„Richtig süße Böbbele“ Glückliche Hühnerhalter in Hertmannsweiler

Zwei der vier Küken. Foto: ZVW/Benjamin Büttner

Winnenden. Rilling, Henkel, Rotkäppchen, Wulle, Stuttgarter, Heineken. Sekt und Biermarken, die auf keinem runden Geburtstag fehlen. Im Fall von Nadine und Marcel Widmann sind es aber die Namen ihrer Hühner, die sie privat halten.

Alles begann im letzten September. Die beiden gaben sich das Jawort, heirateten. Am Polterabend schenkte die Fußballabteilung des SV Hertmannsweiler dem verdutzten Hochzeitspaar drei weiße und drei braune Hühner. „Am nächsten Tag mussten wir erst mal in den Baumarkt und Material für einen Stall kaufen“, erzählt Nadine Widmann. Seitdem hat sich im Leben der beiden einiges geändert. „Die Hühner legen jeden Tag sechs Eier“, erzählt sie. „Täglich sechs Stück davon zu bekommen war am Anfang brutal“, sagt Marcel. Mittlerweile bekommt das Ehepaar die Hühnerprodukte aber gut unter. Die Eier, die sie nicht selbst vespern, verteilen sie an Freunde oder die Familie, die in unmittelbarer Nachbarschaft der beiden am Degenhof lebt. Morgens wollen die Hühner raus, sobald es hell ist. Meistens um sechs Uhr. Unter der Woche ist das kein Problem, am Wochenende muss manchmal der Vater von Nadine ran. Auch er darf sich über Ostereier an den Feiertagen freuen.

Begeistert sind die beiden von der Qualität. „Man kann mit unseren Eiern perfekte Spiegeleier machen. Eine Bekannte meinte neulich, dass unsere Eier im Gegensatz zu gekauften auch geschmacklich besser sind“, erzählt Nadine.

Einen Hahn besitzen die Widmanns nicht

Arbeit machen die Hühner nicht allzu viel. „Man muss halt den Stall misten“, sagt sie.

Die Hühner der Widmanns sind wahre Allesfresser. Von Kieselsteinen über Salat, bis hin zu Essensresten futtern die gefiederten Zweibeiner fast alles. „Wenn sie ein paar Tage in Folge das Gleiche bekommen, dann sind sie aber schleckig und essen nichts mehr“, erzählt Marcel. Einen Hahn hat das Ehepaar nicht. „Man braucht mindestens zehn Hühner, bevor man sich einen Hahn zulegt“, sagt Nadine. „Ansonsten geht er auf die Hühner los.“

"Insgesamt sind Hühner einfach coole Tiere"

Ob die beiden es schon mal bereut haben, die Hühner zu behalten? „Nein“, sagt sie sofort. „Wenn es drei Tage regnet, alles nass und feucht ist und dann zusätzlich noch der Geruch von Hühnerkacke dazukommt, ist es natürlich nicht so angenehm. Außerdem machen sie den Rasen kaputt.“

Für das Ehepaar ist das aber nicht sonderlich schlimm. „Insgesamt sind Hühner einfach coole Tiere“, erzählt Nadine. So cool, dass sich das Ehepaar vor kurzem vier Küken vom Kleintierzuchtverein zugelegt hat, die erst wenige Tage alt sind. In der Sonne fühlen sie sich merklich wohl und piepen fröhlich vor sich hin. „Richtig süße Böbbele“, sagt Nadine.

Fast wären die Hühner einem Esel gewichen

Als wäre das noch nicht genug, haben die Widmanns auch noch drei (Oster-)Hasen, die den Streichelzoo perfekt machen. Sie leben im Stall unmittelbar neben den Hühnern. Probleme untereinander gibt es nicht, die Tiere vertragen sich. Die Hasen graben leidenschaftlich gerne Löcher und unterirdische Gänge. „Einmal saßen sie morgens plötzlich im Hühnerstall“, erzählt Nadine Widmann und lacht. „Falls das Projekt Stuttgart 21 noch ein paar Tunnelexperten braucht, können sich die Verantwortlichen bei uns melden“, fügt Ehemann Marcel an. Die Widmanns sind mit ihren Hühnern und den Hasen glücklich. „Die Fußballer wollten statt den Hühnern ursprünglich einen Esel kaufen. Den hätten wir wahrscheinlich nicht behalten“, sagt Marcel. Und ihre tägliche Dosis Ei hätten sie dann auch nicht.


So alt wird ein Huhn

Zuverlässige Aussagen über das maximale Alter eines Huhns gibt es nicht. Teilweise gibt es Angaben von bis zu 50 Jahren. Üblich sind aber eher fünf bis sieben Jahre. In Ausnahmefällen werden Hühner allerdings auch acht bis neun Jahre alt.

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