Rems-Murr-Sport Wie Zieker auf seine EM-Nominierung reagiert

Patrick Zieker Foto: Lächler

Mit 87 Toren liegt Patrick Zieker in der Torschützenliste der Ersten Bundesliga auf dem achten Rang. In der vergangenen Woche ist der Linksaußen des TVB Stuttgart in den 28-Mann-Kader der deutschen Nationalmannschaft für die Europameisterschaften im Januar berufen worden. Das Fachmagazin Handballwoche hat Zieker zum dritten Mal in dieser Saison in das Team der Woche gewählt. Wir haben uns mit dem 25-Jährigen unterhalten.

Herr Zieker, mal ehrlich: Haben Sie insgeheim gehofft, in den 28-Mann-Kader berufen zu werden?

Nein, das kam wirklich sehr überraschend für mich. Ich hatte nicht einmal darauf gehofft. Klar versucht man, immer seine beste Leistung zu bringen. Und wenn es tatsächlich mal reichen sollte, ist das natürlich toll.

Deutschland ist ja bekannt für seine guten Außenspieler. Zu den besten drei zu gehören, ist also schon eine Auszeichnung.

Es ist unbestritten, dass Uwe Gensheimer der beste Linksaußen der Welt ist. Dahinter gibt’s viele junge und gute Spieler, die über Jahre hinweg präsent sind. Wenn man da eine Rolle spielen kann, ist das schon schön.

Was macht so eine Nominierung mit einem? Beflügelt oder hemmt sie vielleicht sogar?

Zunächst einmal ist die EM für mich ein ganzes Stück weg. Ich stehe zwar auf dem Papier. Das heißt aber noch lange nicht, dass ich beim Lehrgang oder sogar beim Turnier dabei bin. Ich versuche, mich auf den Ligabetrieb zu konzentrieren, dort meine Leistung zu bringen und mir keinen großen Kopf zu machen.

Vielleicht wird Gensheimer auch der einzige gelernte Linksaußen im endgültigen Kader sein.

Es gibt immer mal wieder taktische Überlegungen, aber da bin ich ja nicht involviert.

Es läuft zurzeit hervorragend bei Ihnen. Woran liegt’s?

Ja, es läuft ganz gut. Aber auch da mache ich mir keine großen Gedanken, warum das jetzt so ist. Außerdem gehören ja auch die Mitspieler dazu, um persönlich erfolgreich zu sein.

Erfolgreich ist derzeit auch der TVB. Glauben Sie, dass die beiden Siege zuletzt gegen Nordhorn und Wetzlar sowie das gute Pokalspiel gegen Kiel so etwas wie ein Befreiungsschlag waren?

Das ist schwer zu sagen, mit solchen Formulierungen tue ich mich grundsätzlich schwer. Nur weil wir jetzt in Wetzlar gewonnen haben, heißt das noch lange nicht, dass es jetzt so weitergehen wird. Es war einfach mal an der Zeit, einen Sieg zu holen, er tut einfach gut in unserer Situation. Eine Mannschaft wie unsere hat nicht die individuellen Qualitäten der Top-Teams, wir müssen das im Kollektiv lösen und uns jeden Sieg hart erarbeiten.

Wie groß sind die Chancen des TVB, in den restlichen vier schweren Spielen den einen oder anderen Punkt zu hamstern?

Ausblicke auf mehrere Spiele sind nicht so mein Ding. Dass wir noch nicht so gefestigt sind, hat ja das Spiel gegen den Bergischen HC gezeigt. Auch wenn es jetzt wie eine doofe Phrase klingt: Wir müssen aufs nächste Spiele schauen.

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