Remshalden 40. Dorfhocketse Rohrbronn

Remshalden-Rohrbronn. Ein schweißtreibendes Doppel-Jubiläum haben die Rohrbronner am Wochenende mit der 40. Auflage ihres Dorffestes und mit dem zum zehnten Mal veranstalteten Bikeathlon gefeiert. Und so wenig wie sich die Rohrbronner und ihre auswärtigen Gäste von der tropischen Hitze nicht vom Feiern haben abhalten lassen, so wenig haben sich die 42 Radler gescheut, den anspruchsvollen 28 Kilometer langen Parcours in Angriff zu nehmen.

Für die ganze Tradition des Rohrbronner Dorffestes, das offiziell vom Technischen Beigeordneten Dieter Schienmann mit einem gekonnten Fassanstich und einem durchaus passablen Gedicht eröffnet wurde, stehen ein paar wenige, die von Anfang an dabei waren. Zu ihnen gehören Elise und Walter Schurr, Elfriede Scheerer und Helmut Bühner, die das erste Dorffest und alle seine Nachfolger in ganz unterschiedlichen Funktionen begleitet und mitgestaltet haben. Der gerade mal 19-jährige Helmut Bühner stand am Zapfhahn und ist heute noch derjenige, der sich um alles kümmert, was beim Dorffest kühl und flüssig ist. Walter Schurr hat schon damals gewusst, wo der Hammer hängt und wo’s Schrauben und Nägel braucht, und er war auch in all den Jahren danach nie um eine Idee verlegen, hier noch ein Brett und dort noch ein Dächle anzubringen.

Scheunen-Disco statt Salzkuchen

„Do han i halt notgedrunga mitmacha missa“, sagt Schurrs Frau Elise, die aber nicht einfach nur mitgemacht, sondern zum Beispiel mit der Einführung des Cafés, damals noch im alten Schulhaus, auch eigene Akzente gesetzt hat, was manche alteingesessene Rohrbronner zunächst einmal durchaus kritisch beäugt haben. „Mir drengad onsern Kaffee drhoim, ond zwar morgens“, sollen sie laut Walter Schurr gebruddelt haben. Und heute? Heute gibt’s sogar schon eine Scheunen-Disco. Dafür gibt’s seit einigen Jahren keinen Salzkuchen mehr, der zunächst viele Jahre lang nach einem Hebsacker Rezept unter der Federführung von Elfriede Scheerer im Backhäusle gebacken und später noch eine Zeit lang von einem Bäcker bezogen worden ist. „Alles war halt noch ein paar Nummern kleiner und ein bisschen provisorischer“, erinnern sich die Dorffest-Veteranen, die aber auch heute, da alles ein bisschen professioneller abläuft, immer noch oder erst recht ihre Freude am Dorffest haben, zu dessen traditionellen Bestandteilen auch die ebenfalls von Elise Schurr initiierte Pflanzentombola und der schöne Blumenschmuck gehören. Wie sonst wäre es zu erklären, dass sie immer noch aktiv dabei sind.

Förderung gemeinnütziger Projekte

Firmiert hat das Rohrbronner Dorffest in den 40 Jahren seines Bestehens unter drei Veranstalter-Adressen. Zunächst war’s die aus den Rohrbronner Vereinen gebildete Interessengemeinschaft Vereinsraum, die in elf Jahren 110 000 Mark gesammelt und damit so viel Druck auf die Gemeinde Remshalden ausgeübt hat, dass die gar nicht anders konnte, als ein Bürgerhaus mit einem Vereinsraum zu bauen. Den Staffelstab übernommen hat dann die Interessengemeinschaft Rohrbronner Vereine, die den Erlös aus weiteren elf Rohrbronner Dorffesten in den Erhalt des örtlichen Bädles hat fließen lassen. Und dieser Tradition, gemeinnützige Projekte wie etwa die Sanierung des Backhäusles oder die Aufstellung von Bänken im Ort zu fördern, fühlt sich laut ihrem Vorsitzenden Manfred Munder auch die Dorfgemeinschaft verpflichtet, die mittlerweile das Dorffest organisiert und in der mit dem Gesangverein, der Sportgemeinschaft, dem Bädlesverein, dem Obst- und Gartenbauverein und der Feuerwehr alle örtlichen Vereine vertreten sind.

Eine vergleichsweise neue Errungenschaft des Rohrbronner Festwochenendes ist der aus den Disziplinen Radfahren und Luftgewehrschießen (bei den Hößlinswarter Schützen) – für jeden Schuss außerhalb der schwarzen Trefferscheibe gibt es eine Strafminute – bestehende Bikeathlon, für dessen tolle Organisation Manfred Munder zum kleinen Jubiläum nicht nur viel – teilweise gereimtes – Lob, sondern vom Plüderhäuser Skiclub auch eine Radler-Trophäe und eine Einladung zu einer „Champions-Night“ auf dem Cannstatter Wasen einheimste. Und wie sehr die Biker der Hitze getrotzt haben, zeigt die Siegerzeit des Tagesbesten Ralf Schlotz, der noch einmal zwei Minuten schneller war als der Sieger des vergangenen Jahres
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