TVB Stuttgart Von wegen Feiertag: Desolater Auftritt des TVB

Der TVB hatte in Hannover klar das Nachsehen. Foto: Vosshage

Ein stattliches Päckchen haben sich die Erstliga-Handballer der TVB Stuttgart am zweiten Weihnachtsfeiertag abgeholt. Die 19:32-Niederlage (8:13) bei der TSV Hannover-Burgdorf war ernüchternd genug. Schlimmer indes war, wie blutleer sich der TVB vor 9800 Fans in der TUI-Arena in den letzten 20 Minuten präsentierte. Dem Tabellenzweiten reichte eine durchschnittliche Leistung, um den TVB locker in die Schranken zu weisen.

Gleich zwei Rekorde hatte der 19. Spieltag zu vermelden: Der TVB kassierte seine höchste Pleite in den Saison – und kein Torhüter hatte nach 60 Minuten mehr Paraden auf dem Zettel als der Hannoveraner Urban Lesjak. 25 an der Zahl bedeuteten am Ende ein Fangquote von sagenhaften 57 Prozent. Logisch, dass der TVB-Keeper Johannes Bitter da nicht mithalten konnte. Doch selbst mit einer 40-Prozent-Quote von Bitter wäre für das Team von Trainer Jürgen Schweikardt nichts zu holen gewesen.

Während die Defensive 40 Minuten lang eine ordentliche bis gute Arbeit verrichtete, stand die Offensive vom Start weg komplett neben sich. Unglaubliche 20 Würfe verfehlten in den ersten 30 Minuten das Tor von Lesjak, oder aber der Slowene war zur Stelle. Wobei die Versuche häufig dermaßen halbherzig waren, dass sich der Torhüter nicht großartig verbiegen musste.

Der TVB musste erneut auf Adam Lönn (Zerrung in der Schulter) verzichten, im Abschlusstraining zog sich Sascha Pfattheicher eine Sprunggelenksverletzung zu. Vor allem der Ausfall von Lönn machte sich negativ bemerkbar. Der Rückraum fand, mit Ausnahme von David Schmidt (der sich allerdings ebenfalls viele Fehlversuche leistete) so gut wie nicht statt. Weder Max Häfner noch Rudolf Faluvégi setzten Impulse, und Dominik Weiß erwischte einen ausgesprochen schwachen Tag.

Dennoch blieb der TVB zunächst dran an den Hannoveranern, die im Positionsangriff auch nicht eben ideenreich agierten. Nach einer Viertelstunde führte das Heimteam mit 7:5, bis dahin hatte sich der TVB bereits neun Fehlwürfe geleistet. Nach drei Gegentreffern in Folge zum 5:10 nahm Schweikardt eine Auszeit und forderte „mehr Konzentration“ von seinen Spielern.

Beim 12:7 für Hannover erlöste der Trainer seinen Halbrechten Weiß, doch auch Elvar Asgeirsson blieb wirkungslos. Lediglich drei Rückraumtore gelangen dem TVB im ersten Spielabschnitt. Lesjak zog die Bälle längst magisch an, so dass der Tabellenzweite ohne große Anstrengung mit einem komfortablen 13:8 in die Halbzeit ging.

Nach der Pause hatte der TVB beim 15:11 die Chance, auf drei Tore heranzukommen. Doch Patrick Zieker scheiterte per Konter an Lesjak. An der miserablen Trefferquote änderte sich im zweiten Durchgang nichts. Weil nach und nach auch die Deckung löchrig wurde und Jogi Bitter nicht viel Unterstützung bekam, nahm nach dem 17:13 (39.) das Unheil seinen Lauf. Zweimal hintereinander traf Hannover ins leere Tor und spazierte hernach gleich reihenweise unbehelligt durch die TVB-Defensive. Beim 23:13 (44.) führte das Heimteam erstmals zweistellig, Bitter machte für den – gleichfalls bemitleidenswerten – Nick Lehmann Platz.

Die Stuttgarter ergaben sich in der Schlussviertelstunde ihrem Schicksal und schlichen angesichts der auch in dieser Höhe verdienten 19:32-Niederlage deprimiert vom Spielfeld. Auf der langen Heimfahrt blieb ausreichend Zeit, sich zu besinnen. Am Sonntag (13.30 Uhr) gastiert mit den Füchsen Berlin das nächste Spitzenteam in der ausverkauften Porsche-Arena.

TSV Hannover-Burgdorf: Lesjak (1), Ebner; Cehte (6), Martinovic, Patrail (1), Thiele (1), Pevnov (2), Jonsson (5), Böhm (3), Ugalde, Krone (2), Brozovic (4), Olsen (4), Feise, Kastening (1/1), Büchner (2).

TVB Stuttgart: Bitter, Lehmann; Häfner (1), Asgeirsson, Weiß (1), Faluvégi (1), Späth (1), Markotic, Röthlisberger, Zieker (5), Pesevski, Schmidt (7), Wieling (3).

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