TVB Stuttgart TVB: Punkt gerettet, Schmidt verloren

David Schmidt tankt sich gegen Luca Witzke durch und lässt dem Leipziger Keeper Jens Vortmann keine Chance. Der Linkshänder des TVB war zusammen mit Johannes Bitter des beste Stuttgarter, schied aber kurz vor Schluss verletzt aus. Foto: Ralph Steinemann Pressefoto

Dank einer Leistungssteigerung im zweiten Spielabschnitt hat sich der Handball-Erstligist TVB Stuttgart vor 5422 Fans in der Porsche-Arena gegen den SC DHfK Leipzig beim 25:25 (12:14) einen Punkt erkämpft. Teuer allerdings, denn der bis dahin zusammen mit Torhüter Johannes Bitter überragende David Schmidt musste fünf Minuten vor dem Ende mit einem ausgekugelten Finger – inklusive Fleischwunde – vom Platz und wird in den nächsten Spielen fehlen.

Welche Bedeutung der Linkshänder für den TVB hat, wurde am Sonntag wieder einmal deutlich: Dem Neu-Nationalspieler gelang zwar nicht alles, doch ohne den achtfachen Torschützen wäre der TVB als Verlierer aus der Halle gegangen. Mitentscheidend war zudem, dass Bitter das Torhüterduell gegen Jens Vortmann und Joel Birlehm klar gewann.

Die schwache Leistung in Lemgo steckte dem TVB im ersten Spielabschnitt in den Kleidern. Nach der 1:0-Führung durch Adam Lönn, es sollte die letzte sein für lange Zeit, leistete sich das Heimteam ein Stürmerfoul und zwei technische Fehler. Nach acht Minuten brachte Philipp Weber die Leipziger mit 5:3 in Führung, dann gab’s die erste Schrecksekunde für den TVB: Patrick Zieker blieb nach einem Angriff auf dem Boden liegen. Zum Glück konnte er weitermachen, eine Alternative auf Linksaußen gab’s nämlich nicht: Der erst kürzlich per Zweifachspielrecht verpflichtete Alexander Schulze hatte sich tags zuvor am Oberschenkel verletzt.

Die Probleme waren offensichtlich

Nach dem 3:6-Rückstand (9.) glich der TVB zwar zum 6:6 aus (13.), die Probleme indes waren offensichtlich: Es klemmte vor allem im Rückraum. Weil auch Robert Markotic wegen einer Knöchelverletzung ausfiel, ruhte die Last im Rückraum wieder einmal auf David Schmidt. Dominik Weiß suchte zu selten die Tiefe. Adam Lönn bemühte sich zwar im zweiten Spiel nach seiner langen Verletzungspause, doch der Schwede hat noch nicht seine alte Durchschlagskraft. Auf der Spielmacherposition leistete sich Rudolf Faluvégi zu viele Fehler, und auch Max Häfner hatte seine Probleme. Zarko Pesevski jedenfalls hing am Kreis völlig in der Luft.

Die Gäste zogen beim 9:6 (15.) wieder davon – und mussten dafür gar nicht besonders viel investieren. Erschwerend hinzu kam für den TVB, dass die Schiedsrichter Ramesh und Suresh Thiyagarajah nicht ihren besten Tag erwischten und sehr kleinlich pfiffen – häufig zuungunsten der Stuttgarter. So schickten die Referees Bitter wegen Meckerns für zwei Minuten auf die Bank (18.).

Irgendwie lief fortan alles gegen das Heimteam. Leipzig nutzte die Abspielfehler des Gegners und konterte zur 12:7-Führung nach 20 Minuten. Der TVB wirkte in dieser Phase wie gelähmt. Einzig Bitter und Schmidt ließen sich nicht anstecken. Doch als sich auch bei Leipzig Fehler einschlichen, verkürzte der TVB zum 12:14-Halbzeitstand – und damit war er gut bedient.

Ausgeglichene und hart umkämpfte Partie in der zweiten Hälfte

Mit einer ganz anderen Körpersprache kehrte das Team von Trainer Jürgen Schweikardt aus der Kabine zurück. Die Abwehr biss sich ins Spiel, Leipzig bekam Probleme im Positionsangriff und musste auch in der Defensive mehr arbeiten. Zieker traf beim 16:16 (34.) zum ersten Ausgleich seit dem 6:6. Fehlerbehaftet war das Spiel des TVB weiterhin, weshalb die Gäste auch immer wieder vorlegten. Trotzdem: Es war nun eine ausgeglichene, hart umkämpfte Partie.

Nach einer tollen Parade von Bitter erzielte Weiß beim 21:20 (48.) die erste Führung seit dem 1:0. Die war jedoch rasch wieder futsch (21:22). Zieker vergab die Chance zur Führung, er scheiterte zum zweiten Mal per Strafwurf am ansonsten schwachen Vortmann. Dann fasste sich Häfner ein Herz (23:22/56.). Maciej Gebala glich aus zum 23:23, im Anschluss scheiterte Sascha Pfattheicher frei vor SC-Keeper Joel Birlehm. Erneut Gebala brachte die Gäste vom Kreis beim 24:23 in Vorteil.

134 Sekunden blieben dem TVB nach einer Auszeit noch, Lönn überraschte Birlehm zum 24:24. Weber ließ 20 Sekunden vor dem Ende die Hoffnungen der Fans mit einem verdeckten Wurf zum 24:25 schwinden. Vier Sekunden vor der Sirene beförderte Weiß den Ball mit dem finalen Wurf zum 25:25-Endstand ins lange Ende.

Vor dem Spiel wäre der TVB mit dem einen Punkt wohl nicht zufrieden gewesen, angesichts des Spielverlaufs darf er sich nicht beklagen. Schlimmer als der Punktverlust, falls es einer war, dürfte die Stuttgarter die Verletzung von David Schmidt treffen.


TVB Stuttgart: Bitter (1), Hummel; Häfner (2), Asgeirsson, Weiß (4), Faluvégi (2), Späth (1), Lönn (3), Röthlisberger, Foege, Zieker (4/1), Pfattheicher, Pesevski, Schmidt (8), Wieling.

SC DHfK Leipzig: Vortmann, Birlehm; Wiesmach (1), Witzke (1) Krzikalla (3/1), Binder (5), Janke, Müller (1), Roscheck, Weber (6), Mamic, Remke (1), Gebala (3), Milosevic (4), Santos.

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