Rems-Murr-Sport Vorrundenbilanz: Vier Mannschaften droht der Abstieg

Es läuft nicht rund bei vier von sieben Rems-Murr-Mannschaften in überregionalen Ligen. In der Landesliga stehen TSV Schornbach (Marius Nuding in Gelb) und der SV Allmersbach (Philipp Weller und Tim Fuchslocher) auf den beiden letzten Plätzen. Foto: Ralph Steinemann Pressefoto

In der Saison 2017/18 haben die Rems-Murr-Fußballteams die überregionalen Ligen aufgemischt. Zum Vorrundenende 18/19 sieht es deutlich schlechter aus. Vier von sieben Mannschaften kämpfen gegen den Abstieg.

Oberliga

Im ersten Jahr überraschte die TSG Backnang, hielt sich immer in gebührendem Abstand zu den Abstiegsplätzen. Diesmal jedoch deutet vieles auf den Gang nach unten hin. Der Trainerwechsel bekam den Backnangern offenbar nicht, nach dem 0:2 bei Schlusslicht Friedrichstal am 15. Spieltag musste Andreas Lechner schließlich gehen. Evangelos Sbonias versucht nun zu retten, was kaum noch zu retten ist. Immerhin drohen bis zu sechs Absteiger. Der TSG fehlen jetzt bereits 13 Punkte zum ersten sicheren Platz. Das Backnanger Hauptproblem: Die TSG schießt keine Tore. Nur zwölf Treffer gelangen in 17 Spielen. Den Ausfall von Torjäger Mario Marinic konnte die TSG nicht verkraften, zumal auch noch Sturmkollege Daniel Lang zeitweise fehlte. Die Chancen, dem Abstieg noch zu entgehen, sind gering.

Bilanz: Platz 16 mit 9 Punkten, davon 6 zu Hause und 3 auswärts.

Verbandsliga

Der erfolgsverwöhnte SV Breuningsweiler ist hart gelandet. Auf vier Aufstiege innerhalb von fünf Jahren folgte eine Halbserie, wie sie schlimmer kaum hätte sein können. Tabellenführer nach dem ersten Spieltag, Zweiter nach dem zweiten – dann stürzte der SVB bis ans Tabellenende ab, handelte sich peinliche Ergebnisse ein wie das 0:10 in Ehingen. Allerdings hat er auch unglaublich große Personalsorgen. Dario Nieswandt, Stefano und Giovanni Costa, Tim Wissmann, Loris Hoffmann, Steffen und Christian Mayer, Robert Stelker, Felipe Pollak, Niko Rummel ... Die Aufzählung gibt nicht wieder, wer immer mal wieder gefehlt hat, sie alle fehlten gleichzeitig. Zudem ging Robert Schlageter aus beruflichen Gründen ins Ausland, Markus Kellermann studieren, und der eine oder andere musste aus anderen Gründen passen. Oft genug sagte Trainer Hannes Stanke deshalb: „Wir werden irgendwie eine Mannschaft zusammenbekommen.“ So lange, bis er selbst aus gesundheitlichen Gründen sein Amt zur Verfügung stellte und Niko Rummel alleine weitermachte. In den letzten drei Spielen sammelte der SVB immerhin vier Punkte und hätte sogar mehr erreichen können. Der Abstand zum rettenden Ufer ist mit sieben Punkten groß, aber nicht unüberwindbar. Toni Guaggenti, der im Januar als Trainer einsteigt, steht dennoch vor einer Herkulesaufgabe – auch wenn ein Großteil der verletzten Spieler wieder zur Verfügung steht und in der Winterpause personell nachgelegt werden soll.

Bilanz: Platz 16 mit 11 Punkten, davon 4 zu Hause, 7 auswärts.

Landesliga

Die Liga ist erneut so verrückt wie in den Jahren zuvor. Jeder kann jeden schlagen, zwei Niederlagen können Abstiegsgefahr bedeuten, zwei Siege Aufstiegschancen. Die Rems-Murr-Mannschaften kennen beide Richtungen.

TSV Schwaikheim

Zwei Jahre lang haben sich die Schwaikheimer unter Toni Guaggenti überraschend gut in der Liga gehalten, meist mit gesundem Abstand zur Abstiegszone. Nachfolger Aleksandar Kalic knüpft daran nahtlos an. Die Schwaikheimer haben zur Saisonhalbzeit sogar einen Punkt (24) mehr als im Vorjahr (23) auf dem Konto; 2016/17 waren es allerdings sogar 27 Punkte. Dennoch: Es fehlen nur vier Punkte bis Platz eins. Die Saison begann zwar schleppend, doch mit fünf Siegen in Folge katapultierte sich der TSV sogar einmal kurz auf Platz eins. Auf den sechsten Spieltag folgten insgesamt sogar neun Spiele mit nur zwei Niederlagen, von denen die letzte allerdings mit 1:7 in Satteldorf heftig ausfiel. Dennoch kann der TSV mehr als zufrieden sein. Der Trainerwechsel ist geglückt, die Mannschaft überzeugt weiter als Kollektiv und hat zudem mit Falco Frank einen sehr torgefährlichen Stürmer. Zusammen mit Pascal Dos Santos Coehlo vom TSV Heimerdingen führt er die Torschützenliste mit zwölf Treffern an.

