TVB Stuttgart Kiel macht kurzen Prozess mit dem TVB

Keine Chance hatte der TVB Stuttgart in der Kieler Sparkassen-Arena. Hier wird Max Häfner von Miha Zarabec (24) und Lukas Nilsson in die Zange genommen (hinten Christian Zeitz). Foto: Sascha Klahn

Nach dem starken Auftritt in Melsungen am Donnerstag hat sich der Handball-Erstligist TVB Stuttgart drei Tage später wieder von seiner schlechteren Seite gezeigt: Vor 10 285 Zuschauern in der ausverkauften Kieler Sparkassen-Arena kam der TVB beim Tabellenführer THW Kiel über weite Strecken nicht über die Rolle des Sparringspartners hinaus und war mit der 23:35-Niederlage (11:19) am Ende sogar noch einigermaßen gut bedient. „Wir haben klar unsere Grenzen aufgezeigt bekommen“, sagte der Stuttgarter Trainer Jürgen Schweikardt nach dem Spiel.

Die überzeugende Leistung beim 26:21-Sieg in Melsungen und die beiden guten Auftritte in der Punkterunde und im Pokal gegen die Kieler hätten dem TVB eigentlich auch bei der Auswärtsaufgabe Mut machen müssen. Und tatsächlich begannen die Gäste beim Favoriten durchaus forsch. Christian Zeitz, der bei seiner Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte mit viel Applaus empfangen worden war, drosch den Ball nach zwei Minuten zum 2:2-Ausgleich in den Kieler Kasten. Patrick Zieker brachte den TVB gar mit 3:2 in Führung (3.).

Zarko Pesevski sorgte nach acht Minuten für den 5:5-Ausgleich, dann häuften sich die technischen Fehler im Spiel der Stuttgarter. Mit einem 3:0-Lauf zum 8:5 (12.) rückten die Kieler die Verhältnisse zurecht. Zeitz und Zieker brachten ihr Team beim 8:7 (15.) noch einmal heran, doch mit einem Zwischenspurt sorgte der THW schon zur Halbzeit für Ruhe.

Bitter verliert Torhüterduell, Abwehr mit Abstimmungsproblemen

Überhaupt nicht in der Griff bekamen die Stuttgarter Harald Reinkind, der nach 21 Minuten für die erste Fünf-Tore-Führung der Zebras sorgte (13:8). Die stellten ihre Deckung im Anschluss von der 6:0- auf die 3:2:1-Variante um, wodurch sie noch mehr Fehler der Gäste provozierten und zu Kontertoren kamen. Auch die Stuttgarter Deckung, die in Melsungen schier unüberwindbar war, offenbarte große Lücken und Abstimmungsprobleme. Dahinter stand Johannes Bitter meist auf verlorenem Posten. Das Torhüterduell ging eindeutig an den Kieler Dario Quenstedt. Erschwerend hinzu kam, dass der TVB in den ersten 30 Minuten viermal in Unterzahl agieren musste. Die Kieler dagegen blieben ohne Strafzeit.

So nahm das Unheil aus Sicht des TVB früh seinen Lauf. Kiel hatte leichtes Spiel und beim 19:11-Halbzeitstand bereits für die Vorentscheidung gesorgt.

Der glücklose Bitter machte im zweiten Durchgang für Nick Lehmann Platz – und der Youngster kam am Ende immerhin auf eine ordentliche Quote von 27 Prozent gehaltener Bälle. An Quenstedt freilich kam er nicht heran – wobei die Torhüterleistung nicht ausschlaggebend dafür war, dass den Gästen die Partie noch mehr aus den Händen glitt. Der Kieler Trainer Filip Jicha wechselte munter durch, die Qualität und der Hunger auf Tore blieben unvermindert groß. Nach 32 Minuten trug sich Quenstedt in die Torschützenliste ein, beim 21:11 führte der THW erstmals mit zehn Toren. Die Fehlerquote bei den Stuttgartern blieb hoch, einzig die Außen Sascha Pfattheicher und Patrick Zieker machten da eine Ausnahme. Auch Zeitz überzeugte in seinem erst zweiten Spiel für den TVB, am Ende war der 39-Jährige mit vier Treffern sogar der beste Feldtorschütze der Gäste.

Kieler knacken die 40-Tore-Marke nicht

Ansonsten hatte kaum ein Stuttgarter die Form vom Donnerstag, auch kämpferisch hat sich der TVB schon besser präsentiert. Nach 40 Minuten, beim 14:27-Rückstand, zückte der Trainer Jürgen Schweikardt die Grüne Karte. Zu diesem Zeitpunkt ging es längst nur noch darum, ein Debakel zu verhindern. Nach Lukas Nilssons Treffer zum 31:15 steuerten die Kieler 14 Minuten vor dem Ende auf die 40-Tore-Marke zu.

Die indes knackten sie nicht mehr, weil sich nun angesichts des Klassenunterschieds auch bei den Zebras die eine oder andere Konzentrationsschwäche einschlich. Größer als 16 Tore wurde der Rückstand nicht mehr, happig war die 23:35-Schlappe aber trotzdem.

Die gilt’s nun schnellstmöglich wieder aus den Köpfen zu bekommen, denn die nächste englische Woche steht an mit den wichtigen Heimspielen gegen den HC Erlangen am Donnerstag (19 Uhr) in der Scharrena und am Sonntag (13.30 Uhr) in der Porsche-Arena gegen FA Göppingen.


THW Kiel: Niklas Landin, Quenstedt (1); Duvnjak (1), Reinkind (7), Magnus Landin (1), Weinhold (2), Wienczek (2), Ekberg (7/5), Rahmel (4), Dahmke (3), Zarabec (1), Horak, Pekeler (2), Nilsson (4),

TVB Stuttgart: Bitter, Lehmann; Häfner (2); Asgeirsson, Weiß (2), Faluvégi (1), Späth, Lönn (1), Markotic (1), Röthlisberger (1), Zeitz (4), Zieker (6/3), Pfattheicher (4/2), Pesevski (1), Wieling.

Keine Chance hatte der TVB Stuttgart in der Kieler Sparkassen-Arena. Hier wird Max Häfner von Miha Zarabec (24) und Lukas Nilsson in die Zange genommen (hinten Christian Zeitz). Foto: Klahn

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