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Remshalden Neues Weingut in Grunbach eröffnet

Claudia Frank und ihr Partner Hagen Dorn schenken bei der Eröffnungsparty auf dem Grunbacher „Steinfelsen“ ihre ersten eigenen „Sterneisen“-Weine aus. Foto: Schneider / ZVW

Remshalden-Grunbach. „Irgendwann will man ja auch das machen, was man gelernt hat“, sagt die studierte Weinbetriebswirtschaftlerin Claudia Frank, die gemeinsam mit ihrem Partner Hagen Dorn das Weingut „Sterneisen“ gegründet und in einer Garage im elterlichen und großelterlichen Haus in der Straße Am Hirsch in Grunbach den ersten Jahrgang ausgebaut hat. Jetzt wurde in den Wengert oberhalb von Grunbach die Eröffnungs- und Premierenparty gefeiert.

"Ehrlichen Wein produzieren, der Spaß und Lust macht“, das ist der Anspruch der 29-jährigen Claudia Frank und ihres 37-jährigen Partners Hagen Dorn. Sie stammt aus einer echten Grunbacher Obst- und Weinbau-Dynastie; er arbeitet als Diplom-Kaufmann im Technischen Einkauf bei der Firma Bosch, wenn er sich nicht gerade nach der Learning-by-doing-Methode Weinbaukentnisse aneignet, und das will er auch weiterhin tun. Genauso wie seine Partnerin weiterhin im Frank’schen Familienbetrieb, in dem mittlerweile ihr Bruder Christian das Sagen hat, mitarbeiten will. „Wir wollten nicht gleich alles auf eine Karte setzen“, sagen die beiden, die mit ihren eigenen Weinkreationen in Rot (Trollinger, Lemberger), Weiß (Riesling, Blanc de Noirs) und Rosé die Feuertaufe bereits bestanden haben. Beim 70. Geburtstag von Claudia Franks Vater Hermann wurden die „Sterneisen“-Weine ausgeschenkt – und sind bei der nun wirklich nicht weinunkritischen Gesellschaft sehr gut angekommen.

Sekt in Flaschengärung und alkoholfrei verperlter Traubensaft

Der Entschluss, was Eigenes zu machen, war bei der ehemaligen Krankenschwester und ihrem aus Waiblingen stammenden Lebens- und Geschäftspartner ein relativ spontaner. Begünstigt durch die Gelegenheit, in Grunbach einen ersten Wengert pachten und beim Bruder von Claudia Frank eine Garage mieten zu können, in der dann die ersten, auf einer Fläche von insgesamt einem halben Hektar gewachsenen Weine herangegärt sind. Immerhin zwischen 6000 und 7000 Flaschen hat der erste Jahrgang gebracht, darunter auch ein Sekt, der derzeit noch in Flaschengärung heranreift, und ein alkoholfrei verperlter Traubensaft, der bei Sektempfängen eine gute Alternative zum Klassiker Orangensaft sein könnte. Ziel des ersten Jahrgangs, so Hagen Dorn, sei es gewesen, eine Basislinie zu schaffen, „nichts Hyperkomplexes, sondern eher etwas in die Richtung easy drinking“. Was zweifellos gut gelungen ist, wenn man auch die Reaktionen der Verkoster bei der Eröffnungsparty beim Aussichtspunkt „Steinfelsen“ in Grunbach zum Maßstab nimmt. Weiß und Rosé sind im Stahltank ausgebaut worden, um sie fruchtiger und leichter zu machen. Der Trollinger und der Lemberger sind ein halbes Jahr lang im alten Barrique-Fass gelegen – und das alles bei nicht ganz einfachen Temperaturverhältnissen in der Garagenkellerei. Das wird sich ändern, wenn Christian Frank den heimischen Betrieb umgebaut und seiner Schwester und ihrem Lebensgefährten einen Weinkeller vermietet hat. „Der nächste Jahrgang wird bestimmt anders“, sind sich die beiden Jungwengerter einig, die es als Privileg ansehen, frei von irgendwelchen Konventionen und Zwängen „alles anders machen“ zu dürfen.

Der Frost hat die beiden gleich im zweiten Jahr erwischt

Mittlerweile ist die Rebfläche bereits auf eineinhalb Hektar angewachsen, bald sollen es zwei Hektar sein. Im Sommer sind Merlot und Syrah gepflanzt worden, und auf den Grauburgunder, der auf einem gepachteten Flächenstück wächst, haben sich Claudia Frank und Hagen Dorn besonders gefreut. Diese Vorfreude ist mittlerweile merklich getrübt, weil der Frost, der die beiden schon in ihrem zweiten Jahr erwischt hat, ausgerechnet dieser Lage ziemlich zugesetzt hat. Die beiden nehmen’s mit Humor: „Das Thema Ertragsreduzierung hat sich für dieses Jahr erledigt.“

Warum Sterneisen?

Der Name Sterneisen geht laut Claudia Frank auf einen der Rebflurbereinigung zum Opfer gefallenen alten Lagennamen in Gundelsbach zurück. In dieser Lage hatte auch Großvater Hermann Frank einen Wengert, und einer der Grenzsteine war bislang im Gebäude Frank eingemauert.

Auch die Sterneisen-Weine haben schöne, ansprechende und symbolträchtige Namen. Sie heißen Lichtung (Blanc de Noir), Tradition (Trollinger), Herkunft (Riesling), Heimat (Lemberger), Brücke und Gackerwiese (die beiden Rosés) und Karussell (Traubensaft) – weil er nicht so dreht.

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