Rems-Murr-Sport Trainerserie: Was tun, wenn der Auftakt misslingt?

Ist nach dem 1:4 seiner Mannschaft zum Saisonauftakt gefordert: Giuseppe Iorfida. Foto: ZVW / Steinemann

1:4 im ersten Spiel, auf eigenem Platz – schlechter könnte eine Saison kaum beginnen. Genau das ist Bezirksligist SV Unterweissach und seinem Trainer Giuseppe Iorfida, den wir eine Saison lang bei seiner Arbeit begleiten (Teil 1 finden Sie hier), passiert. Wie geht er damit um?

„Ich habe alles erwartet, bloß das nicht“, gibt er zu. „Das kam aus dem Nichts.“ Seine Mannschaft, sagt Iorfida, habe nicht ihr wahres Gesicht gezeigt. Unterm Strich aber steht ein ernüchterndes Ergebnis. Wie geht er als Trainer damit um?

„Das Wichtigste ist: Ruhe bewahren.“ Und es gelte, die Reaktion des Teams zu beobachten. Die Frage laute: „Ist Betroffenheit da?“ Oder macht den Spielern die Niederlage nichts aus? Wenn sie keine Regung zeigen, „dann hast du ein Problem“.

Draufhaun ist der falsche Weg

Bei seiner Mannschaft aber habe er gespürt, wie sehr sie Ergebnis und Leistung getroffen hätten. Iorfida: „Dann ist es ganz falsch, draufzuhau’n.“

Ohnehin gelte es, individuell zu agieren. „Was ist das für eine Mannschaft? Besteht sie aus alten, erfahrenen Spielern oder aus jungen?“ Als Trainer einer Mannschaft mit erfahrenen Spielern könne man auch mal laut werden. Junge Spieler, wie sie beim SVU vorherrschen, müsse der Trainer dagegen anders behandeln.

Das beginnt schon bei der Pausenansprache. Die Unterweissacher lagen gegen die SV Remshalden zur Halbzeit bereits mit 0:2 zurück. „Man beginnt dann mit den Dingen, die positiv waren. Dann kommen Kritik und Verbesserungsmöglichkeiten von mir, und am Ende sollte noch einmal etwas Positives stehen.“

Das allerdings hat den Unterweissachern diesmal nichts genutzt. Fragt man sich dann als Trainer, was man falsch gemacht hat? „Das tut man immer“, sagt Iorfida. War der Matchplan richtig? Doch angesichts der personellen Lage habe er bei der Aufstellung keine anderen Möglichkeiten gehabt. Warum jedoch keine seiner Anweisungen letztlich gefruchtet – zumindest die Niederlage nicht verhindert habe, müsse noch analysiert werden.

Auf die Niederlage folgen viele Einzelgespräche

Im Training stehen deshalb in dieser Woche mehr Einzelgespräche an als sonst. Zunächst mit den Führungsspielern und jenen Spielern, die sich in diesem Spiel schlecht präsentiert haben. Iorfida: „Eine allgemeine Ansprache erwarten die Spieler sowieso.“

Direkt nach dem Spiel darauf einzugehen sei der falsche Weg. Iorfida: „Ich hole die Mannschaft zwar immer zusammen, sage aber nur etwas, wenn ich sicher bin, die richtigen Worte zu finden.“ Das bedeute vor allem, nicht – im negativen Sinne – emotional zu reagieren.

Alles andere als optimal sei es, dass der SVU nun spielfrei ist. „Am besten wäre es, gleich wieder spielen zu können.“ Und es dann besser zu machen.

Jetzt ist Druck auf dem Kessel

Die Auftaktniederlage, sagt Iorfida, sei noch kein Fehlstart, sondern nur ein Spiel unter 28. Allerdings folgen nach der Spielpause schwere Begegnungen. Zunächst gegen den FSV Waiblingen („bockstark, da ist jetzt Druck auf dem Kessel“), und nach dem SV Fellbach II warten mit SV Steinbach, TSV Nellmersbach und SV Allmersbach Teams, die zu den Anwärtern auf Spitzenplätze gerechnet werden. Viel Arbeit also für Iorfida.

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