Remshalden-Grunbach Kinderwagenrennen: Auf die Plätze, Kinderwagen los

Vom Gemeindesaal bis zum Kircheneingang: Der Rennparcours hatte auch für den Silberpfeil einige Hindernisse zu bieten. Foto: Manz/ZVW

Remshalden-Grunbach. Fahrerlager, Rennleitung, Zuschauer und hochmotivierte Fahrer. Das erste Kinderwagenrennen der Ministranten der Seelsorgeeinheit Kernen, Remshalden, Weinstadt ließ regelrechte Rennatmosphäre aufkommen. Im doch sonst so weitgehend faschingsresistenten Schwabenland gab es vor dem Platz des Grunbacher Gotteshauses ein buntes Faschingstreiben, Bonbonregen und am Ende lauter Sieger.

Auch der Gottesdienst im Vorfeld des Spielnachmittages war bunt gestaltet und in sportlicher Kürze von 30 Minuten gefeiert worden. Gemeindereferent Frank Schien war in herrlich buntem Siebziger-Jahre-Outfit vor die kleine Gemeinde in der St.- Michael-Kirche getreten. Einen interessanten Kontrast bildete auch der große, geschmückte Weihnachtsbaum zu zwei schwäbisch-alemannischen Faschingsmasken auf dem Altar. Ganz im Sinne des Gebetstextes „Wir lieben das Leben und suchen die Fröhlichkeit“ verliefen dann im Anschluss die folgenden Stunden bei nahezu idealen Wetterbedingungen mit viel Witz und Ideen.

Formel-1-Wagen: Spezialaufbau aufs Kettcar

Die Teilnahmebedingung war relativ simpel: Es brauchte ein Gefährt mit vier Rädern, einen Fahrer und einen, der den (Kinder-)Wagen schiebt. Es standen dann acht Modelle hübsch eingeparkt im Fahrerlager bereit, die unterschiedlicher nicht sein konnten. Darunter ein Formel-1-Wagen (Spezialaufbau auf ein Kettcar), ein Mercedes Silberpfeil (mit Stern und Alufolie), ein Kinderbuggy mit aufgebautem Kirchturm (der „rasende Michael“ erinnerte an die Spendenaktion zur Renovierung des Kirchendaches), ein harter Holzstuhl auf vierrädrigem Podest samt Oberministrant im Talar und eine märchenhafte, rosenumrankte Altpapiertonne mit einer Prinzessin im Cockpit und einer schiebenden Hexe. Die Tonne stand kurz vor der Disqualifizierung, da sie nur zwei Räder hatte, jedoch hatten die cleveren Starterinnen vorgesorgt: Im Bauch der Tonne befand sich zusätzlich zur Prinzessin ein Bobbycar-Anhänger mit den fehlenden zwei Rädern. Natürlich wurde dies vom Rennkomitee problemlos anerkannt. Ohne umfangreiche Um- und Anbauten, aber vollkommen fahrtauglich und doch auch mit hohem Komfort ausgestattet, stellten sich ein Team mit Rollstuhl und ein Team im Bademantel mit Wohnzimmersessel der Konkurrenz.

Liederraten – zum Aufwärmen auch für die Zuschauer:

Zum Aufwärmen der Rennfahrer hatte Frank Schien mehrere Spiele vorbereitet. Es galt unter anderem Lieder zu erraten, die die Zuschauer (!) ablesen und vorsummen mussten. Aus einer mutigen Mischung von „Oh Tannenbaum“ bis „Tage wie diese“ erkannten die Teams in Rekordzeit die Titel. Als „Buzzer“ diente ein simpler Schwamm.

Dann konnte das Rennen starten. Der Parcours verlief vom Start vor dem Eingang zum Gemeindesaal, die Treppe hoch (Tragen erlaubt) bis zum Zieleinlauf in einer Schleife auf dem großen Platz vor dem Eingang zur Kirche. Natürlich war der Streckenverlauf unterbrochen von kleinen Schikanen, Hindernissen und auch Büchsenwerfen musste absolviert werden, bevor der Pokal in greifbare Nähe rückte. Gewertet wurde einzeln nach Zeit und unterteilt in Kinder und Erwachsene.

Sessel mit schwierigem Kurvenverhalten und Prinzessinnen in der Tonne

Herrliche Rennimpressionen gab es mit einer Prinzessin, die fast aus der Tonne kippte, weil die Hexe zu flott anlief. Vor dem Ziel fand sie noch Zeit, um Bonbons aus der Tonne zu werfen. Der Holzstuhl verlor ein Rad und musste fix vor dem Start repariert werden. Große Wendigkeit bewies der Rollstuhl, der Sessel hatte massive Schwierigkeiten im Kurvenverhalten. Gelegenheit zur Stärkung, Aufwärmen und Fachsimpeln gab es in der Pause und nach der Siegerehrung im Gemeindesaal. Der Gedanke, dass man im Januar eventuell auch schon Schlitten fahren konnte, ist an diesem Nachmittag vollständig in den Hintergrund geraten.


Info

Die Faschingsfeier St. Elisabeth/St.-Michaels-Treff findet am Mittwoch, 7. Februar, um 14.30 Uhr im katholischen Gemeindesaal Grunbach statt. Der Gemeindefasching wird am Samstag, 10. Februar, 18 Uhr, ebenfalls im Gemeindesaal gefeiert. Kartentelefon: 0 71 51 /7 28 69.


Kinderwagenrennen: Die Sieger

Siegerehrung Kinder: Platz 1 für Team 7 Silberpfeil Daniel und Raphael (Remshalden) in 58 Sekunden; Platz 2 für Team 6 Kirchturm Sarina und Cordula (Remshalden); Platz 3 für Team 1 gelber Formel-1-Wagen Collin und Tom (Remshalden).

Siegerehrung Erwachsene: Platz 1 für Team 3 Eigenbau Anna und Philipp (Beutelsbach) in 56 Sekunden; Platz 2 (2x vergeben) für Team 2 Holzstuhl Marc und Pascal (Kernen) und Rollstuhl Team 8 Daniel und Emil (Kernen); Platz 3 Team 4 Wohnzimmersessel Katrin und Simon (Kernen); Platz 4 Team 5 Altpapierschloss Olga Sophie und Suzanna (Kernen).

Den Kreativpreis gewannen die Brüder Collin (elf Jahre) und Tom (neun Jahre) aus Grunbach, die auch Platz drei in der Kinderwertung belegt haben, mit der Idee zu Ihrem Formel-1-Wagen. Die beiden haben in der Ministrantenstunde (Leitung Eva Leitz) das Fahrzeug zusammengebaut. „Das ging recht schnell“, erzählt Collin, der selbstverständlich auch mit Vollvisierhelm am Start war. Prämiert wurden die beiden mit Medaillen von Pfarrer Robert Lukaschek und Diakon Krebcek. Pfarrer Lukaschek stimmte die Nationalhymne an.

„Es gibt einen ersten Platz und sieben zweite Plätze“ – Pfarrer und Diakon waren beeindruckt von den Ideen und würdigten separat jedes Gefährt mit persönlichen Worten und Interpretationen.

Die Idee zum Kinderwagenrennen brachte Frank Schien aus seiner Heimat Herbertingen mit.

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