RTL dreht in Winterbach Radweg-Kreisverkehr kommt ins Fernsehen

Für die RTL-Sendung „Explosiv“ stellt Stuntman Jens Lange einen Unfall am Kreisverkehr im Radweg bei Winterbach nach. Foto: ZVW/Gabriel Habermann

Winterbach. Nun kommt der Winterbacher Radweg-Kreisel endgültig groß raus: Das Bauwerk im Weg an der Rems hatte für Diskussionen gesorgt, weil Radfahrer es für genauso sinnlos wie gefährlich halten. Die Behörden haben darauf bereits reagiert und den Rückbau beschlossen. Nun nimmt sich, etwas verspätet, RTL noch der Sache an.



Ein Radfahrer kommt auf den Rad-Kreisel zugefahren, wird davon überrascht, überschlägt sich und stürzt. Die Situation, wie sie sich die Kritiker des Kreisverkehrs immer ausgemalt haben, ist also eingetreten – aber sie ist glücklicherweise nur gestellt. Für ein RTL-Fernsehteam, das für das Boulevardmagazin „Explosiv“ dreht, wirft sich Stuntman Jens Lange auf den Boden.

Er ist aus Köln für die Dreharbeiten angereist. In Schutzkleidung, samt Protektoren für Rücken, Arme und Beine fährt er auf dem Rad den Weg entlang und provoziert den Unfall. Zu seinem Schutz liegt eine dicke Matte bereit. Mehrmals muss er sich fallen lassen, für mehrere Aufnahmen aus verschiedenen Perspektiven, damit diese am Ende zu einem üblen Unfall zusammengeschnitten werden können. Nach den Stürzen schaut Reporterin Carolin Unger zu ihm und fragt: „Alles gut?“ Lange ist unverletzt und steht wieder von dem nassen Asphalt auf. Nur die Hose schaut etwas mitgenommen aus.

Beitrag wird voraussichtlich in der kommenden Woche gezeigt

Der 45-Jährige übt regelmäßig das Fallen. „Man fängt klein an und steigert sich nach und nach“, erklärt er. Seit 18 Jahren ist Lange Stuntman. „Die kleineren Stunts sind manchmal gefährlicher als die ganz großen“, erklärt er. So könne ein Umknicken an einer Treppe gefährlicher sein als ein tiefer Sprung wie in einem Actionfilm.

Wann der Beitrag gezeigt wird, steht noch nicht fest. RTL-Reporterin Carolin Unger kündigt an, dass er voraussichtlich in der kommenden Woche gesendet wird.

Stoppschild statt Kreisverkehr

Der Kreisel an der Kleingartenanlage hat seit einiger Zeit für Diskussion gesorgt. Er wurde im Zuge der Rems-Renaturierung gebaut, als auch der Radweg neu gemacht wurde. Doch der Kreisverkehr könne eine Gefahr sein, besonders bei Dunkelheit, warnten Radfahrer, unter anderem Michael Maier vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC). Er ist der Sprecher der Vereinigung in Schorndorf. Die Kritik kam an: Das Regierungspräsidium will den Kreisel wieder abbauen und Einmündung des Wirtschaftswegs, der an der Stelle auf den Radweg mündet, stattdessen mit einem Stopp-Schild versehen.

Die Einmündung des Wegs, über den eine Kleingartenanlage und Wiesengrundstücke erschlossen werden und über den Traktoren und Autos fahren, war der Grund für den Bau des Kreisverkehrs. Er sollte die vermeintliche Gefahrenstelle entschärfen – die durch ihn in den Augen vieler Radfahrer erst entstand.

„Ich bin froh darüber, dass die Behörden ihren Fehler eingesehen haben und den Kreisel nun zurückbauen“, sagt Maier. Er hofft, dass in Zukunft mehr Austausch zwischen den Bürgern und den Behörden in solchen Fragen stattfindet.


Der Rückbau

10 000 Euro kostet der Rückbau des Kreisels nach Angaben des Regierungspräsidiums Stuttgart.

Am 25. März will die zuständige Baufirma mit dem Rückbau beginnen.

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