TVB Stuttgart - HBW Balingen-Weilstetten TVB holt einen Punkt – und verschenkt den Sieg

, aktualisiert am 08.11.2019 - 06:50 Uhr
Adam Lönn (links, gegen Jona Schoch) war am Ende der tragische Held beim TVB Stuttgart. Foto: Bernhard Moschkon

Der Handball-Erstligist TVB Stuttgart muss weiter auf seinen zweiten Saisonsieg warten. Im Schwaben-Derby beim HBW Balingen-Weilstetten musste er sich vor 2350 Zuschauern in der ausverkauften Sparkassen-Arena mit einem 25:25-Unentschieden. Der Handball-Erstligist TVB Stuttgart muss weiter auf seinen zweiten Saisonsieg warten. Im Schwaben-Derby beim HBW Balingen-Weilstetten musste er sich vor 2350 Zuschauern in der ausverkauften Sparkassen-Arena mit einem 25:25-Unentschieden (15:13) begnügen. Den zweiten Punkt ließ der TVB in einem heißen Match auf kuriose Art und Weise liegen.

Das Ende passte irgendwie zu einem Spiel, das höchsten Unterhaltungswert bot. Die beiden Trainer Jens Bürkle (HBW) und Jürgen Schweikardt (TVB) dürften angesichts der vielen Schwankungen ihrer Teams mit einem Maximalpuls am Spielfeldrand gestanden haben. Am Ende jubelte der Aufsteiger von der Schwäbischen Alb über einen Punkt, der nach dem Spielverlauf glücklich zustande gekommen war.

25:24 führte der TVB und hatte nach einer Auszeit 45 Sekunden Zeit, mit dem finalen Treffer den Sieg einzutüten oder zumindest die Uhr herunterlaufen zu lassen. Balingen zwang Stuttgart 18 Sekunden vor Schluss ins Zeitspiel. Adam Lönn donnerte den Ball kurz nach dem Pfiff aufs Tor. Die Schiedsrichter Mirko Krag und Markus Hurst bewerteten diese Aktion als Verhinderung eines Konters und zückten die Rote Karte. Und weil es die innerhalb der letzten 30 Sekunden gab, bekam der HBW einen Strafwurf zugesprochen. Den verwandelte Gregor Thomann zum 25:25-Endstand.

Der TVB hatte in der „Hölle Süd“ einen super Start erwischt und brachte die Fans schnell zur Ruhe. Der Torhüter Johannes Bitter nervte die Balinger mit etlichen Paraden, die Abwehr um den über 60 Minuten hinweg überragenden Mittelblock Adam Lönn/Samuel Röthlisberger war von der ersten Minute an hellwach – und David Schmidt nicht zu bremsen. Mit 5:1 führte der TVB nach sechs Minuten, der in der Anfangsphase ebenfalls starke Rudolf Faluvégi traf zum 8:4 (14.)

Die Gäste hatten den Gegner unter Kontrolle – und verloren diese in den folgenden zehn Minuten auf unerklärliche Weise. Der Balinger Trainer Jens Bürkle brachte früh Mike Jensen für Vladimir Bozic im Tor. Der Däne wuchs in seinem besten Spiel für den HBW über sich hinaus und entschied das Torhüterduell gegen Bitter am Ende klar für sich. Der TVB schloss zu früh und überhastet ab. Die Defensive – allen voran die rechte Seite – hatte riesige Probleme mit dem wuchtigen Kreisläufer Marcel Niemeyer. Balingen drehte die Partie mit einem 6:0-Lauf zum 10:8 (24.). Es ging hier und da etwas zu schnell für den TVB.

TVB geht mit dem Vorteil in die Pause

Der jedoch berappelte sich noch vor der Halbzeit. Das Zusammenspiel mit dem Kreisläufer Zarko Pesevski klappte besser, beim 12:11 (27.) hatte sich der TVB die Führung wieder zurückgeholt und ging mit dem dem 15:13-Vorteil in die Pause.

Der zweite Spielabschnitt war zunächst ein Abbild des ersten: Der TVB, angetrieben vom guten Adam Lönn, kontrollierte das Geschehen und führte nach 38 Minuten mit 19:15. Ein Fehlpass des Schweden verhinderte dann allerdings die erstmalige Fünf-Tore-Führung. Wieder verzettelte sich der TVB in Einzelaktionen und nahm sich Würfe aus schlechten Positionen. Beim 19:20 durch Lukas Saueressig war der Aufsteiger wieder dran (46.).

Das Spiel wurde immer zerfahrener, beide Mannschaften rieben sich an der gegnerischen Deckung auf. Der TVB hielt aber zunächst seinen knappen Vorsprung (21:19/22:20). Zehn Minuten vor dem Ende war das Derby aber wieder auf null – 22:22. Noch einmal legte Stuttgart durch Schmidt und Lönn vor zum 24:22 (53.).

Nach Pesevkis Treffer zum 25:23 vergab der TVB vier Minuten vor dem Ende die Entscheidung: Zieker und Schmidt scheiterten an Jensen. Auch nach Bitters erst dritter Parade im zweiten Durchgang machten die Gäste den Deckel nicht drauf. Nach einer Auszeit brachte Bürkle knapp drei Minuten vor Schluss den siebten Feldspieler – und der TVB leistete sich einen Fehler zu viel: Sascha Pfattheicher fing einen den Ball hinter der Seitenlinie, Pesevski bekam ein Zuspiel nicht zu fassen. Dazwischen verkürzte Gregor Thomann per Siebenmeter zum 24:25 und zum – letztlich glücklichen – Ausgleich für Balingen. Der TVB ärgerte sich hernach über verpasste Chance, beide Punkte mitzunehmen.

HBW Balingen-Weilstetten: Jensen, Bozic; Zobel, Niemeyer (4), Lipovina (4), Kirveliavicius, Taleski (1), Hausmann (3), Thomann (4/4), Nothdurft (5), Meschke, Gretarsson, Strobel, De la Pena Morales (2), Schoch, Saueressig (2).

TVB Stuttgart: Bitter, Lehmann; Häfner (1), Asgeirsson, Weiß, Faluvégi (3), Späth, Lönn (5), Markotic (1), Röthlisberger (1), Zieker (2/1), Pfattheicher (1), Pesevski (4), Schmidt (7), Wieling.

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