Bilanz: Platz 7 mit 24 Punkten, 16 zu Hause (beste Heimelf), 8 auswärts.

SV Fellbach

Die Fellbacher blicken auf eine deutlich bessere Vorrunde zurück als noch im Vorjahr. Damals waren die Abstiegsplätze nah, in die Winterpause ging der SVF sogar auf dem Abstiegsrelegationsplatz. Jetzt ist er Fünfter und kann durch einen Sieg im Nachholspiel am 8. Dezember in Öhringen sogar ganz nah an die Tabellenspitze heranrücken. Stark war der SVF vor allem auf eigenem Platz. Nur einmal verlor er, dreimal teilte er die Punkte, den Rest gewann er. Alles sieht nach einer deutlich erfolgreicheren Spielzeit aus als in den zurückliegenden beiden Jahren.

Bilanz: Platz 5 mit 24 Punkten, davon 15 zu Hause, 9 auswärts.

TV Oeffingen

Die Oeffinger starteten – obwohl es im Kader einige Veränderungen gegeben hatte – furios mit drei Siegen. Schon bei der Heimniederlage gegen Schornbach zeigte sich jedoch das alte Problem: Der TVOe ist auswärts erfolgreicher als auf eigenem Gelände. Auswärts schlug er unter anderem den aktuellen Tabellenführer TSV Heimerdingen. Er bescherte allerdings auch Schlusslicht Allmersbach den ersten Saisonsieg. Dennoch wird der TVOe in dieser Verfassung weiter eine ordentliche Rolle spielen und wohl nicht – wie in der Saison 17/18 – am letzten Spieltag noch zittern müssen.

Bilanz: Platz 6 mit 24 Punkten, davon 10 zu Hause, 14 auswärts.

SV Allmersbach

Der Neuling begann mit 45 guten Minuten in Schornbach. 3:1 führte er – und verlor noch mit 3:4. Die Spiele danach untermauerten die These vieler: Der SVA ist zu schwach für die Liga. Zwei Punkte hatte er nach zehn Spieltagen auf dem Konto. Trainer Thomas Sommer und sein Team jedoch arbeiteten ruhig und kontinuierlich weiter. Ohne Druck, denn das Hauptziel ist, die Mannschaft weiterzuentwickeln. Da darf auch ein Abstieg passieren. Doch die Allmersbacher steigerten sich, kamen dem ersten Punkt, dem ersten Sieg immer näher und übergaben am 14. Spieltag die Rote Laterne vorübergehend an den TSV Schornbach. Der Klassenverbleib ist noch in weiter Ferne, der Abstand aber ist nicht unüberwindbar. Dennoch: Der Klassenerhalt wäre ein Riesenerfolg.

Bilanz: Platz 16 mit 11 Punkten, davon 8 zu Hause, 3 auswärts.

TSV Schornbach

Auf eine enttäuschende Saison 17/18, die gerade noch mit dem Klassenverbleib endete, lässt der TSV derzeit eine noch schlechtere folgen. Er hat wichtige Spieler verloren (Yildiz, Klasik, Paterno, Petridis), die Neuzugänge haben bisher nicht überzeugt. Als weitaus schlimmer aber könnte sich erweisen, dass sich auch die Mentalität nicht geändert hat. Im Kader hat es durchaus gute Fußballer, die diese Qualität aber zu selten auf den Platz bringen. Wie bei Giuseppe Greco im Vorjahr lautet auch das Mantra von Nachfolger Marius Jurczyk: Wir müssen kämpfen, erst danach können wir uns auf Spielerisches konzentrieren. Die Spieler haben das offenbar noch nicht verinnerlicht. Im Gegenteil. Durch Platzverweise schaden einige der Mannschaft immer wieder. Seit zwei Wochen ist Klaus Bihlmaier als zusätzlicher Trainer hinzugekommen. Seine Hauptaufgabe dürfte sein, den Spielern Dampf zu machen. Schaffte auch er es nicht, den Spielern fußballerischere Grundtugenden beizubringen, zeigt der Weg schnurgerade in die Bezirksliga. Der Sieg in Pfedelbach nach zehn Spielen mit nur einem Punkt macht zumindest Hoffnung auf Besserung.

Bilanz: Platz 15 mit 13 Punkten, 6 zu Hause, 7 auswärts.

  • Bewertung
    0

Heute in Ihrer Tageszeitung

  • Waiblinger Kreiszeitung
  • Schorndorfer Nachrichten
  • Winnender Zeitung
  • Welzheimer Zeitung
Lust auf mehr?

Lesen Sie Ihre Zeitung immer und überall digital: Hier ePAPER-Angebote entdecken!