Rems-Murr-Sport TSV Rudersberg: Die Gründe für den Fehlstart

Die Rudersberger verjüngen ihren Kader. Lukas Riefle zählt mit 24 Jahren bereits zu den älteren Spielern. Foto: Ralph Steinemann Pressefoto

In der vergangenen Saison hat der TSV Rudersberg in der Fußball-Kreisliga A II lange im Kampf um die Aufstiegsplätze mitgemischt. Auch diesmal lautete das Saisonziel: „oben mitspielen“. Nach zwei Spielen aber hatte der TSV null Punkte und 2:11 Tore auf dem Konto. Was ist schiefgelaufen?

Nichts Dramatisches, folgt man den Worten von Trainer Patrick Haaf und Abteilungsleiter Rüdiger Augustin. „Wir haben eine sehr junge Mannschaft“, sagt der Abteilungsleiter. Mehrere Spieler aus der A-Jugend seien eingebaut worden, wichtige, erfahrene Kicker stehen nicht mehr zur Verfügung. Wichtig sei gewesen, dass auf die beiden Niederlagen ein 4:1-Sieg in Erbstetten folgte. Augustin bleibt ruhig. „Das wird sich alles einpendeln.“

Trainer Patrick Haaf sieht das genauso. „Wir haben schon in der vergangenen Saison den Umbruch eingeleitet. Jetzt sind wir in der Altersstruktur noch einmal runtergegangen.“ Im Kader stehen nur noch wenige Spieler, die über 23 Jahre alt sind, in der Startelf dagegen finden sich regelmäßig Spieler unter 20 Jahren. „Denen fehlt die Erfahrung“, sagt Haaf. Zudem müssten sie sich – außer an Tempo und Härte bei den Aktiven – noch an das für sie neue Spielsystem gewöhnen. Aber die Jugend habe auch etwas Gutes, sagt der Trainer: „Die Jungen lernen schnell.“

Unterstützung für die Jungen: "Ihr dürft Fehler machen"

Haaf allerdings musste nach den beiden Auftaktklatschen zunächst psychologische Aufbauarbeit leisten. In vielen Einzelgesprächen habe er den jungen Spielern klargemacht: Lasst euch nicht runterziehen. „Ihr dürft Fehler machen.“

Haaf hatte offensichtlich Erfolg damit. In Erbstetten habe die Mannschaft „eine gute Reaktion gezeigt“ und hätte wesentlich höher als nur 4:1 gewinnen können. Und weil die Niederlagen in Kleinaspach und gegen Kirchberg ebenfalls viel höher ausgefallen seien, als nach dem Spielverlauf angemessen gewesen wäre, sei er völlig ruhig. Bei einem jungen Team gebe es immer Durchhänger. Aber: „Wir wissen, welche Qualität wir haben. Bringen wir 100 Prozent, sind wir schwer zu schlagen.“

Seifert, Eckl, Secgin – drei erfahrene Spieler sind nicht mehr dabei

Verkraften müssen die Rudersberger jedoch den Ausfall von drei zentralen Spielern der vergangenen Spielzeit. Dass Spielführer Dirk Seifert in die zweite Mannschaft rücken würde, war klar gewesen. Er fehle mit seiner Erfahrung, habe durch seine Cleverness zudem viele Freistöße und Elfmeter herausgeholt – die es nun nicht mehr gibt. Der berufsbedingte Verlust der Verteidiger Alexander Eckl und Cimen Secgin kam für den TSV jedoch überraschend. Hier sind nun mit Jannik Traub und Admir Mustafic zwei 18-Jährige gefordert. In der Offensive ist das der gleichaltrige Patrick Keinath.

Patrick Haaf ist davon überzeugt, dass sein Kader mehr Qualität habe als zuletzt. Weil er aber jung ist, müsse mit Rückschlägen immer gerechnet werden.

Nächster Gegner ist Tabellenführer SG Oppenweiler

Am Sonntag muss der TSV Rudersberg bei Tabellenführer SG Oppenweiler antreten. Der Aufsteiger ist optimal gestartet: vier Siege, 25:2 Tore. „Die schwimmen auf der Euphoriewelle“, sagt Haaf. Das aber könne auch schnell wieder enden. Er rechnet mit einem ausgeglichenen Spiel zweier guter Mannschaften. Sein Team werde spielen wie zuletzt (wie in Erbstetten also im Gegenpressing etwas weniger offensiv als beim Saisonstart). Haaf vertraut seiner Mannschaft trotz des schlechten Starts.

Die Ergebnisse der ersten beiden Spieltage aber sollen sich nicht wiederholen. Abteilungsleiter Rüdiger Augustin: „Wir müssen den Sieg von Erbstetten bestätigen.“

Weitere Infos zum TSV Rudersberg

Aktuell ist der TSV Rudersberg mit drei Punkten aus drei Spielen Elfter in der Kreisliga A II.
In der vergangenen Saison stand der TSV nach einer starken Vorrunde auf Platz zwei, fiel nach einer schwächeren Rückrunde aber auf Platz drei zurück.
Der TSV spielte 1989/90, 91/92, 2001 bis 08, 9/10 und 2011/12 in der Bezirksliga. 1990/91 war er in der Landesliga. In der Saison 2016/17 scheiterten die Rudersberger erst in der zweiten Aufstiegsrelegationsrunde mit 1:4 am SV Unterweissach.
Patrick Haaf ist im zweiten Jahr Trainer beim TSV. Er besitzt die Trainer-B-Lizenz.
Bereits fünf Tore in drei Spielen hat Fabian Keinath erzielt. Fünf von sechs Rudersberger Treffen in den drei Begegnungen bisher.

Im Pokal unterlagen die Rudersberg am Mittwochabend dem Bezirksligisten SC Korb knapp mit 3:4.
 

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