Rudersberg Der Wiesel fährt wieder

Jens-Ulrich Beck von der Württembergischen Eisenbahngesellschaft (links) und Eberhard Frank, Geschäftsführer des Zweckverbands Wieslauftalbahn, versichern, dass der Wiesel trotz andauernder Bauarbeiten in Rudersberg pünktlich zum Schuljahresbeginn wieder fährt. Foto: Markus Metzger

Rudersberg. Seit Ende Juli wird am Rudersberger Bahnhof gebaut. Die Fahrgäste der Wieslauftalbahn mussten wochenlang auf den Ersatzverkehr ausweichen. Sowohl die Württembergische Eisenbahngesellschaft als auch die Gemeindeverwaltung haben die großen Ferien für Bauarbeiten genutzt. Mit dem Beginn des neuen Schuljahrs startet nun wieder der reguläre Fahrbetrieb.

Seit Anfang der Woche fährt die Wieslauftalbahn wieder zwischen Schorndorf und Rudersberg. Zwischen dem Rudersberger Bahnhof und Oberndorf war die Strecke aber weiterhin gesperrt. Zum Unterrichtsbeginn am Mittwoch können Schülerinnen und Schüler dann auf gewohntem Wege den Schulweg antreten. Der Schienenersatzverkehr wird eingestellt; stattdessen fährt die Wieslauftalbahn wieder – auf ihrer Gesamtstrecke von Schorndorf bis Oberndorf.

„Der Hauptzweck der Bauarbeiten waren die Modernisierung und der barrierefreie Ausbau der Bahnsteige“, gibt WEG-Vertreter Jens-Ulrich Beck Auskunft. Der neue Bahnsteig in Rudersberg ist 105 Meter lang und 17 Zentimeter höher als der alte aus der Mitte der 90er Jahre. Zusätzlich wird es in Zukunft eine Anzeige geben, die die Fahrgäste über ihre Anschlussverbindungen informiert.

Barrierefreie Verknüpfung von Bus und Bahn ab Ende Oktober

Obwohl der Wiesel ab Mittwoch wieder regulär fährt, gehen die Bauarbeiten in Rudersberg noch weiter. „Wir haben den Bahnsteig bis auf 75 Meter fertiggestellt“, sagt Jens-Ulrich Beck am Dienstagmorgen. Bis Anfang der kommenden Woche sollen die Arbeiten am Bahnsteig beendet sein. Ab Ende nächster Woche wird dann die benachbarte Bushaltestelle umgebaut. „Dann haben wir eine barrierefreie Verknüpfung von Bus und Bahn, die dem heutigen Standard entspricht“, so Jens-Ulrich Beck.

Die Arbeiten an der Bushaltestelle werden voraussichtlich bis Anfang Oktober dauern. Weil eine Lieferung von Bordsteinkanten aber erst Ende Oktober eintreffen wird, werden sich die Arbeiten noch bis dahin ziehen. Solange muss der Bus auf die Ersatzhaltestelle am Bahnhof ausweichen.

Die Arbeiten in Rudersberg sind Teil eines Gesamtmodernisierungsprogrammes für die Wiesel-Bahnhöfe. „Bis auf Haubersbronn sind jetzt alle Haltestellen barrierefrei zugänglich“, sagt Jens-Ulrich Beck. Auch der Haubersbronner Bahnhof wird noch umgebaut, wann genau, ist noch nicht sicher.

„Ein Zeichen dafür, dass es funktioniert“

Während der Baumaßnahmen fuhren die Busse des Ersatzverkehrs zwischen den Haltestellen Schorndorf Grabenstraße bis Rudersberg-Nord, wo Fahrgäste auf den Kleinbus nach Oberndorf umsteigen konnten. Der Schienenersatzverkehr ist laut Eberhard Frank vom Zweckverband der Wieslauftalbahn gut gelaufen. „Bei uns sind keine Beschwerden eingegangen“, so der Geschäftsführer. Diesen Eindruck hat auch Jens-Ulrich Beck. „Wir hatten ein etwas geändertes Ersatzkonzept mit Bussen nach Rudersberg-Nord, wo die Umstiegsmöglichkeiten besser waren als hier im Baustellenbereich“, so der WEG-Vertreter. Die Beschwerdelage sei extrem ruhig gewesen. „Ein Zeichen dafür, dass es funktioniert.“

Während die Württembergische Eisenbahngesellschaft in den vergangenen Wochen den Bahnsteig in Rudersberg barrierefrei ausgebaut und modernisiert hat, hat auch die Gemeindeverwaltung die Ferien genutzt, um am Bahnübergang Kanalarbeiten durchzuführen. „Auf Dauer hätte das mit dem Abwasser so nicht mehr funktioniert“, sagt Oliver Hedderich vom Technischen Bauamt der Gemeinde. „Der Kanal war hydraulisch überlastet. Bei Starkregen kam er schon an seine Grenzen.“ Der Anschluss von neuen Gebieten wäre mit den alten Strukturen nicht möglich gewesen. „Jetzt haben wir eine gute Situation“, so Oliver Hedderich. „Wir sind zufrieden.“

Auch die Arbeiten der Gemeinde sind pünktlich zum Schulbeginn beendet, nur ein Stück Straßenbereich muss noch fertiggestellt werden. Das wird aber den Bahnverkehr nicht beeinträchtigen. „Die Deadline ist der Apfelmarkt im Oktober“, sagt Oliver Hedderich. „Das schaffen wir aber problemlos.“


Vorerst keine Wiesel-Bauarbeiten mehr

Dieses Jahr mussten die Fahrgäste der Wieslauftalbahn sich schon in den Oster- und Pfingstferien einschränken, als die Bahnsteige in Michelau und Schlechtbach barrierefrei umgebaut und modernisiert wurden.

Für den Rest des Jahres 2019 sind auf der Wiesel-Strecke keine größeren Bauarbeiten mehr geplant. Der Zweckverband der Wieslauftalbahn wünscht sich laut Geschäftsführer Eberhard Frank, dass das auch im kommenden Jahr so bleibt. Das kann WEG-Vertreter Jens-Ulrich Beck aber noch nicht versichern.

„Für die Herbst- und Weihnachtsferien sind keine größeren Arbeiten mehr geplant“, kann er aber für dieses Jahr zusagen. Nötig sein werden nur kleinere Instandhaltungsarbeiten, die aber keinen Einfluss auf den Fahrplan und die Fahrgäste haben sollten.

„In den nächsten Wochen werden wir das Instandhaltungsprogramm für 2020 aufstellen“, sagt Jens-Ulrich Beck.

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