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Remshalden Monika Seibolds Schlager-Traum

Monika Seibold in Aktion: In ihrem Proberaum im Keller ihres Hauses in Grunbach gibt sie eine Schlager-Kostprobe für die Kamera. Foto: Gabriel Habermann / ZVW

Remshalden. Gesungen hat sie schon immer, aber mit den Auftritten angefangen hat Monika Seibold erst spät im Leben. Heute hat sie mehr als 100 Titel drauf, die für mehrere Stunden Unterhaltung reichen. Als „singende Krankenschwester“ ist Seibold bekannt. Dabei will sie mit diesem etwas irreführenden Titel eigentlich nichts mehr zu tun haben.

 

Video: Monika Seibold zeigt uns ihren Keller-Proberaum

Hinter der kleinen Theke in ihrem Keller-Proberaum schüttelt sich Monika Seibold: „Das mag ich gar nicht!“ Was die Grunbacherin so abstößt, das ist die Bezeichnung, unter der sie bis heute bekannt ist: „Monika Seibold, die singende Krankenschwester“. 2013 wurde sie bei ihrem Auftritt im Finale von „Talente ans Mikrofon“, dem Gesangswettbewerb im Rahmen des Schorndorfer Stadtfests SchoWo so angekündigt. Krankenschwester ist tatsächlich ihr Beruf. Viele Jahre übte sie ihn im Schorndorfer Krankenhaus aus, heute arbeitet sie als Stationssekretärin in der Winnender Klinik.

Insofern doch ein sowohl korrekter als auch amüsanter Titel, oder? Nein, amüsant findet ihn Monika Seibold gar nicht mehr. Warum? Bei einem Auftritt sei es ihr passiert, dass ein Mann im Publikum saß, der völlig enttäuscht von ihr war. „Der wollte eine Krankenschwester sehen, mit Häuble und Schürzle“, sagt sie, so wie er sich eben eine „singende Krankenschwester“ vorstellte. „Da habe ich gesagt: Das kann ja nicht sein.“ Seitdem versucht sie, von dem Titel loszukommen. Denn die Leute sollen ja wegen ihrer Musik und ihrem Gesang zu ihren Auftritten kommen.

„Ich habe immer davon geträumt und wusste, ich kann’s“

Auf rund 20 Auftritte im Jahr kommt Monika Seibold inzwischen, es sind stetig mehr geworden. Sie singt bei Großveranstaltungen mit mehreren Hundert Menschen im Publikum wie der SchoWo oder dem Winterbacher Brunnenfest, aber auch bei privaten Festen im kleineren Rahmen. „Ich habe immer davon geträumt zu singen und wusste, ich kann’s“, sagt Monika Seibold, aber dass sie mal so weit kommen würde, das habe sie nicht geahnt. In ihrem Proberaum im heimischen Keller steht sie zwischen Mikrofon, Boxen und Mischpult, daneben ihr Mann Dieter, mit dem sie im Duo unterwegs ist, sie am Mikro und er an der Technik.

Gesungen hat sie schon als Kind viel. Bei Festen saß die Familie immer zusammen und sang. Alte Volkslieder wie „Mein Vater war ein Wandersmann“. Die kleine Monika konnte sie alle auswendig. Auch die Liebe zum Schlager erwachte früh mit Hits wie „Liebeskummer lohnt sich nicht mein Darling“, den Siw Malmkvist in den sechziger Jahren sang. Die alten Schlager gehören heute noch zu ihrem Repertoire, aber auch moderne wie von Helene Fischer oder Semino Rossi. Dazu kommen englischsprachige Klassiker vom Schlage eines „Country Roads“ oder „Blowin in the Wind“.

Es begann mit Karaoke

Ihre Auftritte haben für Monika Seibold Mitte der neunziger Jahre mit Karaoke angefangen. Als immer mehr Menschen ihr bescheinigten, dass sie Talent hat, merkte sie: Das ist vielleicht was. So richtig in Gang kam das Ganze mit dem Gesangswettbewerb „Parkfest-Star“ in Ludwigshafen, bei dem sie 2010 ins Finale kam. Sie nahm Gesangsunterricht, übte viel zu Hause im Hobbykeller, sang in einer Band, irgendwann kauften sich die Seibolds Mischpult und Boxen. Und immer, wenn Monika Zweifel kamen, fragte sie ihren Mann Dieter und der sagte: „Ja, mach das doch!“

Aus einem Schlager-Wettbewerb ging sogar eine eigene CD mit zwei Liedern hervor: „Ich steck dir eine Rose an“. Diese singt sie aber heute nicht mehr. Eine Rolle spielte dabei der Veranstalter des Wettbewerbs, der einige Jahre ihr Manager war, aber, wie Monika Seibold sagt, nichts für sie getan hat. Sie hätten sich alles selbst zu verdanken. Die Seibolds sind ein eingespieltes Team. Das sei ja das Schöne an der ganzen Sache: „Dass uns das so zufliegt, dass wir da ein gemeinsames Hobby so ausleben können.“ Wobei das mit dem Zufliegen irreführend klingt, sie haben auch viel investiert. Wer einen Traum habe, der müsse auch dafür kämpfen, meint Monika Seibold: „Man hat nur ein Leben und daraus muss man selber was machen.“

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