Remshalden Kunstrasenplatz fertig, aber zu kurz

Symbolbild. Foto: pixabay (CCO Public Domain)

Remshalden.
„Was lange währt, wird endlich gut – aber leider auch etwas zu kurz“, sagte der Remshaldener Bürgermeister Reinhard Molt gleich zu Beginn seiner Rede anlässlich der Einweihung des neuen Kunstrasenplatzes in Geradstetten. Wer wollte, durfte an dieser Stelle hellhörig werden, wenn er es nicht schon gewusst hat: Die Länge des neuen Platzes entspricht nicht ganz den auf Verbandsebene geforderten Maßen. Insgesamt dürften etwa 2,50 Meter Länge fehlen. Ein Fehler, so der Bürgermeister auf Nachfrage, den es kritisch einzuräumen gelte und für den das mit der Maßnahme betraute Ingenieurbüro auch schon die Verantwortung übernommen habe. Derzeit werde überlegt, wie der Fehler, der wohl in der Ausschreibung lag, behoben werden kann.

Am einfachsten wär’s natürlich, wenn einfach die Linien verlängert beziehungsweise neu gezogen werden könnten. Auf den aktuellen Spielbetrieb auf Bezirksebene haben die nicht ganz vorschriftsmäßigen Maße keinen Einfluss und der Spielfreude auf dem neuen Untergrund tun sie offensichtlich auch keinen Abbruch, wie sich schon vor der offiziellen Freigabe des neuen Kunstrasenfeldes am 6:1-Sieg der zweiten Mannschaft der SV Remshalden gegen die Gäste aus Nellmersbach gezeigt hat. Fußballabteilungsleiter Michael Sixt geht davon aus, dass die Längenkorrektur im kommenden Frühjahr vorgenommen werden kann – und damit so rechtzeitig, dass sich die Remshaldener Fußballer auch im Falle eines Aufstiegs in die Landesliga auf sicherem Terrain bewegen würden.

Mit 232 000 Euro ist die Maßnahme im Kostenrahmen geblieben

Überhaupt wollte sich an diesem grauen November-Sonntag, der für den SVR-Gesamtvereinsvorsitzenden Markus Kilian gleichwohl „ein schöner Tag“ war, niemand die Freude darüber vermiesen lassen, dass es nach dreijähriger Vorlauf- und Wartezeit endlich etwas geworden ist mit dem neuen Kunstrasenspielfeld, das den alten Kunstrasenplatz, der nach mehr als 15 Jahren ans Ende seiner Belast- und Bespielbarkeit gekommen war, abgelöst hat. Dass es letztendlich etwas länger als geplant gedauert hat, hat hauptsächlich damit zu tun, dass es drei Runden gebraucht hat, bis die Gemeinde Remshalden endlich die Zusage für die Fördermittel bekommen hat, die der Gemeinderat seinerzeit als zwingende Voraussetzung für den Baubeginn in seinen Baubeschluss aufgenommen hatte. Geflossen seitens des Landes sind letztendlich 73 000 Euro, die ebenso Bestandteil der Finanzierung sind, wie das, was der Verein selber beisteuert. Nachdem Bürgermeister Molt nur den einmaligen Vereinszuschuss in Höhe von 25 000 Euro erwähnt hatte, machte Markus Kilian deutlich, dass sich Gemeinde und Verein beziehungsweise Fußballabteilung über die gesamte Nutzungsdauer betrachtet die abzüglich des Landeszuschusses verbleibenden Kosten hälftig teilen. Abgerechnet ist die Maßnahme laut Reinhard Molt mit 232 0000 Euro, was auch bedeutet: „Wir bleiben, was heute nicht mehr so selbstverständlich ist, im Kostenrahmen.“

Verein und Gemeinde sehen sich ökologisch auf der sicheren Seite

Und auch was das verwendete Material angeht, sehen sich die Remshaldener auf der sicheren Seite. Zwar gebe es, so hat der Bürgermeister bei anderer Gelegenheit gesagt, noch keine vollwertige Produktalternative zum wegen des hohen Kunststoffanteils in Verruf gekommenen Granulats. Dem Verein und der Gemeinde sei es aber von Anfang an wichtig gewesen, die Platzsanierung so nachhaltig wie möglich umzusetzen, was dadurch sichergestellt sei, dass die mit der Verlegung des Kunstrasens betraute Firma Polytan ein Granulat verwende, das nur zu einem Drittel aus Kunststoff bestehe. Beim Rest handle es sich um natürliche Materialien wie Hanf oder Kreide. Und auch die Einfüllmenge sei mit drei Kilogramm pro Quadratmeter weitaus geringer als die seinerzeit in der Studie des Fraunhofer-Instituts angenommen Werte, die im Übrigen später noch einmal relativiert worden sei. Gleichwohl, so Markus Kilian, sei der Verein froh gewesen, als dank der Unterstützung der örtlichen Landtagsabgeordneten die Zuschussbewilligung endlich vorgelegen sei. „Ein paar Wochen später, und wir hätten eventuell Schwierigkeiten bekommen, wegen der ökologischen Diskussion um die Zusammensetzung des Granulats“, meinte der rundum zufriedene SVR-Vorsitzende.


 

Der Zaun

Sie ist in den jetzt abgerechneten Kosten enthalten, aber noch nicht realisiert, die vollständige Einzäunung des Kunstrasenplatzes, die noch in diesem Jahr realisiert werden soll. Eine Konsequenz wird sein, dass es künftig nur noch einen Zugang geben wird, weil der neben der Vereinsgaststätte dichtgemacht wird.

„Wir haben es hier mit einer hochwertigen Sportanlage zu tun, die nicht für irgendwelche abendlichen Treffs und Partys genutzt werden sollte“, begründet Markus Kilian die Maßnahme. In der Vergangenheit habe es immer mal wieder Probleme mit unsachgemäßer Nutzung und vor allem mit Glasscherben gegeben.

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