Rems-Murr-Sport Thomas Zeitz wird neuer Trainer beim VfL Waiblingen

Mit den Mainzerinnen ist Trainer Thomas Zeitz sehr erfolgreich gewesen. „Warum also nicht auch mit dem VfL?“, denken sich offensichtlich die Waiblinger Verantwortlichen. Foto: Detlef Gottwald Fotografie

Waiblingen.
Mit dieser Entscheidung setzt der VfL Waiblingen ein klares Zeichen: Thomas Zeitz, der die Zweitliga-Handballerinnen von kommendender Saison an coachen wird, hat den 1. FSV Mainz 05 in die erste Liga geführt. Und aufsteigen will ja mittelfristig auch der VfL.

Nach der Mitte Dezember erfolgten Ankündigung des aktuellen Coachs Nicolaj Andersson, den Verein nach der Saison zu verlassen und zum Schweizer Meister LC Brühl zu wechseln, verloren die Waiblinger Verantwortlichen, besonders das für den Frauenbereich zuständige Vorstandsmitglied Peter Müller, keine Zeit. Mit dem 46-jährigen Thomas Zeitz hat der Verein nun offenbar den Wunschnachfolger für den Dänen gefunden.

Laut Pressemitteilung jedenfalls hält Müller große Stücke auf den künftigen Chefcoach und freut sich laut Pressemitteilung sehr über dessen Wechsel zum VfL: „Thomas und seine Handballphilosophie passen sehr gut zu unserem Verein, zu unserer jungen Mannschaft und unserem Bestreben, mit dem Frauenteam mittelfristig in die 1. Bundesliga aufzusteigen.“ Der Club sei stolz, dass Waiblingen mittlerweile offensichtlich nicht nur für Spielerinnen eine attraktive Adresse ist, sondern auch für Trainer. „Wir hatten weitere Anfragen aus der 1. und der 2. Bundesliga“, ergänzt Rolf Klingler, Vorstandssprecher der Waiblinger Handballer.

Thomas Zeitz erhält beim VfL einen Zwei-Jahres-Vertrag und wird wie sein Vorgänger Andersson als hauptberuflicher Trainer angestellt. Er selbst begann im Alter von fünf Jahren mit dem Handballspielen bei seinem hessischen Heimatverein TSG Ober-Eschbach. Als Aktiver schaffte es Zeitz bis in die damalige Regionalliga, der heutigen 3. Liga. Weitere Stationen waren der TuS Nieder-Eschbach (Oberliga) und die TSG Oberursel (Landes- und Oberliga), beim letzteren Verein als Spielertrainer. „Ich hatte auch Angebote aus der 1. und der 2. Liga, aber dafür war ich etwas zu faul“, wird Zeitz in der Pressemitteilung der Waiblinger zitiert. Bereits mit 17 Jahren hatte sich der Spieler erstmals als Jugendtrainer engagiert. „2012 habe ich mich dann entschieden, als hauptamtlicher Trainer tätig zu werden.“

Der gelernte Bankkaufmann und Sparkassenfachwirt übernahm im Dezember 2015 das Traineramt bei den Frauen des FSV Mainz 05. Als Krönung feierte Thomas Zeitz mit den „Meenzer Dynamites“ in der vergangenen Saison den Aufstieg in die 1. Bundesliga. In dieser kämpft die Mannschaft nun freilich um den Klassenverbleib. Derzeit ist Mainz mit vier Punkten Vorletzter, doch in der Liga geht es sehr eng zu.

Auf die Frage nach den Beweggründen für seinen Wechsel nach Waiblingen sagt der in Frankfurt am Main geborene Trainer: „Nach viereinhalb erfolgreichen Jahren mit Mainz 05 habe ich eine neue Herausforderung gesucht. Die Gespräche mit den Verantwortlichen vom VfL Waiblingen waren von Beginn an konstruktiv.“

Der Verein habe eine junge, talentierte Mannschaft mit noch Potenzial. „Es reizt mich sehr, sie noch ein ganzes Stück weiterzuentwickeln. Die Vorstellung, im momentan interessantesten Gebiet des deutschen Frauen-Handballs rund um Stuttgart arbeiten zu können, finde ich sehr spannend.“ Wie Andersson setzt Thomas Zeitz auf schnellen, modernen Handball, sehr wichtig sei ihm die Stärkung der Eigeninitiative seiner Spielerinnen.

Dafür bedürfe es einer offenen und ehrlichen Kommunikation. Funktioniere diese zwischen Trainer, Spielerinnen und Vereinsverantwortlichen, „werden wir viel Spaß zusammen haben“. Der sei eine der Voraussetzungen für erfolgreiche Arbeit. Ziel sei es, jede Spielerin ein bisschen besser zu machen sowie den Horizont in Bezug auf das Spiel in der Kleingruppe und in der Gruppentaktik zu erweitern. „Dann werden wir automatisch besser.“

Erfahrungen als Trainer gesammelt hatte Zeitz vor seinem Engagement in Mainz schon beim Männer-Oberligisten TSG Münster sowie bei den Frauen-Teams der HSG Mörfelden-Walldorf (Oberliga und 3. Liga), der TSG/DJK Mainz-Bretzenheim (3. Liga und Aufstieg in die 2. Liga) und der TSG Ober-Eschbach (2. Liga). Darüber hinaus war der 46-Jährige von 2006 bis 2016 als Kader- und Stützpunkttrainer beim Hessischen Handballverband und als Coach mit Jugend-Vereinsmannschaften erfolgreich. Höhepunkt war das Erreichen des Halbfinales um die deutsche Meisterschaft der männlichen A-Jugend.

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