Remshalden/Winterbach Neue Hebsacker Brücke auch für Autos

Die Hebsacker Brücke zwischen Winterbach und Remshalden dürfen seit Jahresbeginn nur noch Fußgänger und Radfahrer nutzen. Foto: Schneider / ZVW

Remshalden/Winterbach. Derzeit ist die Hebsacker Brücke zwischen Winterbach und Remshalden für den Autoverkehr gesperrt. Sie ist so marode, dass der Fachmann, der die Brücke regelmäßig begutachtet, Sicherheitsbedenken angemeldet hat. Ab 2020 muss sie deswegen ganz gesperrt werden. Jetzt gehen Remshalden und Winterbach den Neubau an.

Der Brückenneubau, so ist jetzt zumindest der Ansatz für die Planungen, soll so ausgeführt werden, dass dann auch wieder motorisierte Fahrzeuge dort die Rems überqueren können. Zwar gab es in den Gemeinderäten in Winterbach und in Remshalden Räte, die einen Neubau nur für den Fußgänger- und Radfahrerverkehr befürworteten, sie blieben aber in der Minderheit.

Die Zeit für den Start der Neubau-Planungen drängt. Denn bis 15. April müssen die beiden Gemeinden einen Förderantrag beim Land stellen, um noch in ein auslaufendes Zuschussprogramm zu rutschen. Dann könnten bis zu 50 Prozent der Baukosten vom Land übernommen werden. 1,2 Millionen könnte der Neubau kosten, wenn auch Autos und Traktoren darüberfahren sollen. Ob es am Ende dabei bleibt, ist völlig offen, da der Betrag eine Schätzung ist, die auf Vergleichszahlen von ähnlichen Brückenbauwerken beruht. Remshalden und Winterbach haben bereits vereinbart, sich die Kosten hälftig zu teilen.

Anbindung von Vereinen und Streuobstwiesen-Grundstücken

Im Remshaldener Gemeinderat stimmte lediglich Ursula Zeeb (Alternative Liste) gegen eine Brücke, die auch für den Autoverkehr nutzbar ist. „Weil wir den Bedarf gar nicht sehen“, sagte sie. Aus Sicht ihrer Fraktion reiche eine Fuß- und Radwegbrücke. Die Anbindung des Hundesport- und der Kleingartenvereine sowie der Wiesengrundstücke südlich der Rems sei auch ohne Brücke gewährleistet. „Deswegen halten wir die Kosten für viel zu hoch.“

Bürgermeister Reinhard Molt gab jedoch zu bedenken, dass an Freibad und Sportgelände ohne Hebsacker Brücke „deutlich mehr Verkehr“ zu erwarten sei. Er gab allerdings zu, dass keine Zahlen zur Nutzung der Brücke mit Fahrzeugen vorliegen. Uli Hasert (BWV) zeigte sich dagegen überzeugt, dass viele Bürger aus Hebsack, die ein Stückle südlich der Brücke hätten, darüberführen. Sigrid Pressel (FW/FDP) nannte den Neubau auch für den Autoverkehr „eine Investition in die Zukunft“. Und für Wolfgang Läpple (CDU) wäre es ein „Schildbürgerstreich“: Wäre dort keine Autobrücke mehr, dann würde die Brücke weiter nördlich über die B 29 von Hebsack aus ja ins Leere laufen.

Gemeinderat bemängelt: Verkehrsfluss nicht untersucht

Im Winterbacher Gemeinderat gab es fünf Gegenstimmen zum Plan der Autobrücke. Hans-Gerhard Haverkamp (Grüne) bemängelte, dass nicht untersucht worden sei, wie der Verkehr tatsächlich fließe, und man sich in den Absprachen mit Remshalden auf Spekulationen verlasse. Sein Gefühl sei, dass die meisten Autofahrer schon jetzt den Weg über Winterbach nähmen..

Diesem Eindruck widersprach Wilfried Steiner (SPD). Die meisten würden den Weg über die Holzstraße raus aus Winterbach meiden, weil dort gerade am Wochenende viele Fußgänger und Radfahrer unterwegs seien. Steiner betonte auch seine Ansicht: Wegen der im Süden der Hebsacker Brücke ansässigen Vereine sei diese nicht zu vergleichen mit der auf der anderen Seite Winterbachs Richtung Weiler. Diese ist seit einigen Jahren ebenfalls für den Fahrzeugverkehr gesperrt und nur noch für Fußgänger und Radler zu benutzen.

Klaus Junge ging es zu schnell

Ganz gegen den Brückenneubau zum jetzigen Zeitpunkt sprach sich Klaus Junge (CDU) aus. Auch in ein paar Jahren gebe es sicher wieder ein Förderprogramm: „Ich finde, wir geben ein bissle schnell Gas.“

Wert legten die Winterbacher Gemeinderäte darauf, dass bei einem Stopp des Projekts am Ende der Planungen, wenn sich etwa herausstellt, dass die Brücke zu teuer wird, die Planungskosten trotzdem je zur Hälfte von Remshalden und Winterbach getragen werden. Diese Zusage habe er mündlich von seinem Amtskollegen Reinhard Molt, versicherte Bürgermeister Müller.


Hebsacker Brücke

Die Brücke wurde 1951 gebaut. Sie führt zwischen Winterbach und Remshalden-Hebsack über die Rems.

Die Besonderheit ist dabei, dass das Bauwerk zwar auf Gemarkung der Gemeinde Winterbach steht, der Grund und Boden aber laut Bürgermeister Reinhard Molt im Besitz der Gemeinde Remshalden ist. Errichtet wurde die Brücke von der damals noch selbstständigen Gemeinde Hebsack.

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