Remstal-Gartenschau in Waiblingen Bauarbeiten für Kanuroute haben begonnen

Mit dem Bagger wird derzeit an der Kanuroute gearbeitet. Foto: Büttner / ZVW

Waiblingen. Mit dem Kanu die Rems runterpaddeln: Das wird eins der Highlights der Remstal-Gartenschau im kommenden Jahr. Unweit der Hahnschen Mühle haben die Arbeiten dafür begonnen. Gebaut werden Ein- und Ausstiegsstellen, an der die Bootfahrer anlegen können. Wer das Hahnsche Wehr nicht runterrutschen will, trägt sein Boot am Wehr vorbei zur nächsten Einstiegstelle.

Ein Bagger verschiebt am Remsufer unter der Brücke der alten Bundesstraße große Muschelkalkquader. Zusammen mit den Flussbausteinen werden sie treppenartig verlegt. Hier sollen die Kanufahrer einmal bequem anlanden können. Vom Ausstieg führt dann ein schmaler mit Rundenmulch belegter Weg über die Asphaltwege am Spielplatz Brühlwiese und über den Fußgängersteg zum Mündungsbereich des Fischaufstegs bei den Brühlwiesen, wo die Boote wieder ins Wasser gesetzt werden.

Kein weiterer Einstieg unterhalb des Häckerwehrs

Fünf solcher Umstiegsstellen werden in den kommenden Monaten gebaut. Außer den beiden Anlegestellen am Hahnschen Wehr sind zwei weitere an der Geheimen Mühle in Beinstein und eine Ausstiegsstelle am Häckerwehr vorgesehen. Unterhalb des Häckerwehrs, wo die Rems ökologisch immer sensibler wird, wird kein weiterer Einstieg gebaut.

Die Kanufahrer lieber an die Jagst schicken?

Mit dem Bau der Kanuroute soll Bootfahren auf der Rems für Familien und Freizeitpaddler attraktiver werden. Ursprünglich war das Projekt durchaus umstritten. Mit 20 Ja- und zehn Neinstimmen hatte der Gemeinderat im Zuge der Remstal-Gartenschau die Kanuroute nach einiger Diskussion dann doch beschlossen. Vorausgegangen war eine erbitterte Debatte über Nutzen, Risiken und Kosten des Projekts. Dagmar Metzger (ALi) hatte vor „Größenwahn“ gewarnt. Bootlesfahrern solle man lieber ein Ticket an die Jagst bezahlen.

Derzeit zwei- bis dreimal im Jahr geführte Kanutouren

Massentourismus erwartet Oberbürgermeister Andreas Hesky auch in Zukunft nicht. Eine schöne Entwicklung ist es seiner Meinung nach aber, wenn im Sommer auf der Rems gepaddelt und der Fluss als Wasserweg entdeckt werde. Derzeit werden an zwei bis drei Terminen im Jahr geführte Kanutouren angeboten, außerdem nutzen Stand-up-Paddler und Freizeitkanuten den Fluss. Natürlich könnten sie auch in ökologisch sensible Bereiche eindringen, hatte Hesky bei der Diskussion eingeräumt, das aber könnten Radfahrer auf dem Radweg an der Rems oder Spaziergänger genauso.

Neue Hoffnung für Remshalden

Lange Strecken werden die Kanufahrer auch künftig nur schwerlich auf der Rems zurücklegen können. Wie berichtet, ist Remshalden 2019 nicht Teil der Kanuroute, das Paddeln auf der Rems wird nur in Weinstadt und in Waiblingen angeboten. Immerhin gibt es mit dem neuen Remshaldener Bürgermeister Reinhard Molt neue Hoffnung für die Paddler, dass die Idee noch nicht für alle Zeiten gestorben ist. Darauf hatte auch Gartenschau-Geschäftsführer Thorsten Englert im August beim Spatenstich für den Remshaldener Bürgerpark verwiesen: „Vielleicht kriegen wir es ja auch noch hin, dass die Kanuroute nicht nur von Weinstadt nach Waiblingen verläuft“, sagte er damals. Auf Nachfrage hatte Molt allerdings betont: Im kommenden Jahr werde Remshalden definitiv nicht dabei sein.


Kein Schutzgebiet

Laut begleitendem Landschaftspflegeplan sind naturschutzrechtliche Schutzgebiete wie Natura-2000-Gebiete, Naturschutzgebiete, Naturdenkmale, Landschaftsschutzgebiete sowie geschützte Biotope von den Umstiegsstellen beim Hahnschen Wehr nicht betroffen. Eingriffe in geschützte Gebiete nach dem Naturschutzgesetz seien nicht zu erwarten. 

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