Robin Hood: die Legende im Film 7 Robin Hood-Filme für die Ewigkeit

Dreimal Robin Hood (v. li.): Erroll Flynn in Technicolor 1938, Kevin Costner im Piratenhemd 1991, Taron Egerton im Nahost-Kriegseinsatz 2018 Foto: picture-alliance, Studiocanal, ZDF

Stuttgart - Robin Hood ist ein Held, von dem das Publikum nicht genug ­bekommt: Unzählige Bücher, Theaterstücke und Filme gibt es über ihn. Im Sherwood Forrest hält er die Stellung während des Kreuzzugs von König Richard Löwenherz, dessen Bruder John mit Hilfe des Sheriffs von Nottingham nach der Krone trachtet und hohe Steuern eintreibt. Robin aber, trickreicher Fechtkünstler, Bogenschütze und galanter Verehrer der Maid Marian, holt den Armen ihr Geld zurück.

Dieses Bild kennt die ganze Welt, doch es stammt aus dem 20. Jahrhundert und speist sich aus Quellen, für die es keine historischen Belege gibt. In den Balladen des 13. Jahrhunderts war Robin Hood noch ein rauer Gauner, erst im 15. Jahrhundert wird seine Lebenszeit um das Jahr 1190 und den dritten Kreuzzug datiert. In englischen Mai-Festspielen kommen Figuren wie die Maid Marian und der Mönch Bruder Tuck dazu. Der berühmte Stockkampf mit Little John auf einer Brücke wird erstmals in populären Druckerzeugnissen des 17. Jahrhunderts erwähnt. Unter dem Eindruck der Französischen Revolution erklärt Joseph Ritson Robin Hood 1795 zum Kämpfer gegen die Tyrannei, sein Freund Walter Scott entwirft im Ritterroman „Ivanhoe“ 1818 wesentliche Teile der modernen ­Legende. Der Amerikaner Howard Pyle entwickelte 1883 in einem Roman den Philanthropen, der den Reichen nimmt und den Armen gibt.

Vor allem dafür liebt ihn das Publikum: Robin Hoods Geschichte ist zu schön, um wahr zu sein. Sie beflügelt die Fantasie und bedient die Sehnsucht nach einer besseren Welt. Dass sie sich weltweit verbreiten konnte, verdankt sich vor allem großen, epischen Kinoproduktionen.

Robin Hood (1922)

Der Stummfilmstar Douglas Fairbanks setzte den Ton: Er schrieb selbst das Drehbuch, trug Mütze mit Feder und Strumpfhosen, foppte die Schergen des Prinzen John nach allen Regeln der Kunst mit seinen Getreuen Little John, Will Scarlett und Bruder Tuck – alles zu Ehren der schönen und verehrten Marian.

Robin Hood, König der Vagabunden (1938)

Bis heute ist dieses Meisterwerk von Michael Curtiz das Maß aller Dinge: Errol Flynn strahlt, während er akrobatische Kampfeinlagen im Rittersaal absolviert, beim prächtigen Bogenschießturnier den Pfeil des Sheriffs spaltet, Olivia de Havilland küsst und mit seinen Getreuen unter Bäumen feiert. So grün waren Gewänder und Wald nie wieder – dank prächtiger Technicolor-Färbung.

Robin Hood (1973)

Wolfgang „Woolie“ Reithermann inszenierte für Disney nach dem „Dschungelbuch“ diesen Trickfilm. Robin Hood ist darin ein Schlaufuchs Robin, der als Wahrsagerin maskiert den Löwen Prinz John erleichtert, einen am Daumen nuckelnden Psychopathen, dem die Krone seines Bruders zu groß ist und der nicht auf seinen Berater Sir Hiss hört, eine sehr nervige Schlange – bis heute sehenswert.

Robin und Marian (1976)

Dem Drehbuchautoren James Goldman und dem Regisseur Richard Lester gelang eine originelle Fortschreibung: Sean Connery spielt einen ausgezehrten Robin Hood, der loyal für den zum Tyrannen mutierten König Richard (Richard Harris) kämpft, statt ins Private abzutauchen mit Marian (Audrey Hepburn), die ins Kloster gegangen ist.

Robin Hood: König der Diebe (1991)

Kevin Costner, beflügelt durch den Erfolg von „Der mit dem Wolf tanzt“, wirkt in dieser bombastischen Neuverfilmung von Kevin Reynolds stets entspannt – keine Spur von der Athletik, die Fairbanks und Flynn gezeigt hatten. Zur Seite standen ihm Morgan Freeman als mahnender Sarazene, ein großartiger Alan Rickman als völlig entrückter Sheriff von Nottingham und wiederum Sean Connery als König Richard.

Robin Hood – Helden in Strumpfhosen (1993)

Der große Filmsatiriker Mel Brooks fühlte sich durch Costners Heldenposen herausgefordert, dessen Film und alle davor durch den Kakao zu ziehen. Der Kampf auf der Brücke kommt hier zustande, weil Little John Maut verlangt, obwohl der Bach nur ein Rinnsal ist. Isaac Hayes spielt den Sarazenen, dessen Sohn als Austauschstudent in England ist, Patrick Stewart karikiert als Richard Löwenherz Sean Connery.

Robin Hood (2010)

Russell Crowe sollte eigentlich sowohl Robin Hood als auch den Sheriff von Nottingham spielen – was Ridley Scott dann doch verwarf. Er zeigt die ganze Härte des Mittelalters in einer Vorgeschichte zur bekannten Legende, in der er Figuren neu interpretiert und eine komplexe Verschwörung anlegt. Wie Cate Blanchett als Maid Marian auch war Russell Crowe aber deutlich zu alt für die Rolle.

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