TVB 1898 Stuttgart Starke rechte Seite reicht dem TVB nicht zum Sieg

David Schmidt (blaues Trikot) gegen Marciej Gebala, Andreas Rojewski und Patrick Wiesmach. Foto: Ralph Steinemann

Nichts ist es geworden mit dem angestrebten Punkte-Rekord: Der Handball-Erstligist TVB 1898 Stuttgart hat sich vor 2190 Fans in der Scharrena dem SC DHfK Leipzig mit 29:32 geschlagen geben müssen. Das starke Linkshänder-Duo David Schmidt/Bobby Schagen, es erzielte zusammen 15 Tore, reichte letztlich nicht gegen einen guten Gegner.

Das fröhliche Eiersuchen fiel aus für die Bittenfelder am Ostermontag. Vielmehr forschten Jürgen Schweikardt und sein Team am Vormittag bei der gemeinsamen Videoanalyse nach den Gründen für die Niederlage am Tag davor. Dabei sah sich der Trainer in seinem ersten Eindruck direkt nach Spielende bestätigt. „Es waren viele Kleinigkeiten, die in der Summe den Ausschlag gaben“, so Schweikardt. „Möglicherweise haben die letzten paar Prozent Aufmerksamkeit und Siegeswillen gefehlt.“

Dabei hatte der TVB, der außer auf Robert Markotic kurzfristig auf seinen Linksaußen Tobias Schimmelbauer (Sprunggelenksverletzung) verzichten musste, ordentlich in die Partie gefunden. Dominik Weiß glich den 0:1-Rückstand mit seinem 100. Saisontreffer aus und Bobby Schagen legte per Konter zum 2:1 nach. Der niederländische Rechtsaußen erwischte einen Sahnetag: Er traf vom Siebenmeterstrich, von außen und auch aus dem Rückraum bei zehn Versuchen neunmal. Ihn und David Schmidt (acht Tore) bekamen die Leipziger über 60 Minuten nicht in den Griff.

Mit einlaufenden Außenspielern versuchte der TVB, die Deckung der Gäste in Bewegung zu bringen. Per Nachwurf erzielte Max Häfner beim 7:5 die erste Zwei-Tore-Führung des Heimteams nach zwölf Minuten. Nach Schagens viertem Treffer zum 9:7 (16.) bat der Leipziger Coach André Haber sein Team zur Besprechung. Niclas Pieczkowski kam für Maximilian Janke, doch der TVB blieb spielbestimmend. Lukas von Deschwanden traf zum 12:8 (19.), Schagen zum 13:9 (21.) und 15:12 (25.).

Der TVB verpasste es in dieser Phase, sich einen noch größeren Vorsprung zu erspielen. Es schlichen sich vermehrt leichte Fehler ein, das Überzahlspiel war durchwachsen. Auch Jogi Bitter erreichte nicht die Form der jüngsten Spiele und machte fünf Minuten vor der Halbzeit für Jonas Maier Platz. Binnen sechs Minuten egalisierte Leipzig den Vier-Tore-Rückstand zum 16:16. Immer wieder kamen die Gäste über ihre guten Außenspieler Marc Esche und Patrick Wiesmach zum Erfolg. Mit seinem fünften Treffer sorgte Esche für den 17:17-Halbzeitstand.

Sehr gut kam der TVB aus der Pause zurück. Der unermüdliche Schagen legte per Dreierpack zum 20:18 vor (34.), Maier parierte drei schwierige Bälle. 22:19 (40.) und 24:21 (43.) führte der TVB, ehe er die Leipziger erneut ins Spiel brachte. Häfner kassierte eine unglückliche Zeitstrafe (44.). Und für Martin Kienzle, der aus dem Oberliga-Team in den Kader rückte, war nach 46 Minuten komplett Schluss: Er traf Wiesmach bei einer Abwehraktion, die Schiedsrichter Sebastian Grobe und Adrian Kinzel hielten Kienzle die Rote Karte unter die Nase.

„Das war ein bisschen unclever und vielleicht auch übermotiviert, da muss Martin einfach wegbleiben“, sagte sein Trainer am Tag danach. Spielentscheidend freilich war diese Aktion nicht, seltsamerweise jedoch verlor der TVB nun die Kontrolle. Der für den schwachen Milos Putera eingewechselte Leipziger Keeper René Villadsen lupfte den Ball zum 24:24-Ausgleich ins verwaiste TVB-Tor, der deutsche Nationalspieler Philipp Weber sorgte beim 26:25 (50.) für die erste Gästeführung seit dem 1:0.

Nachdem Lukas von Deschwanden – er erwischte auf der Spielmacher-Position wie Michael Schweikardt und Max Häfner keinen guten Tag –, an Villadsen gescheitert war, überwand Wiesmach den inzwischen wieder eingewechselten Bitter zum 29:27 (54.). Mit diesem 8:3-Lauf hatte Leipzig das Spiel gekippt und Lunte gerochen. Franz Sempers 30:27 bedeutete die Vorentscheidung, auch wenn sich der TVB nicht geschlagen gab und noch am Punktgewinn schnupperte. Nach Schmidts 28:30 ließ Manuel Späth bei einem Konter frei vor Villadsen den 29:30-Anschluss liegen. Wiesmach machte im Gegenzug mit dem 31:29 den Deckel drauf (57.), Weber zeichnete für den 32:29-Endstand verantwortlich.

„Uns war klar, dass Leipzig nicht schlechter auftreten würde als Melsungen“, sagte Jürgen Schweikardt. Trotzdem sei’s ärgerlich, dass sein Team das Spiel nicht nach Hause gebracht habe. „Wir waren eigentlich lange am Drücker und haben es immer wieder gut gemacht. Unterm Strich hat sich jeder einen oder zwei Fehler zu viel erlaubt.“

Am Montagmittag hakte Schweikardt das Leipzig-Spiel ab, die Vorbereitungen auf die nächste Partie standen an. An diesem Donnerstag (19 Uhr) gastieren die Füchse Berlin in der Scharrena. Ein Team, das den TVB sicherlich vor noch schwierigere Aufgaben stellen wird als Leipzig.

TVB 1898 Stuttgart: Bitter, Maier; Häfner (2), Weiß (4), Schagen (9/3), Schweikardt (1), Späth, Baumgarten (3), Röthlisberger, Kienzle, von Deschwanden (2), Pfattheicher, Schmidt (8).

SC DHfK Leipzig: Putera, Villadsen (1); Semper (5), Wiesmach (8/3), Rojewski (2), Jurdzs, Krzikalla, Binder, Janke (1), Pieczkowski (3), Roschek, Weber (4), Gebala, Milosevic (1), Esche (7).

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