Rems-Murr-Sport Waiblinger Tischkicker-Team will in die Bundesliga

Christian Stöhr (links) trainiert mit Raffael und Silas Torschüsse und Pässe im Jugendraum der evangelisch-methodistischen Kirche. Foto: Habermann / ZVW

Waiblingen. Konzentration, Timing und Ballgefühl – wer gedacht hat, Tischkicker ist nur eine Kneipenbeschäftigung, wird im Jugendraum der evangelisch-methodistischen Kirche eines Besseren belehrt. Denn dort wird hart trainiert: Torschüsse werden geübt, Strategien besprochen und an Pässen gefeilt. Das erklärte Ziel der Jugendmannschaft ist es, irgendwann in der Juniorenbundesliga mitzuspielen.

Mit ruhigem Blick fixiert der 13-jährige Silas das Tor, taxiert und rollt dann blitzschnell den Griff über sein Handgelenk ab. Das kleine grüne Männchen macht einen Überschlag und schießt gegen den Ball, der mit einem lauten Knall ins Tor saust. „Da ist ganz schön Wucht dahinter, mit Reaktion alleine ist so ein Ball nicht mehr zu halten“, erklärt Christian Stöhr, der die Jugendlichen trainiert. Er selbst hat mehrere Jahre in einem Kickerverein in der zweithöchsten hessischen Liga gespielt. „Jet“ ist eine der beiden Schusstechniken, die das Team derzeit trainiert. Die andere, der „Pin Shot“, funktioniert ähnlich, nur ohne Überschlag, wird aber mit der Handfläche am Griff gespielt.

Strategie entscheidet über den Sieg

Silas ist von Anfang an beim Kickern im Gemeindezentrum dabei, seit drei Jahren feilt er hier regelmäßig an seiner Schusstechnik. Sein 16-jähriger Teamkollege Raffael ist seit zwei Jahren Teil der Mannschaft. Besonders gut gefällt ihm am Kickern: „Man kann seine Konzentration verbessern und dabei im Team spielen.“ Fenno, 14 Jahre alt und ebenfalls begeisterter Kickerspieler, fügt hinzu: „Und man kann sich auch super ergänzen.“ Er selbst spiele zum Beispiel meist in der Abwehr, könne gut nach vorne passen und von hinten aufs Tor schießen. Die anderen beiden seien super im Sturm.

„Normalerweise übt jeder auf seiner Position, das ist am sinnvollsten“, erklärt der Trainer. Natürlich werde hin und wieder gewechselt, um auch die anderen kennenzulernen. Sehr wichtig sei ab einem gewissen Level auch die Strategie. „Die Technik kann jeder lernen, wenn er genügend übt. Danach kommt es dann darauf an, wer mental stärker ist“, erläutert Stöhr.

Jets, Pin Shots, Pässe

In der Abwehr zum Beispiel gelte es, sein Gegenüber, den Stürmer, zu lesen und ihn in einer Art Katz-und-Maus-Spiel in die Falle zu locken. Auch das trainieren die Jugendlichen im Gemeindezentrum: den Gegner zu analysieren und passende Strategien zu entwickeln. „Wir schauen auch nach unseren eigenen Schwächen im Spiel und arbeiten gezielt daran“, ergänzt Raffael. Bislang ist die Mannschaft zwar nur in Freundschaftsspielen angetreten, dieses Jahr wollen die Jungs aber an Turnieren teilnehmen.

Die passende Ausrüstung haben sie schon mal, im Gemeindezentrum stehen dank ihres Sponsoren, dem Technologieberater AKKA, immerhin zwei sporttaugliche Tische. „Irgendwann wäre ein dritter Tisch noch toll, um weiterzukommen“, sagt Stöhr. Erst mal aber will das Team Erfahrung auf Turnieren sammeln – und später in der Juniorenbundesliga mitspielen. „Das wäre schon toll“, sagt Silas. Bis dahin wird fleißig weitergeübt: Jets, Pin Shots, Pässe und das so oft spielentscheidende Katz-und-Maus-Spiel vor dem Tor.


Mitmachen

Die Kicker-Mannschaft trainiert immer montags von 17 bis 19 Uhr im Jugendraum der evangelisch-methodistischen Gemeinde (Bismarckstraße 1). Sie besteht derzeit aus fünf Jugendlichen zwischen 13 und 16 Jahren. Die jüngeren Kinder üben dienstags.

Wer mitmachen möchte, kann sich per E-Mail beim Trainer Christian Stöhr melden: ch.stoehr@gmx.de. Es sind auch Mitspieler außerhalb der Kirchengemeinde willkommen.

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