünf Spiele der aktuellen Saison verlor der SC allesamt, brachte es auf ein Torverhältnis von 6:19. Darauf folgten unter Szichta 19 Punkte und 31:24 Tore. 13 der mittlerweile 19 Punkte holte der SC auf eigenem Gelände. Korb ist Achter.
Erfolgreichster Torschütze ist Marco Schulz mit neun Treffern. Nico Schulz hat siebenmal getroffen.
Wie viele andere Vereine haben die Korber derzeit keine A-Jugend. Womöglich wird es erst 20/21 wieder eine geben.
 

Vlado Szichta (rechts) noch zu Landesliga-Zeiten beim SC Korb. Archivfoto: Stoppel

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