Remstal Gartenschau Wie Remseck von der Gartenschau profitiert hat

Remseck. Zu den Kommunen, die von der Gartenschau profitieren, gehört Remseck ganz sicher. Gerade jetzt, wenn die Temperaturen wieder anziehen, lohnt sich die-Fahrt runter zur „Stadt an den zwei Flüssen“. Dann in den Sand legen und sich oben am Kiosk Limonade holen, das könnte für Remstäler zu einer wiederkehrenden Übung werden. Und die Leute vor Ort bestätigen auch die neue Attraktivität.

Remseck. Zu den Kommunen, die von der Gartenschau profitieren, gehört Remseck ganz sicher. Gerade jetzt, wenn die Temperaturen wieder anziehen, lohnt sich die (Rad)-Fahrt runter zur „Stadt an den zwei Flüssen“. Dann in den Sand legen und sich oben am Kiosk Limonade holen, das könnte für Remstäler zu einer wiederkehrenden Übung werden. Und die Leute vor Ort bestätigen auch die neue Attraktivität.

Besuch jetzt am Samstag gegen 13 Uhr. Der Himmel ist wolkendurchwachsen, die volle Schlagkraft des Hotspots am Zusammenfluss von Neckar und Rems zeigt sich noch verhalten. Aber wenn das Tagesgestirn richtig knallt, denn ist der Neckarstrand belagert. Dann werden die Hosen hochgekrempelt oder gleich ganz ausgezogen, um im, na ja, trüben Neckar-Rems-Wasser zur Labung zu fischen. Für Freunde des Kneippens ja ausreichend, offiziell gebadet werden darf nicht. Aber wen juckt’s? Wenigstens bis zur Hüfte.

Radwanderer, kommst du nach Neckarrems, den von Wasser umspülten Teilort der Großen Kreisstadt Remseck, dann mach den ganzen Gang. Lass das Rad alsbald stehen, geh runter ans Ufer unseres Schicksalflüssleins Rems, bevor es eins wird mit dem großen Gevatter Neckar. Besuch das aus Weide geflochtene Gänsenest direkt am Wasser. Begib dich auf den langen Schwimmsteg bis vor an die Mündung am Hechtkopf. Mach eine längere Betrachtungspause an einer der 16 Stationen, die im Zuge der Gartenschau entstanden sind. Hier also an der letzten. Es handelt sich um die drei weißen Häuschen des Frankfurter Planerbüros Christoph Mäkler.

Und was machen bei knappem Geld?

Die Remsecker haben sich schnell drauf geeinigt. Es handele sich um stilisierte Umkleidekabinen. Die Gestalter dachten aber auch an einen Ausstellungsort und an einen Schutzraum. „Eines ist in Remseck immer knapp: Geld“, sprach Oberbürgermeister Dirk Schönberger beim Spatenstich für die Gartenschau. Also waren auch die Häuschen umstritten. Der Entwurf gefiel nicht. Von „reiner Geldverschwendung“ sprach etwa ein Vertreter der meist bis auf die Knochen nüchternen Freien Wähler. Nur knapp, mit 13 zu elf Stimmen, erteilte der Gemeinderat kurz vor Weihnachten sein Placet. Heute sieht man den 16 Stationen des remstalweiten Architekturprojekts immer noch an, dass es nigelnagelneu ist. Der weiß gestrichene Holzbau hat noch keine Dreckschlieren. Aber das Objekt an sich, hier am Genius Loci, am begnadeten Ort, strahlt das Selbstbewusstsein aus, hier absolut am rechten Platz zu sein. Als Umkleidekabine wird der Bau denn freilich doch nicht genutzt. Etwas zu weit weg vom Strand. Und es handelt sich um ein wahrlich offenes Kunstwerk. Im Sinn der Interpretation. Und Türen, um als Umkleideort zu dienen, finden sich auch nicht. Kunst eben, gemacht von Architekten. Aber sinnfällig und genau für diesen Ort gemacht. Sonst oft nur ein Anspruch der Architekten.

Susanne Nicolaus macht die Pressearbeit in der Stadt. Sie spricht von einem „positiven Zwischenfazit. Gut bis bestens angenommen werde eben nicht nur der neu aufgewertete Mündungsbereich mit dem jetzt direkt bewirteten Sandstrand, sondern auch ein Naschgarten oder das Maislabyrinth. Und so hat sich längst die Stimmung gedreht: „Alle Rückmeldungen, die wir bislang bekommen haben, sind positiv.“ Und es geht nicht nur um das vernehmliche Plus bei den Radtouristen, die dann auf dem Sand lagern. Stefan Huber und seine Frau Jeannette betreiben an diesem Samstag gerade den Kiosk. Den Sandstrand, klar, den gab es früher schon. Aber jetzt kommen abends unter der Woche immer mehr Remsecker an den Strand. „Bei 25 Grad und darüber, dann ist es voll“, sagen sie.

Kommt ganz darauf an, was man draus macht

Remseck hat etwas aus der Gartenschau gemacht. Hat das vom Land dargereichte Geld gut investiert. Die Stadt, die arme, wird auch die 2,5 Millionen Euro verkraften, mit denen gerechnet wird. Kommt mal wieder darauf an, was man daraus macht. Remshalden zum Beispiel hat wenig aus der Rems gemacht. Sie fließt einfach durch.

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