Rems-Murr-Sport Schon wieder Trainerwechsel in Waiblingen

Nicht mehr Trainer bei den Waiblinger Handballern: Dominic Schaudt. Foto: Ralph Steinemann

Bei den Handballern des VfL Waiblingen gibt es wieder einmal einen Trainerwechsel. Dominic Schaudt ist als Coach der ersten Männermannschaft zurückgetreten. Zuvor war ihm mitgeteilt worden, dass der Verein für die kommende Württembergliga-Saison nicht mehr mit ihm plane.

„Ich lass’ mich nicht zum Kasper machen!“, sagt Schaudt, der erst zu Saisonbeginn zum VfL gekommen war. Er betont, sein sofortiger Rücktritt beim Tabellenzehnten sei nicht wegen der Entscheidung des Vereins, die Zusammenarbeit nach dieser Runde zu beenden, erfolgt. Sauer aufgestoßen sind dem Trainer vielmehr die Begründungen, die der stellvertretende VfL-Vorsitzende Frank Ader und der neue Sportliche Leiter Maik Hammelmann im Gespräch vergangene Woche anführten. „Sie haben gesagt, dass fünf, sechs Spieler in der nächsten Saison nicht weitermachen werden, wenn ich Trainer bin. Das ist lächerlich. Ich hatte noch nie Spieler, die wegen mir einen Verein verlassen haben.“

Die zweite Begründung sei gewesen, dass „neue Spieler nicht kommen würden, wenn ich bleibe. Das ist auch Blödsinn.“ Und schließlich seien die VfL-Verantwortlichen mit der Trainingsarbeit nicht zufrieden gewesen. „Teilweise ziehe ich mir diesen Schuh an. Aber mit nur sieben bis neun Spielern ist es schwer, ein württembergliga-taugliches Training zu machen.“ Seit Oktober 2015 habe er öfter beim Vorstand angefragt, ob er Spieler aus der zweiten Mannschaft und der A-Jugend bekommen könne, um im Training mehr Möglichkeiten zu haben. Doch das habe die Verantwortlichen nicht interessiert.

"Er ist nie hinter mir gestanden", so Schaudt über den Sportlichen Leiter Hammelmann

Zudem vermisste Schaudt die Rückendeckung von Hammelmann, der auch sein Co-Trainer war. „Er ist nie hinter mir gestanden, sondern hat früh mit Tim Baumgart gesprochen.“ So wird der VfL-Coach in der kommenden Saison heißen. Mit ihm hatte Hammelmann das Trainerteam beim TSV Schmiden gebildet. Die beiden führten das Team in die Baden-Württemberg-Oberliga, wurden dann aber früh entlassen. An Hammelmann, der noch keinen schriftlichen Vertrag in Waiblingen hat, bemängelt Schaudt besonders, dass er ohne ihn Gespräche mit den VfL-Spielern über die Zukunft geführt habe. Schaudts Fazit: „Das ist alles schon ein bisschen enttäuschend.“

Der stellvertretende VfL-Vorsitzende Frank Ader kontert die Kritik. Es sei schlichtweg eine Tatsache, dass einige Spieler unter Schaudt nicht mehr spielen wollten. „Außerdem haben uns Spieler klipp und klar gesagt, dass sie nicht nach Waiblingen kommen, wenn er Trainer ist.“ Und der Verein habe sehr wohl Interesse an der Männermannschaft gezeigt. Nur sei es sehr schwierig, A-Jugendliche, die schon dreimal wöchentlich trainieren, davon zu überzeugen, noch eine Zusatzeinheit bei den Männern einzulegen. Was die Unterstützung durch die zweite Männer-Mannschaft angeht, räumt Ader ein, es sei nicht optimal gelaufen. Erst seit rund einem Monat trainieren die Teams dienstags zusammen. „Das hätte man schon im September oder Oktober machen können.“ Andererseits sei Schaudt auch zu wenig fordernd aufgetreten. „In meinen Augen war er da ein bisschen zu weich.“

Dominic Schaudt sagt, er wolle nun erst einmal pausieren. Bis zum Saisonende wird das Württembergligateam des VfL Waiblingen von Maik Hammelmann trainiert.

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