Remshalden Gas-Tank steckt in Unterführung fest

Am Donnerstagabend (18.07.) hat sich in Remshalden-Geradstetten ein Lkw unter der B-29-Brücke festgefahren. Foto: Benjamin Beytekin

Remshalden. Ein Gastank-Laster bleibt in einer Unterführung stecken: Die Fotos von diesem Unfall am Donnerstagnachmittag in Geradstetten lassen schaudern, obwohl nichts Schlimmes passiert ist. Der Gedanke „Was wäre, wenn ...“ drängt sich bei einem Unfall wie diesem unwillkürlich auf. Es blieb beim „wäre“: Der Tank hielt dicht, es trat kein Gas aus.

Kreisbrandmeister René Wauro war am Donnerstag vor Ort: „Das war ein ungewöhnlicher Einsatz.“ Sind Gefahrstoffe im Spiel, greift der Kreisbrandmeister wenn nötig auf die Fachkompetenz von Spezialisten zurück. Experten sind für die Feuerwehr ehrenamtlich zu Diensten, informieren die Einsatzkräfte vor Ort am Telefon oder persönlich an der Unfallstelle darüber, was es bei diesem oder jenem Gefahrenstoff zu beachten gilt. Die Leitstelle versorgt die Mannschaft an der Unglücksstelle mit Informationen, im Einsatzwagen recherchiert man bei Bedarf, wie mit welchem Gefahrstoff umzugehen ist.

Am Donnerstag gegen 17.20 Uhr konnten die Feuerwehrleute in Ruhe alle Fragen klären; „es war alles stabil“, berichtet Wauro. Der 37-jährige Fahrer eines Lasters mit großem Gastank hatte eine Tankstelle mit Autogas beliefert. Der Fahrer kannte sich laut Polizei in Geradstetten nicht aus. Er fuhr von der Straße „Oberer Wasen“ in die B-29-Unterführung Richtung Rathausstraße – und verschätzte sich offensichtlich gewaltig. Ein Schild zeigt an, dass die lichte Höhe der Unterführung sich auf nur 3,1 Meter beläuft. Der laut Polizei „wesentlich höhere“ Gastank-Aufbau musste stecken bleiben.

Im Tank befand sich eine Menge Gas, berichtet René Wauro weiter. An Spekulationen darüber, was hätte passieren können, wäre das Gas ausgetreten, möchte er sich nicht beteiligen: Kein Fall ist wie der andere. Gas ist nicht gleich Gas, es kommt auf die Art an, auf die Menge, auf die Frage, ob sich das Gas in flüssigem oder anderem Zustand befindet. Grundsätzlich sind diverse Arten von Gas nicht ungefährlich, ganz besonders in Kombi mit Feuer – das ist allgemein bekannt.

Gefahrstoffe mit Schaum abdecken

Beim Unfall in Geradstetten schlug der Tank nicht leck. Vorsorglich sperrte die Feuerwehr den Unfallort dennoch weiträumig ab.

Bei Gefahrgutunfällen wird – ganz grundsätzlich – zwecks Feuerschutz geprüft, ob ein Behälter von außen zu kühlen ist und Gefahrstoffe mit Schaum abzudecken sind, damit sie nicht weiter in die Umwelt gelangen, erklärt René Wauro. Die Feuerwehr checkt, welche Warntafeln an einem Laster angebracht sind. Im Geradstettener Fall wies die Gefahrentafel auf entzündliches, verflüssigtes Gas hin.

Was in den Erläuterungen zu dieser Zahlenkombination steht, klingt nicht grade harmlos: Eine Erwärmung des Behälters führe zu Druckanstieg und „Berstgefahr mit schlagartiger Freisetzung einer entzündbaren Dampfwolke“, die explodieren und sich „mit einer Druckwelle ausbreiten“ könne. Bei starker Erwärmung oder bei einem Brand könnten sich giftige und reizende Dämpfe entwickeln. Weiter heißt es: „Das Gas kann unsichtbar sein, in Kanalisation und Kellerräume eindringen oder die Atemluft in geschlossenen Räumen verdrängen.“

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